Karas: "Ganz Europa weint"

4. Juli 2011, 10:02
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Bundespräsident: Verhältnis zwischen Österreich und Habsburg hat sich in den letzten Jahrzehnten in vernünftiger Weise entwickelt

Wien - "Wir trauern um einen großen Österreicher, der durch die dunklen Zeiten des vorigen Jahrhunderts seine Liebe und Treue zu seinem Heimatland Österreich stets behalten und unter Beweis gestellt hat." Das erklärte ÖVP-Klubobmann Karlheinz Kopf in einer Aussendung. Otto Habsburg sei ein beeindruckender Mann mit hoher Intelligenz, großem Verantwortungsbewusstsein, beispielgebendem Heimatgefühl und europäischem Handeln und mit einer beeindruckenden politischer Haltung gewesen, sagte Kopf.

Bucher: "Beeindruckende Persönlichkeit

Otto Habsburg sei ein großer Europäer gewesen, dem das friedliche Zusammenleben der Bürgerinnen und Bürger immer ein zentrales Anliegen war, sagt BZÖ-Klubobmann Josef Bucher. Als "beeindruckende Persönlichkeit" konnte er im Rahmen der Paneuropa-Union viele Jugendliche für das Friedensprojekt Europa begeistern, so Bucher. Insbesondere sei der Kampf von Habsburg gegen das Nazi-Regime und für Österreichs Unabhängigkeit und Freiheit zu würdigen. Unser Mitgefühl gilt seiner Familie".

Spindelegger: "Glühender Europäer"

Betroffen über das Ableben von Otto Habsburg zeigt sich Vizekanzler und ÖVP-Bundesparteiobmann Michael Spindelegger: "Mit Otto Habsburg verlieren wir einen glühenden Europäer, der als Vorreiter der paneuropäischen Bewegung maßgeblich an einer friedlichen Öffnung des Eisernen Vorhanges mitgewirkt hat." Habsburg habe sich während und nach dem Zweiten Weltkrieg mit allen Kräften für den Weiterbestand eines freien und unabhängigen Österreichs eingesetzt. "Dafür und für sein unablässiges Wirken für ein freies und ungeteiltes Europa sind wir im dankbar", würdigte Vizekanzler und Außenminister Spindelegger Otto Habsburgs "Lebenswerk für ein freies Europa und sein stetes Eintreten gegen Nationalismus und Kommunismus.

Faymann: "Beherztes Auftreten für friedliches Europa"

 "In seinem Leben haben sich die großen Zäsuren der österreichischen und europäischen Geschichte widergespiegelt", sagt Bundeskanzler Werner Faymann zum Ableben Otto Habsburgs, "die Nachricht von seinem Tod hat mich sehr betroffen gemacht". Habsburg sei "eine historische Persönlichkeit gewesen, deren Leben mit der österreichischen Geschichte vielfältig verbunden war", so der Kanzler weiter. Ganz besonders hervorzuheben sei seine entschiedene Gegnerschaft zu Nationalsozialismus und Faschismus gewesen, nach dem Zweiten Weltkrieg sein beherztes Auftreten für ein friedliches und vereintes Europa und für den Fall des Eisernen Vorhangs, so Faymann.

Fischer: "Verhältnis hat sich vernünftig entwickelt"

"Mit dem Tode von Dr. Otto Habsburg ist eine Persönlichkeit von uns gegangen, deren Name in vielfältiger Weise mit der Geschichte unseres Landes verknüpft ist", sagte Bundespräsident  Heinz Fischer. " 1961 gab Dr. Otto Habsburg seine in Österreich zunächst umstrittene Verzichtserklärung auf alle Herrschaftsansprüche aus der Mitgliedschaft zum Hause Habsburg-Lothringen ab und bekannte sich als getreuer Staatsbürger der Republik Österreich, so Fischer.  "Als Bundespräsident darf ich feststellen, dass sich das Verhältnis zwischen der Republik Österreich und Dr. Otto Habsburg in den letzten Jahrzehnten in vernünftiger und positiver Weise entwickelt hat." Fischer würdigte zudem Habsburgs Engagement in Sachen Europapolitik.

Schüssel: "Wir verlieren einen großen österreichischen Patrioten"

Der ÖVP-Europasprecher und ehemalige Bundeskanzler  Wolfgang Schüssel spricht vom  "letzten Kaiserenkel", der ein überzeugter Europäer der ersten Stunde war. Habsburg habe wesentlich dazu beigetragen, dass der Weg Österreichs nach Europa geebnet wurde", so Schüssel. "Wir verlieren einen großen österreichischen Patrioten."

Strache: "Kompromisslos für Österreich eingetreten"

"Mit dem Tod von  Otto Habsburg verliert Österreich einen großen Staatsmann", sagte heute der freiheitliche Bundesparteiobmann Heinz-Christian Strache. Der Kaisersohn sei immer - auch in den dunkelsten Zeiten - kompromisslos für Österreich eingetreten und habe sich stets für sein Land eingesetzt, so Strache.

Karas: Ganz Europa weint

Der ÖVP-Delegationsleiter im EU-Parlament, Othmar Karas, hat das Wirken des verstorbenen Kaisersohns Otto Habsburg um Versöhnung gewürdigt. "Ganz Europa weint", erklärte Karas gegenüber der APA. Karas erklärte, es sei "eine Persönlichkeit von uns gegangen, die in seiner Größe keinen Ersatz finden kann". Sein Verständnis von Europa sei Versöhnung und das grenzüberschreitende Wirken gewesen, unter Rücksichtnahme auf Minderheiten. "Das wird hoffentlich in vielen Menschen weiter leben. Weil ohne diese Vision und ohne diesen Charakter können Probleme nicht gelöst werden".

Swoboda: "Ein bißl in der Vergangenheit gelebt"

Der SPÖ-Europaabgeordnete Hannes Swoboda sagte, er habe Habsburg als sehr engagierten Kämpfer für Menschenrechte erlebt, "er war wirklich unabhängig und ein sehr korrekter Kollege". Swoboda betonte, er habe mit Habsburg im Europaparlament gut zusammenarbeiten können. Habsburg, Alterspräsident des EU-Parlaments, sei sehr aktiv gewesen, unabhängig von Land und Partei. Auf der anderen Seite habe er als CSU-Abgeordneter doch auch "ein bißl in der Vergangenheit gelebt".

Posselt: "Letztee großen Baumeister der Europäischen Einigung"

Der CSU-Europamandatar Bernd Posselt hat Habsburg als "den letzten großen Baumeister der Europäischen Einigung aus der Pionier-Generation" gewürdigt. Posselt, der fast zwei Jahrzehnte der engste Mitarbeiter Otto von Habsburgs war, betonte, dass dieser sich "schon in den dreißiger Jahren der Paneuropa-Bewegung anschloss, gegen Nationalsozialismus und Kommunismus kämpfte, die politische Einigung Europas mit dem Ziel eines starken supranationalen Bundes vorantrieb und entscheidend dazu beitrug, den Eisernen Vorhang niederzureißen".

Durnwalder: Südtirol verliert großen Freund

Südtirols Landeshauptmann Luis Durnwalder (SVP) hat die Verdienste Otto Habsburgs um die Völkerverständigung und Völkerzusammenführung sowie dessen Engagement in der Europapolitik gewürdigt. Mit dem Kaisersohn trete eine Persönlichkeit aus dem Leben, "die sich mit Kompetenz und Engagement für die Verständigung und Zusammenführung der Völker Europas bemüht hat und die Europapolitik der vergangenen Jahrzehnte maßgeblich mitgestaltet hat", betonte Durnwalder am Montag in seinem Beileidsschreiben. Südtirol verliere mit Otto Habsburg auch einen großen Freund.

Barroso: Europäische Erfolgsgeschichte mitgeprägt

EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso hat den verstorbenen ehemaligen Alterspräsidenten des Europaparlaments Otto Habsburg als "einen großen Europäer" gewürdigt, der "dem europäischen Einigungswerk Zeit seines reichen Lebens wichtige Impulse verliehen hat". Als langjähriger Abgeordneter und zuletzt Alterspräsident des EU-Parlaments habe Habsburg die europäische Erfolgsgeschichte mitgeprägt.

EVP-Daul: Wie kein zweiter die Geschichte verkörpert

Der Vorsitzende der Europäischen Volkspartei (EVP) im EU-Parlament, Joseph Daul, betonte, Habsburg habe "wie kein Zweiter die Geschichte der europäischen Einigung verkörpert. Der Sohn des letzten österreichisch-ungarischen Kaisers hat zeitlebens für Demokratie, Freiheit, und die Verständigung der europäischen Völker gekämpft. Von den Anfängen der europäischen Einigungsbewegung nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs bis zum mittlerweile berühmten Paneuropäischen Picknick an der österreichisch-ungarischen Grenze 1989 hat er es geschafft, Grenzen zu überwinden und den Europäern den Weg in eine gemeinsame Zukunft aufzuzeigen", sagte Daul.

SP-Cap: Habsburg war "begeisterter Europäer"

Auch SPÖ-Klubobmann Josef Cap würdigt das Wirken von Otto von Habsburg. Er war "ein begeisterter Europäer" und sei "stets für Menschenrechte eingetreten". Er habe sich für ein gemeinsames Europa engagiert, sein entschiedenes Auftreten gegen Faschismus und Nationalsozialismus habe ihn ausgezeichnet, so Cap in einer Aussendung. (red/apa/derStandard.at, 4. Juli 2011)

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