Mobile Raubritter

  • Radarstrafen kosten beim Autovermieter doppelt. Schließlich sind ja ein paar Telefonate nötig.
Foto: Thomas Max Müller  / pixelio.de
    foto: thomas max müller / pixelio.de

    Radarstrafen kosten beim Autovermieter doppelt. Schließlich sind ja ein paar Telefonate nötig.

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Autovermieter locken mit Pauschalpaketen und halten dann für Selbstverständliches die Hand auf. Und maulfaul sind sie auch

An die Wegelagerer, die es sich entlang der Mobilitätskette gemütlich eingerichtet haben, sind die p. t. Melkkühe schon gewöhnt. Was immer Autofahrer begehren, es kostet. An der Autobahn wird sowieso für jeden Furz die Hand aufgehalten.

Besonders listig sind Autovermieter. Sie locken mit All-inclusive-Pauschalpaketen fürs Leihautofahren übers Wochenende oder pro Monat, Selbstverständliches kostet aber extra. Die Lizenz zum Fahren für einen zweiten Führerscheinbesitzer zum Beispiel oder die Insassenversicherung. Sie schlagen pro Tag wohl nur mit ein paar Euro zu Buche, unterm Strich summiert sich dieses Kleinvieh aber zu (teurem) Mist. Richtig in sich haben es sogenannte Anonymverfügungen.

Sie kommen, wie der Name schon sagt, anonym und aus dem Hinterhalt. Wenn das Vogerl im Radarkasten zwinkert, geht es doppelt ins Geld. Aus einem 50-Euro-Radar-Bußgeld für eine läppische Geschwindigkeitsüberschreitung auf der ohnehin menschenleeren Pack-Alpe werden flugs 69,50 Euro. Denn Hertz, Avis & Co schneiden kräftig mit, sie schlagen flotte 19 bis 20 Euro auf die Verwaltungsstrafe drauf.

Maulfaul sind die mobilen Raubritter, wenn es um Auskunft über diese Manipulationsgebühr geht. Schließlich wird die Kohle von der Kreditkarte abgebucht (wofür jeder Kunde eine Blankovollmacht erteilt) und lediglich die Anzeige per Post zugestellt. "Das ist aufwändig, da sind ein paar Telefonate nötig", sagt der freundliche Herr im Hertz-Kundendienst. Ja, im nächsten Leben werden wir auch Raubritter. (Luise Ungerböck/DER STANDARD/Automobil/01.07.2011)

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Wann gibt es endlich Leihwagen mit Jammer und Radarwarner?

man muss sich eine deratige "Bearbeitungsgebühr" nicht gefallen lassen.
1. ist eine solche Bearbeitungsgebühr nicht verhältnismässig, daher entsprechende AGB ungültig
2. Jeder Kreditkarteninhaber sollte wohl wissen, dass er jede seiner Kreditkartentransaktionen beeinspruchen kann

Ich hatte jedenfalls so einen Fall bei einem Autovermieter in grünem Logo, Kreditkartentransaktion für die "Bearbeitungsgebühr" die höher war als die Strafe selbst, habe ich mit entsprechender Begründung stornieren lassen. Den noch dreist gefolgten Zahlschein (mit einem kleinen Aufschlag vom Aufschlag...) einfach mal ignoriert und von da ab nichts mehr gehört.
Zeigt wohl, dass der Autovermieter selbst wusste, dass er im Unrecht war.

mimimimimimimimimimimimimimimimimimimimimimimi
l.u.

Lächerliches Gewinsel von einem renitenten Gesetzesbrecher, der offenbar weder den Sinn von Strafen überlegt hat -- noch bereit ist, sich über den verursachten Mehraufwand bei der Autovermietung Gedanken zu machen.

"gesetzesbrecher" klingt fast so schlimm wie "raubmordkopierer".

Naja: Wer Gesetze verletzt, muss halt damit rechnen, dass er/sie zahlt.

Beim Schwarzfahren hab ich ein kalkulierbares Risiko, erwischt zu werden und 50 Euro zu blechen statt 2,20.

Beim Schnellfahren hab ich eine minimale Chance auf einen Blitzer.

Beim Ladendiebstahl kann man leicht so eine elektronische Markierung übersehen.

Und bei illegalen Kopien urheberrechtlich geschützter Werke bleiben die Schulhofkopierer idR eh straffrei; an Uploadern statuiert man aber gern mal ein Exempel.

Was dasst damit für ein Problem? Nennt sich "Rechtsstaat".

you have missing the point

wenn die polizei 50 euros fuer schnellfahren steht das ausser frage. aber wenn der autovermieter da noch 20 euros draufschlagt ist die frage berechttigt, fuer was? weil doppelt gestraft haelt besser, heisst das das der autovermieter recht spricht? und ich ging davon aus das im rechtsstaat nur die staatliche gewalt das recht ueber strafen hat oder nicht.

Hoffentlich hat er es jetzt kapiert

40 SFR Strafe und 40 SFR Gebühr

Bin mit 53 km/h statt erlaubter 50 in St. Gallen mit einem Leihwagen geblitzt worden. Die Strafe sind SFR 40 und als Gebühr für die Bearbeitung, ohne dass ich auch nur ein Brieferl gesehen habe hat der grüne Automobilverleiher gleich noch mal SFR 40,- abgebucht. Da sind 20 Euro ja fast geschenkt?

das nächste mal fahrens halt nicht zu schnell, dann müssens die arbeit, die sie dem verleiher durch den strafzettel machen auch nicht bezahlen...

autofahrer können ruhig brennen ...

... verpesten nur meine luft.

nur 2 rote?

dabei wars doch ein angriff auf die heilige kuh ...

... i dissapoint standard-forum!

now thats more like it :D

Halter?

Bekommt den Strafzettel nicht der Zulassungsinhaber?

19,50 als Bearbeitungsgebühr für Anonymverfügungen, die naturgemäß der Halter des Fahrzeugs zugestellt bekommt, find ich jetzt aber halb so wild...

Dreist ist auch der "Auslandszuschlag" in der EU.

Im offenen und vereinten Europa eigentlich nicht mehr gerechtfertigt. Mittlerweile sind Ungarn und die Tschechische Republik, etc. auch nicht risikoreicher als Österreich oder Deutschland.

...wohl noch nie konakt mit einem slowenischen

pickerl kontrollor gehabt, dagegen ist die rumänische polizei ein lercherl. pickerlrechnungen werden als gefällscht tituliert & und falls sie der slow. sprache mächtig sind bekommen sie noch mit wie sie auf´s rüdeste beschimpft werden und ihnen alle papiere abgenommen werden. alles korrekt gemacht und trotzdem der blöde... bye, bye slovenia, mit mir garantiert nie mehr. ein kommunistischer staat gansterstaat wie er im buche steht........

habe unlängst bei sixt einen honda accord gebucht und da war insassenunfall, kasko ohne selbstbehalt und zusatzfahrer automatisch im preis inbegriffen. ein bisschen vergleichen hilft, gute angebote gibts häufig.

Vielleicht weils ein Honda war?

Hab schon länger keinen Mietwagen mehr gefahren, von dem her kann ich die Schimpftriade oben nicht ganz nachvollziehen - hab auch schon den einen oder anderen Wagen in wenig atemberaubendem Zustand (ein Totalschaden war auch dabei) zurückgegeben - Versicherung sei dank.
Das teuerste war bisher ein fast leerer Tank, weil ich sonst den Flieger verpaßt hätte.

der honda war aber ok, ganz neu, 160ps diesel, gut ausgestattet, jetzt nicht das fahrzeug was ich besitzen will aber auch nix groß zu motzen.

ad schimpftiraden: ich hab andererseits auch schon erlebt dass in deutschland im tiefsten winter extrageld für winterreifen genommen wurde. ist aber schon ein paar jahre her.

Kultur

In letzter Zeit hat sich eine regelrechte Abkassier-Kultur entwickelt. Geld einzunehmen, ohne dafür eine Gegenleistung zu erbringen, kommt immer mehr in Mode, mit klingenden Namen wie "Parkraumbewirtschaftung", "Seuchenvorsorgeabgabe", "Servicepauschale" oder "Manipulationsgebühr" wird dem Bürger das Geld aus der Tasche gezogen, natürlich ist alles "gesetzlich gedeckt". Der richtige Name dafür wäre allerdings "Obszönität"!

raubritterei

wie im tiefsten mittelalter...

am liebsten hab ich die shopping-kanäle im fernsehen: "und wenn sie sofort anrufen, schenken wir ihnen ein zweites XY gratis dazu - gegen eine kleine bearbeitungsgebühr von..."

das mit den Winterreifen ist aber erst besser seit der Winterausrüstungspflicht. Vorher war das jedesmal ein Verhandeln .
Derzeit nervt noch der Scheibenwischwassertank der auch wenigstens HALB voll sein sollte (was er selten ist) ist wenn geht mit Frostschutz bis -10 Grad (was er niemals ist)

Einer mehr für : Und wo´s woar mei Leistung ?

Zitat: "An die Wegelagerer, die es sich entlang der Mobilitätskette gemütlich eingerichtet haben, sind die p. t. Melkkühe schon gewöhnt. Was immer Autofahrer begehren, es kostet. An der Autobahn wird sowieso für jeden Furz die Hand aufgehalten."

Was soll das für ein Artikel sein? Und siehe da, er stammt von Fr. Ungerböck, der Anti-ÖBB-Beauftragten des Standard, die offensichtlich wirklich nur mit dem Auto fährt.

Mit Autofahrern, die andere gefährden habe Ich wenig Mitleid. Als Radfahrer ist man an Bedrängnisse durch Autofahrer gewöhnt, mir ist glücklicherwiese nie etwas ernstes passiert, auch nicht, als mich ein Ignorant bergab beim Überholen auf den Gehsteig stieß.

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