Im Banne der Wände des Hochkönigs

    1. Juli 2011, 16:55
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    Bei der Streckenwanderung vom Arthurhaus bis zum Birgkarhaus zeigt sich die Mächtigkeit des Hochkönigs. Vorraussetzung ist eine stabile Wetterlage

    Um einen Eindruck von der Mächtigkeit des Hochkönigs und der wilden Romantik seiner nach Süden abbrechenden Felsfluchten zu erhalten, braucht man nicht unbedingt den fast bis zur Dreitausender-Grenze aufragenden Berg zu besteigen - was ziemlich anstrengend und auf manchen Routen auch gefährlich ist. Da genügt eine Tour vom Arthurhaus bis zum Birgkarhaus, die wenig Anforderungen stellt und obendrein jeglicher Gefahr entbehrt.

    Man wandert ständig am Fuße der Felsen in einer wundervollen alpinen Landschaft und genießt fast ununterbrochen deren Anblick. Vor allem wenn man sich dem Birgkar nähert, dessen Flanken bis weit in den Sommer von ausgedehnten Firnfeldern bedeckt sind, möchte man immer wieder verweilen, um die einmaligen Eindrücke in sich aufzunehmen. Über die westlichen Begrenzungshöhen des Kars führt der Königsjodler-Steig, einer der kühnsten versicherten Klettersteige der Ostalpen.

    Die Route verläuft die meiste Zeit über durch freies Almgelände, hie und da durch ein paar Latschenzonen, sie bietet überall freie Sicht, nicht nur zum Hochkönig, sondern auch zu den vielen Erhebungen im Süden, darunter auch ein Teil der Glockner-Gruppe.

    Dazu gesellt sich eine vielfältige Pflanzenwelt, in welcher der Almrausch - die Behaarte Alpenrose - dominiert und mit ihrer Farbenpracht das Auge gefangen hält. Der Wanderer fühlt sich in eine romantische, heile, idyllische Welt versetzt, wie sie sonst nur in einem Heimatfilm vorkommt.

    Die Tour ist ideal für den "Genusswanderer", der nicht auf besondere Leistungen und Rekorde aus ist. Die Strecke weist keine besonderen Höhenunterschiede auf, lediglich vor den Vierhütten gibt es eine längere Steigung, steile Abschnitte fehlen. Die Vierhütten - bestehend aus Scharten-, Molderau-, Widdersberg- und Brandsteinhütte, alle nahe beieinanderliegend - etwa in der Mitte der Tour sind während der Almsaison bewirtschaftet und bilden einen idealen Stützpunkt. Der Weg ist breit, selten steinig und ohne ausgesetzte Stellen. Mit dem Wanderbus gibt es eine gute Verbindung zwischen Ausgangs- und Endpunkt.

    Sichere Wetterlage

    Voraussetzung für den vollen Genuss ist eine halbwegs sichere Wetterlage, denn die Wanderung lässt sich nur schwer unterbrechen, wohl aber verlängern - wenn man nicht direkt nach dem Birgkar zum Birgkarhaus absteigt, sondern zur Erichhütte weiter geht und von dort zur Bushaltestelle gelangt.

    Die Route: Vom Arthurhaus - der Wanderbus-Endstation - geht es auf der roten Markierung unter der ausgedehnten Mandlwand nach Westen zur Mitterbergalm und zur Abzweigung zur Riedlingalm. Gehzeit eine Stunde.

    Man behält die Richtung bei, der Weg schwenkt nach Süden und steigt dann zu den Vierhütten an. Ab Abzweigung Riedlingalm eine Dreiviertelstunde. Dann quert man den unteren Teil des Birgkars und zweigt später nach links ab, um das Birgkarhaus und die Busstation zu erreichen. Gehzeit ab Vierhütten zwei Stunden. (Bernd Orfer/DER STANDARD/Printausgabe/02.07.2011)

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      foto: österreich werbung/weinhaeupl w.
    • Gesamtgehzeit 3¾ Stunden, Höhenunterschied im Aufstieg rund 200 Meter, im Abstieg 400 Meter. Vierhütten in der Saison bewirtschaftet. ÖK25V Blatt 3216-West (Hochkönig), Maßstab 1:25.000
      grafik: der standard

      Gesamtgehzeit 3¾ Stunden, Höhenunterschied im Aufstieg rund 200 Meter, im Abstieg 400 Meter. Vierhütten in der Saison bewirtschaftet. ÖK25V Blatt 3216-West (Hochkönig), Maßstab 1:25.000

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