Problem erkannt - und jetzt?

Conrad Seidl, 1. Juli 2011, 18:26

Für Österreichs Auftreten gegen AKWs ist das gut - Ob es für die praktische Umsetzung der Energiepolitik gut ist, muss erst bewiesen werden

Man muss zugeben, dass Bundeskanzler Werner Faymann in der Atompolitik geschickt agiert - und die wütende Kritik der Grünen am Kanzler unterstreicht eher noch, dass dieser klug taktiert hat. Beim Atomgipfel durften jene dabeisitzen, die Faymann zu Ostern eine Bühne geboten hatten, als Kernkraftgegner in Wien demonstrierten. Am grünen Tisch hat man dann Strategien ausgelotet, wie man dem immer lauter werdenden Vorwurf begegnen kann, dass Österreich bei aller plakativen Ablehnung der Atomenergie ungeniert große Mengen an Atomstrom importiert.

Das Problem ist erkannt. Und ein bisserl Abhilfe ist in Aussicht genommen: genauer hinschauen, wer welchen Strom liefert. Kennzeichnen. Allenfalls die Importe verbieten - 2015 soll es so weit sein. Kanzler Faymann kann das recht sein: Jeglichen Erfolg kann er sich an die Fahne heften. Allfällige Misserfolge bleiben bei den Fachministern, die praktischerweise der kleine Koalitionspartner stellt.

Für Österreichs internationales Auftreten gegen AKWs ist das jedenfalls gut. Ob es für die praktische Umsetzung der Energiepolitik in Österreich gut (und vor allem: ausreichend) ist, muss erst bewiesen werden. Denn es liegt zwar eine - reichlich unverbindliche - Energiestrategie vor, einen nationalen Schulterschluss gibt es aber nicht. Die Grünen waren gar nicht erst zum Atom-Gipfel geladen, obwohl sie das fundierteste energiepolitische Konzept haben. (Conrad Seidl, DER STANDARD; Printausgabe, 2./3.7.2011)

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11 Postings
FAYMANN schlägt vor,

die NGOs sollen gegen ausländische AKWs (Mochvce, Temelin, etc.) klagen. Die Bundesregierung als Vertreter des Volkes tut es nicht!
Solange das so bleibt, wird es keine Anti-AKW-Politik Österreichs geben, die diesen Namen wirklich verdienen würde. Mit so manchem Schwachsinn der Grünen bin ich nicht einverstanden. Aber wegen des großen und wirtschaftlich beherrschenden (Zukunfts)Themas Energie ist es wert, sie zu wählen. In Deutschland (8 Jahre lang) und in Oberösterreich (seit 2005) zeig(t)en sie als kleiner Regierungspartner positive Wirkung.
Das war jetzt keine Propaganda, sondern ein Resümee aus den gesetzten Energiewende-Maßnahmen.

Ein bischen Realismus sollte schon angebracht sein

Atomstrom wird überwiegend durch Kohlestrom ersetzt. Deutschland hat es vorgezogen vom 11.März dieses Jahres zusätzliche 8000MW elektrische Energie aus Kohle zu produzieren.
D denkt dass es eine gute Versicherung ist pro Jahr über 1000Personen an Folgen der Luftverschmutzung sterben zu lassen und mehrere 100 000Personen an Folgen von Luftverschmutzung erkranken zu lassen.
Damit kann man das Risiko einer Partialen Kernschmelze (vermeidbare wohl angemerkt) verringern die ca alle 25Jahre mal irgendwo auf der Welt eintritt. Dabei kann man den Tod von zwei Arbeitern verhindern die bei Notfallarbeiten vom Dach fallen.
Ein paar verstrahlte Arbeiter lassen sich auch noch vermeiden.
Und das alles für ein paar 100€ pro Haushalt pro Jahr.

1 Million Tote alleine durch Tschernobyl

schätzen NGO´s. IAEO spricht da von ganz anderen Zahlen, naja - die alten Deppen, wie Blix, der sehr reich geworden ist für seine Behauptungen oder Werbung.
Alleine die Haftplfichtversicherung in voller Höhe eines möglichen Schadens, würde alle Deutschen Atomkraftwerke sofort STILLIEGEN -weil diesen Strompreis niemand bezahlen könnte.
Und die Politiker in Deutschland wissen auch, dass sie im Fall eines Supergaus mit tramatischen Folgen, soeber vor Geschädigten nicht mehr sicher sein können.

1 Million!

Hahahahahahahahahahah! Wer ist da welcher Propaganda auf den Leim gegangen! Hä? Glaubst du alles was eine NGO sagt, frei nach dem Motto "Wir sind die Guten!"?

Wohl einer der blutigsten und teuersten Wahlkämpfe die jemals in der Welt geführt wurden

Und das noch dazu für ein paar Landtagswahlen. Aber Frau Merkl ist im Kommunismus aufgewachsen, aber im Kommunismus haben ja Menschenleben nie viel bedeutet wenn es um Eigeninteressen ging.
In der Französischen Revolution sind ebenfalls tausende gestorben. Aber die Welt war danach wenigstens eine freiere.
Es ist wohl unsinnig tausende Bürger dem Umwelttod zu opfern wenn die Alternative noch nicht in der Lage ist die Lücke zu füllen.

In der Französischen Revolution sind ebenfalls tausende gestorben?

Ein guter Vergleich, den Sie da anstellen - nur, es sind die Halbwertzeiten, die sich von der französischen ... unterscheiden?

Es sind kaum 200 Jahre seit der Revolution; 20.000 Jahre werden es sein, wo noch immer Leute an der Verstrahlung "laborieren"!

Alle 25 Jahre?

http://de.wikipedia.org/wiki/Kern... f.C3.A4lle

Leider sind die wesentlich häufiger, als Sie denken. (Und in Fukushima hat es 3 Kernschmelzen gegeben!)

Und wieviele Tote gab es seit den Fünfziger Jahren bei all diesen Partialen Kernschmelzen?

Mit dem Abschalten der AKWs in Deutschland sterben statistisch gesehen täglich mehr als zwei Personen zusätzlich weil der fehlende Strom durch Strom aus Kohlekraftwerke ersetzt wird.
Tausende von Einwohner fallen täglich wegen der zusätzlichen Luftverschmutzung krank.
Ich habe auch einen Link:
http://de.wikipedia.org/wiki/Stromerzeugung

Tausende von Einwohner fallen täglich wegen der zusätzlichen Luftverschmutzung krank?

"Ob es 'was geholfen wäre", wenn man diese Leute zur Erholung nach Tschernobyl schickte, damit sie sich dort erholen?

Trotz der drei Kernschmelzen sind nur zwei Arbeiter vom Dach gefallen und dabei traurigerweise tötlich verunglückt

Wahrscheinlich hätten diese zwei Todesstürze sogar durch Sicherung der Arbeiter verhindert werden können..

"tötlich" verunglückt ...

Das ist hart!

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