Verdächtiger leugnet Zusammenhang mit Tat

  • Das Skelett wurde durch Zufall entdeckt, der  verdächtige Videothek-Betreiber wird weiter befragt.
    foto: apa-foto: georg hochmuth

    Das Skelett wurde durch Zufall entdeckt, der verdächtige Videothek-Betreiber wird weiter befragt.

Skelett des fünf Jahren vermisst gewesenen Mädchens vollständig gefunden

Der im Kriminalfall Julia Kührer aus Pulkau (Bezirk Hollabrunn) als Verdächtiger festgenommene Michael K. (50) aus Wien hat am Samstag weiterhin jeden Tatzusammenhang geleugnet. Die Befragung des ehemaligen Videothek-Betreibers im Heimatort des fünf Jahre vermisst gewesenen Mädchens dauerte im Landeskriminalamt NÖ in St. Pölten an. Unterdessen wurde laut Helmut Greiner, Sprecher des Bundeskriminalamtes (BK), das vollständige Skelett der damals 16-Jährigen gefunden.

Die Ermittlungen von BK, Landeskriminalamt NÖ und Staatsanwaltschaft Korneuburg liefen am Wochenende "auf Hochdruck" weiter. Mit dem nun vorhandenen vollständigen Skelett stehe fest, dass die Leiche Julia Kührers nicht zerstückelt wurde, sagte Greiner. Beamte der Tatortgruppe hätten an der Auffindungsstelle in Dietmannsdorf 3 in der Gemeinde Zellerndorf (Bezirk Hollabrunn) "gesiebt und gegraben". Am Donnerstagabend waren durch Zufall Skelettteile entdeckt worden. Anhand des Zahnschemas wurde in der Folge eindeutig festgestellt, dass es sich um die sterblichen Überreste der jungen Niederösterreicherin handelte.

Verdächtiger will Feinde gehabt haben

Michael K. will "viele Feinde" gehabt haben. Er versuche, die Schuld von sich abzulenken, sagte Helmut Greiner am Samstagabend. So argumentiere der frühere Videothek-Betreiber in Pulkau, dass die Leiche des Mädchens auf dem Grundstück, dessen Verfügungsberechtigter er ist, abgelegt worden sei. Der Hauptverdächtige hat bei seiner Einvernahme offenbar andere Personen in der Region mit dem Tod der jungen Frau in Verbindung gebracht bzw. beschuldigt. Wie der "Kurier" berichtet, hat die Polizei daraufhin bei vier weiteren Personen Hausdurchsuchungen durchgeführt. Laut "Kurier" wies der Beschuldigte darauf hin, dass es leicht sei, in sein lange Zeit unbewohntes Anwesen einzudringen. Außerdem hätte das Skelett nur wenig Aussagekraft.

Verbrechen vermutet

Das vollständige Skelett befand sich am Samstag in der Gerichtsmedizin. Die Kriminalisten erhoffen sich durch Untersuchungen Aufschlüsse darüber, wie das Mädchen zu Tode gekommen ist. Es wird jedenfalls von einem Verbrechen ausgegangen. Ermittlungsleiter Ernst Geiger vom BK hatte das am Freitagabend etwa mit dem (jungen) Alter Julia Kührers begründet.

Was weitere Ermittlungen angehe, so stünden unter anderem Befragungen "im näheren und weiteren Umfeld" des verdächtigen Michael K. an, sagte BK-Sprecher Greiner am Samstag. Der 50-Jährige soll eine Lebensgefährtin in Wien haben.

Kleidungsreste

Neben einem teilweise verbrannten Englisch-Lexikon - ein solches hatte Julia Kührer am Tag ihres Verschwindens vor fünf Jahren bei sich - wurden auf dem Grundstück in der Weinviertler Katastralgemeinde auch verwitterte Kleidungsreste sichergestellt. Ob sie dem Mädchen zuzuordnen sind, müsse abgeklärt werden, so Greiner. Neben der Todesursache stand ebenfalls noch nicht fest, ob der Auffindungsort der sterblichen Überreste der jungen Niederösterreicherin auch der Tatort war.

Das Skelett war durch Zufall entdeckt worden. Beim Spielen mit einem Hund war am Donnerstagabend ein Ball auf das Grundstück in Dietmannsdorf 3, nur wenige Kilometer vom Elternhaus Julia Kührers in Pulkau entfernt, gefallen, berichtete Geiger. Bei der Suche stießen Nachbarn auf menschliche Knochen, nachdem sie mit Taschenlampen ein mit einer Spanplatte abgedecktes Erdloch in Augenschein genommen hatten. Sie alarmierten umgehend die Polizei. Seitens des Landeskriminalamtes rückten die Tatort- und die Mordgruppe aus.

Der am Freitag in der Früh in Wien festgenommene Michael K. war Verfügungsberechtigter über das Grundstück, so Geiger. Der Mann hatte einst eine von Jugendlichen offensichtlich stark frequentierte Videothek in Pulkau betrieben. Er habe das Geschäft "einige Zeit" nach dem Verschwinden Julia Kührers aufgegeben und das mit wirtschaftlichen Schwierigkeiten erklären können. Der nun 50-Jährige, der sich im sozialen Netzwerk "Facebook" jünger ausgab und dort 28 bis auf eine Ausnahme weibliche "Freunde" zählt, war in der Folge mehrfach befragt worden. Eine Hausdurchsuchung bei Michael K. habe es nicht gegeben. Der Mann sei wie viele andere auch eine "Gelegenheitsperson" und "kein Verdächtiger" gewesen, sagte Geiger. (APA)

Nachlese
Videothek-Besitzer unter Verdacht
- Nach dem Fund der Überreste von Julia Kührer wurde am Freitag ein Wiener verhaftet

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Verdächtiger ??

Also soviel Deutschkenntnisse, dass zumindest die Schlagzeile richtig ‚Verdächtigter..’ lautet, sollten schon vorhanden sein.

Glashaus, Steine?

Waidmannsheil an die Hundebesitzer! Werde zukünftig nicht mehr automatisch gegen Hunde ohne Leine wettern!

schlagzeile der heutigen Krone über ihn : "Facebook Kontakte zu 28 Mädchen!"

OMG wenn das stimmt , vllt ist er ja ein serienmörder

die Krone ist da an was dran glaub ich

der webstandard hat die schlagzeile aber schon gestern gebracht, ha!

hoffentlich wird jetzt eine generelle rasterfahndung nach leuten mit homogenen (im geschlechtlichen sinne) freundeslisten auf facebook etc. gemacht.

und anschließend bei allen präventive haus-, garten- und kellerdurchsuchungen, man weiß ja nie bei diesen freaks!

Heilige Welt,

wenn Du alle unattraktiven Männer zusammenzählst, die - was ja ganz normal ist - auf fesche junge Frauen stehen, aber im wirklichen Leben keine interessieren, und die sich deswegen auf facebook (oder anderen Foren) fescher und jünger geben, zusammenzählst, dann bist Du bei der Einwohnerstärke einer mittleren Stadt.

Jo, an dem König ist sie dran;)

Der Verdächtige ist nur eine gewöhnliche Person und politisch unbedeutend - deshalb auch keine Standardfloskel von der "Unschuldsvermutung".,.

bevor sie hier weiter oberschichtbashing beteiben, will ich sie mal erleuchten...

vielleicht weil diese floskel erst dann angewendet wird, bzw. von öffentlichen medien angewendet werden MUSS, sobald ANKLAGE erhoben wird, was bei Michael K. nicht der fall ist?

hoffentlich kann diese niederträchtige tat überhaupt aufgeklärt werden! ich hege fast die befürchtung, dass es nie zu einer verurteilung kommen wird. 5 jahre sind eine sehr lange zeit... ein schrecklicher gedanke.

woher wissen Sie eigentlich jetzt schon das es eine niederträchtige Tat gab!

Rasch melden Sie sich bei der Polizei die suchen sicher noch Zeugen.

a) weil 16jährige mädchen nicht in den keller sterben gehen und dann ihre bücher anzünden, am wahrscheinlichsten wurde sie ermordet

b) selbst wenn sie bei irgendeinem unfall gestorben sein sollte, ist es das hinterletzte und eine niederträchtige tat, die leiche zu verstecken und der familie nicht in irgendeiner form anonym bescheid zu geben

c) bei julia waren keine massiven vorerkrankungen bekannt, also eine herzschwäche, diabetes o.ä.

Du hast die Möglichkeit eines Selbstmordes übersehen.

Klar und Selbstmörder werden regelmäßig wo versteckt und ihre Leichen angezündet.

Kann der Standard hier ausnahmesweise einen Artikel selbst schreiben und nicht von der APA übernehmen? Das Niveau ist ja grauenhaft.

unbewohnt?

kann es sein, dass es bei der Adresse, um die es geht, doch Mieter gibt?
auf den Fotos (Presse online) zu sehen: eine Restmülltonne, eine Biomülltonne, ein gelber zusammengeklappter Sonnenschirm, ein abgedeckter kleinerer Anhänger, im Hofeingang zwei (Mineralwasser?)kisten,
hinten das aufgestapelte Holz, die gemähte Wiese -
kann natürlich auch sein, dass es vorne ein Wohngebäude gibt und hinten einen abgelegenen Teil, der tatsächlich von niemandem genutzt wurde.

Rest- und Biomülltonnen bekommst von der Gemeinde schneller hingestellt, als Du glauben kannst, und die wirst so schnell auch nimmer los.

Wie lange der Sonnenschirm und die Mineralwasserkisten dort schon stehen, kannst auf den Fotos net erkennen.

Der Anhänger vorm Haus kann dem Nachbarn gehören.

Und das gemähte Gras und das gestapelte Holz dürften eigentlich zu einem anderen Grundstück gehören.

"Außerdem hätte das Skelett nur wenig Aussagekraft."

Hoffentlich arbeiten die Behörden in NÖ endlich einmal genau! Nicht so wie im Fall Fritzl, dessen Version zum Verschwinden seiner Tochter (Sekte!) allzu leicht geglaubt wurde; oder dem Priklopil die Hausumbau-Geschichte; oder der Kampusch die Ein-Täter-Theorie etc. Sonst kommt am Schluss noch heraus, das Opfer hat im Keller Selbstmord begangen ...

"im verhör schwitzt er gewaltig" Zitat Helmut greiner vom BKA

alter was ist denn eigentlich bei uns los.

Entweder ist das einfach erfunden (von österreich) oder der polizist ist völlig wahnsinnig sowas auszusagen.

soll er so cool dasitzen wie charles bronson und alain delon im film ?

ich kann mich ja noch lebhaft erinnern wie der hofrat geiger mal "geschwitzt" hat, und anschließend allen göttern für die glückliche auslosung beim erneuerten verrfahren gedankt hat.

Du FRAGST ob dieses Revoiverblatt solche Sachen frei erfindet ?

Das fragst Du im Ernst ???

A propos Revolverblatt:

Die Eltern haben in den letzten Tagen über ihren Anwalt gebeten in Ruhe gelassen zu werden. Wer ruft natürlich trotzdem an?
http://www.oe24.at/oesterrei... #textBegin

Natürlich bittet die Mutter nur um Verständnis, dass sie nichts sagen will. Aber Hauptsache hat "Österreich" hat ein "Interview".

Legen Sie Ihre Hand ins Feuer, dass ein österreichischer Polizist so eine Äußerung gegenüber den Medien nicht macht?

niveau

was ist denn das für ein niveau der berichterstattung?

der mann ist zunächst einmal "verdächtigt" und nicht "verurteilt".

oder ist er doch schon verurteilt?

"Er versuche, die Schuld von sich abzulenken, sagte Helmut Greiner am Samstagabend." Klingt, als stünde der Täter schon fest.

"Der nun 50-Jährige, der sich im sozialen Netzwerk "Facebook" jünger ausgab und dort 28 bis auf eine Ausnahme weibliche "Freunde" zählt..."

Was für ein Informationsgehalt im letzten Zitat. Widerlich und sensationell.

Tomanek - i hob a problem!

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