In der modularen Oberstufe sollen auch Begabte besonders gefördert werden - Die Finanzierung ist aber noch nicht gesichert
Wien - Eine "individuelle Lernbegleitung" durch so genannte Lerncoaches ist eine der wesentlichen Neuerungen, die das von der Regierung geplante Modell der Modularen Oberstufe vorsieht. Die Lernbegleiter sollen schwachen Schülern beim Ausbessern von negativen Noten in einem oder mehreren Modulen, in die der Stoff unterteilt wird, helfen. Das Ministerium würde aber gerne auch besonders begabten Schülern einen solchen Lernbegleiter zur Seite zu stellen, wie es auf Anfrage der APA heißt. Ob das gelingt, sei jedoch "abhängig von den finanziellen Möglichkeiten".
Schüler sollen Lehrer selbst aussuchen können
Im Gesetzesentwurf sind Lernbegleiter nur zur Unterstützung von Schülern vorgesehen, denen ein Fünfer droht bzw. die eine negative Note aus einem früheren Modul ausbessern müssen. Die Aufgabe dieser (im Idealfall didaktisch speziell für die Arbeit mit Lernschwachen ausgebildeten) Lehrer, die sich der Schüler zwecks "Entstehen eines Vertrauensverhältnisses" auch selbst aussuchen können soll: Sie sollen den Schülern, die "mit dem Unterricht auf dieser Schulstufe voll ausgelastet sind, die motivationale Kraft geben, Lernreserven für ein bestimmtes oder für mehrere Fächer zu schaffen und zu nutzen". Dabei sollen diesen vor allem Selbstorganisation und Lernstrategien beigebracht werden.
Schon jetzt gibt es allerdings laut Ministerium im Rahmen der Schulversuche zur Modularen Oberstufe an manchen Schulen ein generelles "Gruppencoaching", in dessen Rahmen auch überdurchschnittlich begabte Schüler beraten werden. Eine flächendeckende Umsetzung dieses Modells wäre allerdings zu teuer, heißt es.
Begabte können Kurse überspringen
Jedenfalls vorgesehen ist hingegen, dass begabte Schüler in diesem Kurssystem-artigen Modell einzelne Gegenstände überspringen können, indem sie Zusatzkurse belegen und eine Semesterprüfung für Begabte ablegen. Dabei wird der gesamte Semesterstoff eines Fachs abgeprüft, zur Vorbereitung können die Jugendlichen auch schon davor zeitweise am Unterricht höherer Semester teilnehmen. Die Schüler sind auch nicht gezwungen, den vorgezogenen Stoff nochmals mit ihren Klassenkollegen durchzunehmen. Sie können stattdessen auch Kurse in höheren Semestern besuchen.
Maximal zwei Semester können übersprungen werden, auch das Vorziehen einzelner Matura-Prüfungen soll möglich sein. (APA)