iPhone und Co machen Schlüsselbund überflüssig

4. Juli 2011, 11:04
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Auto-, Wohnungstür- und Büroschlüssel könnten durch Handys ersetzt werden – NFC als vielversprechende Lösung

Neben Kamera, Navigationsgerät, Musikplayer, Notizblock, Kalender, Spielkonsole, Surf-Tools und natürlich Telefon übernimmt das Smartphone allmählich die Funktion eines weiteren Alltagsgegenstands: Schlüssel. Autohersteller und Schlosshersteller setzen zunehmend auf den hohen Verbreitungsgrad von Smartphones, berichtet die New York Times.

Heizung einschalten, Motor starten

Das Unternehmen Schlage bietet beispielsweise eine Lösung, mit der Nutzer nicht nur ihre Haustüre, sondern beispielsweise auch Heizung, Klimaanlage und Beleuchtung aus der Ferne mit ihrem Handy steuern können. Beim Autoverleiher Zipcar können Kunden bereits seit zwei Jahren Autotüren über eine Handy-App aufsperren. Auch General Motors bietet eine Handy-Anwendung, mit der sich bei mehreren aktuellen Automodellen die Türen aufsperren, der Motor starten und Heizung oder Klimaanlage aktivieren lassen.

Zukunft liegt in NFC

Die Technologie bringt freilich einige Probleme mit sich. So dürfte sich wohl kaum jemand auf sein Smartphone (und eine Internetverbindung) als einzigen Schlüssel für Haus und Auto verlassen wollen. Bei leerem Akku oder fehlgeschlagener Internetverbindungen steht man vor versperrten Türen. Zudem ist es unpraktisch, immer erst eine App am Handy starten zu müssen. Für einige Probleme scheint Near Field Communication (NFC) die Lösung zu sein. Damit ist es möglich, das Handy einfach in die Nähe des Schlosses zu halten um es auf- oder zuzusperren. Die Schlüssel können dabei permanent oder nur für einen gewissen Zeitraum aktiviert werden, beispielsweise für Hotelzimmer.

Akzeptanz

Beim Clarion Hotel in Stockholm war das bereits in den vergangenen Monaten in einer ersten Testphase möglich. Das System vom Smartcard-Unternehmen HID Global und dem Schlosshersteller Assa Abloy wird derzeit auch in Büroräumen und Universitäten getestet. Bei den Tests gehe es weniger darum, die Funktionstüchtigkeit derartiger Systeme unter Beweis zu stellen, als die Reaktion und Akzeptanz der Nutzer zu beobachten. Mit der NFC-Unterstützung für Android-Smartphones und vermutlich auch in einem der nächsten iPhone-Modelle dürfte die Technologie schnell eine höhere Verbreitung finden. Die Marktforscher von iSuppli gehen von 550 Millionen NFC-kompatiblen Smartphones am Markt bis 2015 aus. (red)

  • Smartphones könnten in Zukunft den Schlüsselbund überflüssig machen.
    foto: assa abloy

    Smartphones könnten in Zukunft den Schlüsselbund überflüssig machen.

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