Modulare Oberstufe

Schmied verspricht Lehrern Abgeltung

2. Juli 2011, 13:13
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    foto: hans punz/dapd

    Daumen hoch: Claudia Schmied.

"Verlangen keine Liebhaberei" - Will Verhalten der ÖVP nicht kommentieren - Hofft, dass ihr Amon als Verhandlungspartner "nicht abhandenkommt"

Wien - Unterrichtsministerin Claudia Schmied (SPÖ) freut sich über die "große Akzeptanz der Schulpartner", also Lehrer, Eltern und Schüler, für die von ihr angestrebte Reform der Oberstufe. Dass es den Lehrern um eine entsprechende Entlohnung, etwa für die geplanten Förderkurse und Lernbegleitung gehe, stört Schmied nicht: "Wir verlangen von den Lehrern steuerlich gesprochen keine Liebhaberei, das muss natürlich abgegolten werden", sagte die Ministerin am Samstag in der Ö1-Sendereihe "Im Journal zu Gast".

Mit dem mit der ÖVP geschlossenen Kompromiss bei der "Modularen Oberstufe" kann Schmied "gut leben". Mit dem Reformprojekt wolle man die Oberstufe "an den Uni-Betrieb heranführen", im Herbst soll es Informationsmaterial darüber geben. Ausweichend beantwortete Schmied die Frage, ob sie die ÖVP und ihr Gefeilsche um die Zahl der Fünfer, mit denen man aufsteigen kann, verstehe: "Ich konzentriere meine ganze Kraft auf die Umsetzung der Projekte und möchte das Verhalten der ÖVP nicht weiter kommentieren."

Hofft, dass ihr Amon nicht abhanden kommt

Nachdem in den vergangenen Jahren immer wieder VP-Verhandler in der Schulpolitik gewechselt haben, hofft Schmied dass ihr VP-Bildungssprecher Werner Amon als Gegenüber "nicht abhandenkommt", da er sich in der Schulpolitik als "verlässlicher und vertrauensvoller Partner" erwiesen habe. Angesichts wichtiger Projekte wie die Reform der Pädagogenausbildung und des Lehrerdienst- und -besoldungsrechts braucht sie eine "Partnerschaft, die hält, und mit der man ins Ziel kommt".

Froh zeigte sich Schmied über das vom Industriellen und EX-Vizekanzler Hannes Androsch (S) initiierten Bildungsvolksbegehren, für das bis gestern, Freitag, Unterstützungsunterschriften gesammelt wurden. Dieses habe einen wichtigen Schub zur Umsetzung der Neuen Mittelschule und zur wirklich großflächigen Ausweitung der ganztägigen Schulangeboten gebracht. "Hannes Androsch hat großen Anteil daran, dass wir hier schon so weitergekommen sind", so Schmied.

Einführung der Finanztransaktionssteuer

Auch wenn sie "mit Unterricht, Kunst und Kultur voll beschäftigt ist" und sich "im Augenblick wirtschaftspolitisch nicht den Kopf zerbricht", sprach sich Schmied für die Einführung einer Finanztransaktionssteuer aus. Eine solche sei "aus wirtschaftspolitischen Überlegungen durchaus sinnvoll, relativ leicht einführbar und administrierbar und gar nicht so abwegig", da es sie in Österreich mit der Börsenumsatzsteuer schon gegeben habe.

Kritik an Schmied kommt von der Opposition. Die Grünen vermissen nach wie vor eine Gesamtreform des Bildungssystems. "Bildungsministerin Claudia Schmied möchte gerne als große Reformerin dastehen, tatsächlich bäckt sie aber nur sehr kleine Brötchen", stellte Grünen-Bildungssprecher Harald Walser in einer Aussendung fest. Die Freiheitlichen orten ein permanent sinkendes Bildungsniveau und fordern Schmied deshalb zur "Selbstreflexion" auf. Das BZÖ erwartet sich von der Ressortchefin einen "klaren Finanzierungsplan". Schmied kündige zwar zahlreiche Projekte an, wisse aber nicht wie diese finanziert werden sollen, meinte BZÖ-Bildungssprecherin Ursula Haubner. (APA)

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mountaineer
00
28.7.2011, 12:35

Nachdem die Uni in Österreich in den letzten Jahren (Bacc., verschulte Studienpläne, Stichwort "verlängerte Schulbank") zunehmend verschult wurde und der Student kaum noch selbstbestimmt lernen kann, verwundert es doch, dass nun die Schüler die Autonomie im Modulsystem lernen, die dann an der Uni ohnehin nicht gebraucht wird, bzw. erwünscht ist.

Ein Kindergarten, das.

Zara von Thustra
00

Nichts gegen das Modulsystem. Aber in 10 Jahren ist auch das kein Thema mehr.

annea
04

Ich hätte als Lehrer gerne das Recht und die Möglichkeit, Kinder, die Stunden boykottieren zumindest für diese eine Stunde aus dem Unterricht zu entfernen. Damit würde ich mit dem Stoff auch wesentlich leichter weiterkommen und die restliche Klasse hätte die Ruhe, die nötig ist, um diesen zu begreifen. Aber ich habe die Möglichkeit nicht, ich habe auch nicht das Recht für einigermaßen ungestörten Unterricht zu sorgen. Komisch, dass das Leistungsniveau immer weiter sinkt...

marie berg
50
und mit den

ausgeschlossenen kindern passiert dann ganz genau was? gesellschaftspolitisch gesehen ist ihre einstellung sehr, sehr kurzsichtig.

Murmelchen1
01
Naja, ist ja nicht so,

dass wir Lehrer auf diesem Gebiet nicht seit Jahren um Hilfe rufen. In den PISA-Erfolgsländern gibt es einen Schulsozialarbeiter, der kümmert sich um die Kinder und hilft sie wieder in den Unterricht einzugliedern.
Fakt ist, dass es dem betreffenden Kind ja nicht hilft im Unterricht zu verbleiben und zusätzlich allen anderen ein ungestörter Unterricht verwehrt wird.

marie berg
51
die vorposterin

hat nich nach sozialarbeitern gerufen, sondern will beinhart ausgrenzen. und das ist dumm und kurzsichtig.

annea
01

Nein, ich wollte die Kinder eigentlich auf den Parkplatz abkommandieren um mein Auto zu putzten /sarkasnuss off.
Natürlich war mein Posting eine Forderung nach adäquaten Betreuungsbedingungen für schwierige kinder. Und dazu gehören Schulsozialarbeit, Förderunterricht (in beide Richtungen) und Co. Aber das wird ja alles weggespart in Ö.

marie berg
21
bitte zitieren

sie den satz aus ihrem posting, in dem sie adäquate betreuungsbedingungen fordern. ich lese nur "entfernen". wenn sie sich wirklich nicht schriftlich ausdrücken können, dann tut es mir leid - aber ich dachte sie haben einige zeit als lehrerin gearbeitet und bin nicht davon ausgegangen, dass sie solche probleme haben.

Murmelchen1
02
Das kommt darauf an, wie man das Posting lesen will.

Ich habe es anders verstanden. Logisch, als Lehrerin bin ich in erster Linie dafür verantwortlich, dass der Unterricht funktioniert. Wenn Schüler stören, dann ist das Problem ja meistens nicht schwer zu lösen, aber wenn es einzelne gibt, die den Unterricht regelrecht sabotieren, dann muss es eine Möglichkeit geben sie aus dem Unterricht zu entfernen. Ich glaube nicht, dass meine Vorposterin das dann als die Lösung des Problems sieht, denn was soll sich nach der einen Stunde ausserhalb der Klasse denn schon ändern. Da muss es dann halt Spezialisten geben, die sich um Leute kümmern an denen wir uns die Zähne ausbeissen.

clangi
02
sie weiß immer, was die anderen meinen - wird immer bedenklicher ihre paranoia...

LGM
03

Es muss sich nicht jeder um alle Probleme kümmern.
Schlecht erzogene Kinder, die nur stören, haben im normalen Unterricht nichts zu suchen. Ein Lehrer hat keine wirkliche Handhabe, dagegen vorzugehen.

marie berg
20
aber kinder müssen

schlechte lehrer erdulden?

jana_einsteinova
00
30.7.2011, 15:58

die sollen aufpassen und das bildungsangebot annehmen!

LGM
01

Sie lenken ständig ab und wiederholen ständig denselben Blödsinn.

marie berg
10
ja,

so kann man natürlich auch auf fragen antworten. ich fasse zusammen: disziplinarmaßnahmen & leistungsüberprüfung für kinder schon, für lehrer nicht. ja, genau so werden wir unsere bildungsprobleme in den griff bekommen. das glauben sie ja selber nicht!

LGM
01

Sie fassen nicht zusammen, Sie wiederholen ständig Ihre eigenen Vorurteile.
Disziplinarmaßnahmen und Leistungsüberprüfung für Lehrer gibt es bereits. Bei den Schülern gibt es das immer weniger.
Übrigens, durch Ihr "kündigen wir die Lehrer" wird die Situation sicher nicht besser.
Fördern und *Fordern* ist die Devise. Fördern allein bringt nichts, wenn es nicht angenommen wird, und Fordern ist politisch momentan wenig opportun.

marie berg
20
sie haben da

was mißverstanden: es geht nicht um "kündigen wir die lehrer" sondern schaffen wir ein dienstrecht, das auch die leistungen der lehrer bewertet und als letzte maßnahme eine kündigung ermöglicht. da brauchen dann die guten lehrer für die schlechten nicht mehr den kopf hinhalten.
soviel zum thema "vorurteile".

LGM
02

Dieses Dienstrecht gibt es bereits, daher ist das ein Vorurteil.
Auf das eigentliche Problem gehen Sie, wie üblich bei Ihnen, nicht ein.

marie berg
30
soso?

"Auffa¨lliges Ergebnis der Studie sind die großen Unterschiede in der Arbeitszeit zwischen den einzelnen LehrerInnen (mit derselben Lehrverpflichtung). So gibt beispielsweise ein Viertel der LehrerInnen an Volks- und Sonderschulen an, in der 18. Kalenderwoche 2000 unter 37,6 Stunden gearbeitet zu haben, ein zweites Viertel hat u¨ber 49,3 Stunden gearbeitet und die restlichen 50% liegen dazwischen (inkl. Mehrdienstleistungen). Der tatsa¨chliche Arbeitsanfall, das Engagement und die tatsa¨chliche Leistung des/der einzelnen Lehrers/in finden aber keinen Niederschlag in der Besoldung."
quelle: http://www.bmukk.gv.at/schulen/s... in2000.xml

LGM
01

Und, was hat das mit der von Ihnen angesprochenen Leistungsbeurteilung zu tun?
Hier wird Leistung in Stunden gemessen. Das hat aber nicht unbedingt etwas mit der Qualität des Unterrichts zu tun. Manche brauchen eben einfach mehr Zeit für Vorbereitung und / oder Korrekturen. So what?

marie berg
10
seit

wann arbeiten lehrer auf werkvertragsbasis?

LGM
01

Was hat das mit Werkvertragsbasis zu tun?

marie berg
20
geh

googlen sie doch einfach den unterschied zwischen werkvertrag und anstellung.

LGM
02

Ich kenne den Unterschied, Sie aber offenbar nicht.
Was hat die Tatsache, dass gewisse Leute für ein und dieselbe Tätigkeit unterschiedlich lange brauchen mit einem Werkvertrag zu tun?
Glauben Sie ernsthaft, ein Lehrer, der z.B. 5 Stunden für die Korrektur einer Schularbeit zur Verfügung hat, kann nach den 5 Stunden einfach alles fallen lassen und zu den Schülern sagen, mehr war einfach nicht drin?

marie berg
40
so wie

manche schularbeiten verbessert sind - ja, das glaube ich.

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