Atomstromgipfel

Noch kein Aus für Atomstrom-Import

1. Juli 2011, 17:50
  • Artikelbild
    foto: apa/hochmuth

    Antiatompolitik vor dem Kanzleramt ...

  • Artikelbild
    foto: apa/hochmuth

    und am grünen Tisch von Bundeskanzler Werner Faymann: Die Regierung beteuert, zu tun, was möglich ist - manchen ist das zu wenig.

Der Atomstromgipfel konnte nicht alle Probleme lösen, die Umweltschützer mit importierter Kernkraft haben

Wien - "Grundsätzlich positiv" sei das Gespräch verlaufen, sagt Klaus Kastenhofer, Geschäftsführer der Umweltorganisation Global 2000. Kanzler Werner Faymann (SPÖ) sagte zu, man werde überlegen, "welche rechtlichen Schritte es gibt, um zu verhindern, dass wir Atomstrom importieren". Und Umweltminister Nikolaus Berlakovich formulierte in Beamtendeutsch: "Die Machbarkeit, bis 2015 keinen Atomstrom für Österreich zu beziehen, ist absolut gegeben, wenn wir die Rahmenbedingungen dafür ehest schaffen; nämlich dass Klimaschutzgesetz und Ökostromgesetz im Parlament beschlossen werden. Damit haben wir konkrete Schritte zur Umsetzung des Atomstromausstiegs bis 2015."

Selbst die Vertreter der E-Wirtschaft zeigten sich zufrieden mit dem, was beschlossen wurde: dass nämlich künftig ein Herkunftsnachweis für alle Stromimporte gelten soll - damit man nachvollziehen kann, dass wirklich kein Atomstrom beim Letztverbraucher ankommt, wobei allein das schon eine Lücke öffnet: Denn wenn es nicht um den Letztverbraucher, sondern um die E-Wirtschaft selbst geht, dann dürfte weiterhin Atomstrom importiert werden. Beispiel: Eine Stromgesellschaft kauft billigen Atomstrom, pumpt damit Wasser in ihre höher gelegenen Pumpspeicherkraftwerke und exportiert diese nun scheinbar "saubere Wasserkraft" als Spitzenstrom.

Mit dieser Art von Geschäften soll sich erst ein nächster Gipfel im Herbst befassen, hieß es.

Bis dahin will Faymann auch Möglichkeiten eines kompletten Atomstrom-Importverbots prüfen. Die nach handverlesener Liste eingeladenen NGOs forderten am grünen Tisch, dass Österreich sich da mutig hinauslehnen solle - selbst wenn ein komplettes Atomstromverbot dem EU-Recht widerspreche, könne man damit ein Zeichen setzen und die Glaubwürdigkeit der Antiatompolitik unterstreichen.

Den Grünen ist das alles viel zu wenig, sie meinen, dass das Thema nicht wirklich angesprochen worden sei. "Faymann hat einmal mehr der Mut verlassen" , sagte Grünen-Chefin Eva Glawischnig. Und sie drohte erneut, dem Ökostromgesetz die nötige Verfassungsmehrheit zu verweigern: "Der derzeitige Entwurf muss noch massiv nachgebessert werden."

Rainer Widmann vom BZÖ meint, Kanzler Faymann habe "ein großes Versäumnis der Regierung zugegeben, weil fast ein Fünftel der Stromimporte noch immer von unbekannter Herkunft sind." (Conrad Seidl, DER STANDARD; Printausgabe, 2./3.7.2011)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 141
1 2 3 4
Columbo_der_neue
00
100% iger Atomstrom Import und 100% iger Export mit 30% igen Gewinn.

Darf Atomstrom einfach so ohne Ausweis durch Österreich? Was sagt der Wolfgang Schüssel von der RWE (ATOMSTROMLOBBYIST) Ach ja wieviel % von RWE gehöert jetzt unserren Politikerlobbyisten? Und Schüssel, was ist mit der Nabucco pipeline?
http://www.nabucco-pipeline.com/portal/pa... /portal/en

konnen wir denn Preis vom Gas der Russen bald runter feilschen oder nicht Schusserl, Wolfer.

Imanol Alexandro Guiterrez Gomez
20
Der Verbrauch muss sinken!

Das Problem ist, dass eine Generation herangewachsen ist, dei Glaubt der Strom kommt aus der Seckdose. In Österreich soll sich der Stromverbrauch bis 2050 um 50% steigen. Aber kein Problem, wir montieren ein Paar Solarzellen hier und ein Paar Windräder da und schon läuft alles wieder.

DerQuerulant
00
´tschuldigens..

.. aber ihre "Problemanalyse" kann ja wohl falscher ned sein. Bis in die 70er wurde eine Energiepolitik gewählt , die so tat als wären sämtliche Ressourcen quasi unendlich verfügbar. Erst der "herangewachsenen" Generation wurde bewusst , daß wir mit Vollgas in die Sackgasse brettern.

verinus
00

im bezug auf den gestiegenen verbrauch habens recht, aber nicht was die generation angeht: glaube kaum, dass es eine ökologisch bewusstere gegeben hat als diese...

sainty1
00
stimmt..den Begriff selbst gibts ja noch ned mal so

lang!!

Anton Friesl
21
Dümmer geht's nimmer.,.

So ein Verbot wäre eine EU-widrige Diskriminierung und daher rechtlich nicht haltbar.

nix fir unguad
45
Auf die Gefahr hin dass ich so manchen Poster nerve, will ich trotz dem eines meiner früheren Postings wiederholen:

Dann importieren wir halt Kohlestrom!
Mit jeder importierten TWh von Kohlestrom sind wir statistisch gesehen für die Folgenden Fatalitäten verantwortlich:
24 Todesfälle durch Luftverschmutzung
225 Schwere Erkrankungen durch Luftverschmutzung
13 288 Leichte Erkrankungen durch Luftverschmutzung

Aber das soll uns ja nicht stören, all dies passiert in Tschechien.

Deutschland hat 8 500MW an Schadstoffarmen Kraftwerke stillgelegt die konservativ gerechnet im Jahr 56TWh erzeugen. Deren Kapazitäten werden jetzt durch Kohlekraftwerke gedeckt.
Statistisch gesehen gibt es nun in D pro Jahr zusätzliche:
1 344 Todesfälle
12 600 Schwere Erkrankungen
744 128 Leichte Erkrankungen
Das alles wegen einer Ökoreligion und Wahlen.

verinus
10

kohle oder nukleare stromquellen zu vergleichen ist so wie pest oder cholera... beide komplett blödsinnig.

würde man auch beim atomstrom auf kostenwahrheit wertlegen hätte man niemals atomkraftwerke gebaut!

Michael Haberler
33
aber wenn die Strahlen

quasi schon aus der Steckdose rauskommen, dann ist Faktenresistenz qua Paranoia bereits eingetreten und eine Güterabwägung unmöglich, weil alle schon hysterisch vor Angst schlottern

da gehts nicht mehr um Argumente, sondern um einen mittelalterlichen Kreuzzug

solang einer für sich privat spinnt: wunderbar

wenn ich das noch via Politik aufs Auge gedrückt kriege - danke nein

mietobjekte
34
Respekt an Deutschland!

Das was unsere Nachbarn machen sucht seinesgleichen!
Was dieses Land schon alles gestemmt hat ist unglaublich. Nach dem 2. WK in Schutt und Asche. Zum Exportweltmeister aufgestiegen. DDR übernommen. Wenn Ihnen das jetzige Projekt auch noch gelingt haben Sie wieder die Nase vorn für Generationen. Wir Österreicher nörgeln halt lieber rum mit "geht nicht" . Begnadet mit der Wasserkraft (wir bauen ja nur die Kraftwerke - nicht die Flüsse!) schaffen wir es nicht einmal die restlichen paar Prozent zu substituieren. Selbstbewustsein war halt nie unsere Stärke - Jammern schon.

s2011w
23

Ha, versuchen sie mal im Land der Ökos ein Wasserkraftwerk zu bauen..

Uniquin
 
00

greenpeace energy hats mit einem laufkraftwerk probiert. sind nach der uvp -noch vor baubeginn- ausgestiegen, da hatten sie schon ihr budget für den bau aufgebraucht bevor der erste bagger kam. spezifischen kosten sind dort inzwischen um den faktor 4 höher als das was man in der literatur findet.

Michael Haberler
32
Und wenn ihnen das jetzige Projekt nicht gelingt

dann haben wir *hier* den Scherben auf, weil wir das Preisniveau und deutsche Arbeitslosigkeit 1:1 erben

s2011w
11

Wenn die öko-bewussten Mitbürger mehr für ihren AKW freien (Import)Strom zahlen wollen dann sollen sie doch, schließlich gibt es entsprechende Anbieter die auch einen atomstromfreien Energiemix anbieten.

Ob aber tatsächlich nur Ökostrom durch die Steckdose fließt sei dahin gestellt, aber zumindest kann man ruhigen Gewissens einschlafen wenn man nur fest daran glaubt. :)

verinus
00

dann aber auch bitte die endlagerung sowie eine entsprechende risikoversicherung für eventuell atomunfälle ebenfalls im strompreis mit einpreisen...da wärs dann schnell vorbei mit dem atomstrom...

Manahmanah
18

Woher die Elektronen nun tatsächlich durch die Steckdose fließen, ist auch irrelevant.

Wichtig ist, dass die Menge an Strom, die ich verbrauche, nur von erneuerbaren Energiequellen eingespeist werden.
Relevant ist weiters wohin das Geld fließt - nämlich ausschließlich zu Betreibern von e.E.

aichfelder
20

Wenn man 1 MW Jahresband an der Strombörse kauft kann aber niemand sagen woher es kommt!!

Manahmanah
00

Darum ist es ratsam einen Stromhändler zu wählen, der nicht an der Strombörse handelt und seine Zulieferer klar deklariert.

aichfelder
11

Einen Lastgang über den Tag kann man nicht mit den erneuerbaren Energien noch nicht abbilden. D.h. ein Ökostromanbieter bezieht oder liefert über den ganzen Tag Ausgleichsenergie die wer weiss woher kommt.

Strombezugsverträge zwischen Ökostromanbietern und Ökostromerzeuger sind momentan wohl die Ausnahme. Die Meisten langfristigen Stromverträge werden eben meist über die Börse abgewickelt.

Warum gibts eigentlich immer rote Stricherl wenn man Dinge beschreibt, wie sie momentan ablaufen. Liegts daran, dass man einige Tatsachen nicht wahrhaben will?

Andreas Mittermayer
10
"...Warum gibts eigentlich immer rote Stricherl ..."

.
Wenn Sie Unsinn schreiben, gibts rote Stricherl!

Denn, wenn Sie behaupten: "...Einen Lastgang über den Tag kann man nicht mit den erneuerbaren Energien noch nicht abbilden..." ist das einfach flasch.

Denn etwa die oekostrom AG betreibt eine eigene Bilanzgruppe und bildet damit genau den Lastgang über den Tag mit Hilfe von Erneuerbaren Energieträgern ab!

Dass das viele andere sogenannte Ökostromanbieter nicht tun, heißt nicht, dass es nicht geht!

Siehe auch:

http://www.oekostrom.at/default.a... G_R57&hl=3

Manahmanah
00

>D.h. ein Ökostromanbieter bezieht oder liefert über den ganzen Tag Ausgleichsenergie die wer weiss woher kommt. <
Das ist falsch. Ein wirklicher Ökostromanbieter bezeiht nur Strom von erneuerbaren Engergiequellen.

Bsp: oekostrom AG
http://www.oekostrom.at/magazin/0... 0.pdf?ok=j

Zum Zweiten Absatz: Zustimmung

Dritter Absatz: Da fragen sie den Falschen.

LGM
00

solange mir die Freiheit bleibt, meinen Stromanbieter frei zu wälen, soll jeder aussuchen, was er mag

aichfelder
00

http://www.apg.at/de/markt/... zone?lev=5

Hier sehen sie den Ausgleichsenergiebedarfs und des Überschusses. Hier kann man ablesen ob Energie im APG-Netz fehlt, oder zuviel davon eingespeist wird. Diese Hübe über 200MW können nicht komplett mit Ökoenergie gedeckt weil ausser der Speicherkraftwerke keine dieser Energiequellen regelbar ist.
Wenn sie Windenergie ins Netz einspeisen, müssen sie bei einer falschen Einspeiseprognose eben Energie von woanders beschaffen. Bei ca. 1000MW installierter Leistung bei Windkraftwerken ist das nicht so einfach!

LGM
00

Das hängt wohl falsch unter meinem Beitrag...

nix fir unguad
42
Dann kochen sie sich halt in Zukunft Ihren Kaffee nur zu Mittags wenn die Sonne scheint

Und Ihren Morgenkaffee wenn der Wind über die Parndorfer Platte weht. Fernsehen können sie Abends schon bei einem leichten Lüfterl.
Ist ja alles Ihre Entscheidung wenn Sie so leben wollen. Mir soll es recht sein.

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 141
1 2 3 4

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.