Thaksins Schwester erobert absolute Mehrheit

3. Juli 2011, 16:07
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    Thailands Premierminister Abhisit Vejjajiva blieb nichts anderes übrig, als sich als fairer Verlierer zu zeigen: Wahlsiegerin Yingluck Shinawatra habe das "Recht, eine Regierung zu bilden".

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    Yingluck Shinawatra, die jüngere Schwester von Thaksin.

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    Ihr Bruder, Ex-Premier Thaksin, freut sich über den Wahlsieg in seinem Exil in Dubai.

Yingluck Shinawatra Siegerin der Parlamentswahl - Premier Abhisit Vejjajiva räumt Niederlage ein

Bangkok - In Thailand hat die Opposition die Parlamentswahlen vom Sonntag klar gewonnen. Die Spitzenkandidatin Yingluck Shinawatra (44), Schwester des im Exil lebenden Expremiers Thaksin Shinawatra, erklärte sich zur Siegerin. Amtsinhaber Abhisit Vejjajiva räumte seine Niederlage ein und gratulierte ihr zum Wahlsieg. Er rief das Land zu Einheit und Versöhnung auf. Am Montag erklärte er seinen Rücktritt als Chef der Demokratischen Partei.

Nach Hochrechnungen auf Basis von mehr als 90 Prozent der abgegebenen Stimmen erhielt die von Yinglucks Bruder gegründete Partei Puea Thai mehr als die Hälfte der 500 Sitze im Parlament, Abhisits regierende Demokratische Partei nur rund 160.

Puea Thai vertritt die Interessen der armen Landbevölkerung gegen die urbanen Eliten. Seit dem Sturz Thaksins durchs Militär vor fünf Jahren haben sich die Anhänger der beiden Lager immer wieder heftige Kämpfe geliefert.

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500 Mandate standen am Sonntag bei den Parlamentswahlen in Thailand zur Disposition - den Großteil wird die von Yingluck Shinawatra geführte Oppositionspartei Phue Thai für sich beanspruchen können. Die von den "Rothemden" unterstützte Partei könnte sogar knapp die absolute Mandatsmehrheit erringen. 40 Parteien hatten um rund 47 Millionen Stimmen geworben.

Die Demokraten des bisherigen Premierministers Abhisit Vejjajiva gestanden ihre Niederlage bereits ein, sie mussten empfindliche Verluste hinnehmen und sackten auf voraussichtlich rund 118 Abgeordnete ab. Abhisit gratulierte der Phue-Thai-Partei "zu ihrem Recht, nun eine Regierung zu bilden."

Für Chris Baker, erfahrener Analyst der thailändischen Innenpolitik und Autor mehrerer Bücher über das politische System Thailands, sei der Sieg von Phue Thai zwar absehbar gewesen, aber "von einem Erdrutschsieg kann keine Rede sein" . Ob und welche Regierung nun zustande kommt, würden die bevorstehenden Verhandlungen zeigen. Baker sieht Signale von zwei kleineren Parteien, mit Phue Thai koalieren zu wollen - das könnte nötig werden, falls die absolute Mandatsmehrheit nicht zustande kommt.

Das in Thailand sehr mächtige Militär wird sich vorerst wohl ruhig verhalten. Der oberste General des Militärs, Prayuth Chan-ocha, hatte vor der Wahl die Bürger indirekt aufgefordert, "demokratisch" zu wählen. Informell sollen schon seit Wochen zwischen Phue Thai und den Generälen Verhandlungen laufen.

Hinter Yingluck Shinawatra standen in dem Wahlkampf das Geld und die Macht ihres Bruders Thaksin Shinawatra. Der Expremierminister dominiert seit mehr als zehn Jahren die Innenpolitik, musste aber vor fast fünf Jahren auf Druck des Militärs ins Exil flüchten - heute lebt er in Dubai, hat aber immer noch sehr großen Einfluss.

Gratulation und Jubel

Thaksin gratulierte noch am Sonntag seiner Schwester Yingluck telefonisch zum Wahlsieg. Die beiden sprachen dem Vernehmen nach davon, "dass viel Arbeit vor uns liegt" und die bisherigen Machtverhältnisse außer Kraft gesetzt seien.

Die Phue-Thai nahe stehenden "Rothemden" , eine Bürgerbewegung, die vor allem die Arbeiterschicht aus dem Nordosten des Landes vertritt, feierten das Wahlergebnis frenetisch. "Aber wie das bei solchen Bewegungen ist, nicht alle ziehen an einem Strang" , kommentierte Baker, der unruhige Zeiten für das Land befürchtet.

Die Lage ist nach Jahren der Dauerkrise - mit einem Militärputsch 2006, einer Flughafenbelagerung 2008 und mehrmaligen blutigen Auseinandersetzungen - mehr als fragil. Zuletzt starben im Mai 2010 über 90 Menschen bei Unruhen in der Hauptstadt.

Die Wahl sei prinzipiell gut organisiert gewesen, bescheinigten Wahlexperten noch am Sonntag. Aber Geld gegen Stimme hat in Thailand Tradition. Der Standard recherchierte, dass beispielsweise bei Wahlpartys Lunchpakete verteilt wurden, in denen sich auch meist zwischen 300 und 500 Baht in bar (7 bis 11 Euro) befanden. Das entspricht dem Tageslohn eines Arbeiters.

"Es gibt Indizien" für den Kauf von Stimmen, konstatierte Michael Lidauer von der NGO Asian Network for Free Elections (Anfrel).

Im Vorfeld verloren bis zu 1,2 Millionen Bürger ihr Wahlrecht, schätzte Wahlbeobachter Lidauer, weil wegen mangelnder Informationspolitik vor allem Arbeitsmigranten nicht wussten, dass sie sich neu registrieren mussten. (Andrea Waldbrunner aus Bangkok/DER STANDARD, Printausgabe, 4.7.2011)

Kommentar posten
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Allmächtiger Satan
11

Der Pöbel wird gefördert, die Eliten ausgeblutet. Wo soll das enden? Bei österreichischen Zuständen? Zeit für einen Putsch.

M. P.4
 
41
Rothemden" , eine Bürgerbewegung, die vor allem die Arbeiterschicht aus dem Nordosten des Landes vertritt

Erstens gibt es im armen Nordosten kaum Arbeiter. Und wenn nur die Arbeiterschicht aus dem Nordosten Phue Thai gewählt hätte, würde diese nie die Absolute gewinnen. Das ist schon wieder so ein Argument der gelben Bangkoker Geld-Elite: Die dummen Bauern aus dem Issan, die nicht wissen, was sie tun. In wirklichkeit ist seit Taksin ein regelrechter Klassenkampf ausgebrochen: die von ihm gestärkten einfachen Thais gegen den königstreuen konservativen Geldadel. Dank Taksin können Bauernkinder erstmals auf die Unis, es gibt lokale Radiosender, günstige Kredite und eine leistbare Gesundheitsversorgung. Es ist eine Revolution im Gange und es bleibt zu hoffen, dass sich die Gelben nicht gegen den Willen des Volkes stellen und wieder putschen.

mikromalist
 
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Ich bin kein Thailandkenner,

aber ich glaube Sie haben recht.
Aber, wir messen halt gerne mit unseren Maßstäben - und nichts scheinen wir selbst mehr zu fürchten, als die Freiheit und Bildung der Vielen?
Weil wir selbst unsere Freiheit längst gegen Bequemlichkeit eingetauscht haben.
(Übrigens, das gilt auch für apparatehafte, bürokratische Sozialisten)

Ich hoffe, in Thailand, wird aus der Revolution demokratischer Sozialismus (das ist etwas anderes als demokratisch gewählter Sozialismus).

h 90
34

http://www.nationmultimedia.com/home/spec... /election/

Sueden: Demokraten
Bangkok: Demokraten
Der Westen: Demokraten
Der Suedosten Demokraten
Nur der Norden und Nordosten: Thaksin

Es ist fast genau die Schulbildungskarte von Thailand.

Dr. Karl Kaputnik
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Wohnen Sie

etwa im Isaan?

h 90
01

Nein aber Sie

Nukularist
01

Naja, königtreu sind die alle.

Ansonsten: Stimmt alles, was Sie sagen. Auch wenn Thaksin (und Strohmänner/-frauen) nicht ganz so lieb und nett ist, wie er tut. Der zweigt genug Geld in die eigene Tasche ab. ;)
(In Relation zu den anderen, die sich gleich vom Militär an die Macht putschen lassen, natürlich die bessere Wahl.)

adaschauher
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wir ham kroneheuteösterreich-faymann, thailand hat die schwester-thaksin

h 90
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Gut Thaksin ist intelligent und ein Moerder.
Feigmann ist beides nicht.
Da nehme ich lieber Faymann.

Slaveverwandler
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One night in Bangkok makes a hard man humble.

Mein Grossvater hiess Israel Blank
00
alles, was die Banken schwaecht, ist gut.

h 90
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Das schwaecht die Banken aber gar nicht.
Erstens ist Thaksin der typische Turbokapitalist und zweitens zahlen die Banken in Thailand jede Partei.

frederic heine
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Die Kunst das Volk auszunuetzen "to the max"....

Wie die Marco Dynastie in den Philippin's bestaetigte
sind auch die Thai's genau so bloede wenn es zur
Ausnuetzung der Massen von "ihrer" Dynastie geht.

Es muss jedoch erwaehnt werden ,dass mit den Phil.
wie auch der Thai Regierung eine elit' Gruppe besonders gut behandelt wurde um dadurch ein Schutz gegen den Rest der Bevoelkerung zu formieren.

Klaus Zhong-Guo-Ren
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danke ... spannend!

thailandpeter2
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YS hat gewonnen, gratulation an sie. aber ihren bruder zu amnestieren waere ein schwerwiegender fehler. oder auch irgendwelche roten.

auf der andere seite muss man hoffen, dass die gelben diese ergebnis akzeptieren. wen sie wirklich fuer demokratie stehen (das 'D' in PAD), dann muesssen sie es tun. aber ich bin da eher skeptisch...

das militaer wird wahrscheinlich stillhalten, solange es keine thaksin-verordneten wechsel an der army-fuehrungsspitze gibt. wenn die PT g'scheit sind, halten sie sich da von einmischungen fern!

h 90
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44 % hat sie bei 71 % Wahlbeteiligung und ca. 9% No und ungueltig. Dazu gibts eine unueberschaubare Zahl von Beschwerden, ziemlich viele mit harter Evidenz.

Es gibt auch die Diskussion die Wahl zu wiederholen. Was zwar wahrscheinlich nicht passieren wird, aber recht lustig waere weil dann die Parteien das Geld fuer Stimmenkauf unnoetig ausgegeben haetten.

Jetzt wird PAD und Demokraten versuchen einen MP nach dem anderen wegen Stimmenkauf zu demontieren, darum braucht Thaksin einen Koalitionspartner.

Also quasi das gleiche Spiel wie nach den letzten Wahlen.

Bei einer Amnestie werden die Gelben auf der Strasse sein und irgendwas besetzen. Vielleicht diesmal das Southern Bus Terminal :-)))

NANANANANANANANA BATMAN
10
vorsicht

die gute ist eigentlich ein mann.

Andreas Hofer10
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Herzig. Und man breitet schon den Putsch vor. Gratuliere.

Chien de Pique
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Das verheißt wohl wenig Gutes.
Aber an so einem eindeutigen Ergebnis gibt es wenig herumzudeuteln.

raymond a
22

Den thailändischen Eliten, die den „Emporkömmling“ abgesetzt hatten, war es nämlich gelungen, Thaksin als einen „asiatischen Berlusconi“ darzustellen.

http://aron2201sperber.wordpress.com/2011/07/0... gt-zuruck/

Einen „Berlusconi“ wegen „Korruption“ abzusetzen – und durch die Justiz ein „falsches Wahlergebnis“ zu korrigieren – welcher europäische Journalist würde so eine Vorgehensweise nicht begrüßen?

R. Lexer
13

Der Berlusconi-Vergleich passt ganz gut. Beides korrupte, populistische Medienmogule.

Peter Tichy
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Berlosconi ist für die Reichen und Starken, die "Roten" für die Schwachen und Unterdrückten. Da endet jeder Vergleich. Mich wundert, dass im Standard eine eher negative Poststimmung für den Wahlsieg der "Roten" existiert. Ich dachte, dass die Leser progressiv und aufgeklärt sind.

R. Lexer
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Glauben's auch dass die FPÖ für die Fleißigen und Anständigen ist? Klientel und Wählerschaft sind halt nicht das gleiche.

h 90
03

und die 3000 Toten wurden auch alle erfunden?

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