Feindbild Automobil (II)

3. Juli 2011, 17:06
  • Radeln statt Rasen. Hohe Geschwindigkeiten waren Anfangs Radfahrerprivileg.
Foto: Alfred Teske  / pixelio.de
    foto: alfred teske / pixelio.de

    Radeln statt Rasen. Hohe Geschwindigkeiten waren Anfangs Radfahrerprivileg.

    Foto: Alfred Teske / pixelio.de

Fahrrad- und Automobilfahrer waren einst Freunde. Die Freundschaft hatte ein Ende, als das Auto dem Rad davonfuhr

Bis zur vorletzten Jahrhundertwende wurde das Automobil wohl kaum mit hoher Geschwindigkeit in Verbindung gebracht. Verkehr im öffentlichen Raum spielte sich im Wesentlichen bei Schrittgeschwindigkeit ab. Selbst wild dahingaloppierende Reiter waren die Ausnahme. In Großbritannien etwa durften Dampfwagen von 1865 bis 1896 nur im Schritttempo unterwegs sein. Ein Mann musste mit einer roten Fahne vorausgehen, um vor dem schwerfälligen Mobil zu warnen (Red Flag Act). Die hohe Unfallrate mit damals schon erschreckenden Todeszahlen hatten die Restriktion ausgelöst, hinter der auch die Lobbys der Pferdebesitzer und Eisenbahner standen.

Ein neues, viel höheres Geschwindigkeitsniveau wurde in jenen Tagen durch das Fahrrad salonfähig gemacht, das auch gleich einen erheblichen Teil der automobilen Faszination vorzeichnete. Das Wesen lag in der Leichtigkeit der Fortbewegung. Auch technisch bildeten die Komponenten des Fahrrads eine wichtige Basis für die Konstruktion der ersten Automobile.

So wie das Auto wurde schon vorher das Fahrrad zunächst nicht als ernsthaftes Verkehrsmittel wahrgenommen, sondern eher als Störfaktor im gemächlichen Miteinander von Fußgängern und Pferdefuhrwerken. Freizeit und Sport heizten die Bedeutung der "schnelleren" Verkehrsmittel an. Mit dem Begriff Nützlichkeit wurden beide zwecks besserer Akzeptanz erst später aufgeladen. So bildeten auch Radfahrer und Autofahrer zuerst gemeinsame Interessenverbände - und wurden erst zu Gegnern, als das Auto dem Rad davonfuhr. (Rudolf Skarics/DER STANDARD/Automobil/01.07.2011)

Share if you care
Posting 1 bis 25 von 103
1 2 3
Das Auto ist nur dort schnell, wo es auch kann

Denn so oft ich auch in Wien unterwegs bin (und das bin ich meistens in der Früh und am Nachmittag) war ich mit meinem Rad fast immer gleich schnell bzw sogar schneller als mit dem Auto.
Bzw einen großen Vorteil, den ich als Radfahrer genieße: gleiche Strecken kann ich immer in gleicher Zeit zurücklegen, weil ich durch die fehlenden Staus und/oder Parkplatzsuche zeitlich nie zurückgeworfen werde. So komme ich auch zu Geschäftsterminen stets pünktlich!

wenn man als radfahrer nicht vorausdenkend unterwegs ist

wird man im schnitt 10x von einem autofahrer niedergestreckt

warum sollte ein fahrrad für gehirnamputierte tauglich sein ?

vorausschauendes handeln ist in allen verkehrslagen notwendig, der zuwiderhandelnde rest macht eben darwin alle ehre.

GERECHTIGKEIT für ALLE !

Montag und Dienstag:
LKW haben uneingeschränkte Vorfahrt
Mittwoch u. Donnerstag:
PKW haben uneingeschränkte Vorfahrt
Freitag und Samstag:
BIKES haben uneingeschränkte Vorfahrt
Sonntag und Feiertag:
RAD und GEHER haben das alleinige Bewegungsrecht.

Alle kommen mal dran.

Genau, Gerechtigkeit für alle. Alle mehrspurigen Straßen werden gerecht aufgeteilt, zB eine 4spurige Straße: 2 Spuren ausschließlich für Autos, 2 Spuren ausschließlich für Radfahrer. DAS wäre dann fair.

nachdem das erwartbare ge-bashe zwischen radlern und autofahrern bald wieder losgeht: ein hilfreicher link: http://derstandard.at/130867989... en-umgehen

will man schnell mit dem rad ans ziel kommen, geht das eh nur, wenn man sich von den autos geschickt fernhält. dazu muss man aber auch 3fach aufpassen und 3fach mitdenken.
klingelnde radfahrer sind das letzte :)

Fernhalten is ein bisserl schwierig auf der strasse, oder ?
Je naeher man hintendran is umso besser is uebrigens der windschatten. Am schoensten ists uebrigens hinter SUVs ;)
Jedesmal klingeln stirbt ein kleines katzerl, oder warum soll das schlimm sein ?

Das Klingeln...

...stört den Musikgenuss im Auto ;)

Ich find die Ironie super. Warum da rot kriegst?

Dabei klingt mei glockerl so schoen wie a triangel

Verwechslungsgefahr!

Oder die die Verwechslungsgefahr mit der "bösen Bim"!

Na wenn die bim in deine ohrn schoen klingt..
Als radler mit der verwechselt werden is sicher kein nachteil :)

Ich versteh ja echt nicht, warum Autofahrer, die nie radfahren glauben, dass Radfahrer auch nie autofahren.
Meine Erfahrung ist anders. Quasi jeder Alltagsradfahrer, den ich kenne, fährt auch Auto, teilweise sogar recht oft und viel.

Das Gegeneinander entsteht fast ausschließlich auf Seiten der Nur- Autofahrer, die nur eine Seite kennen und daher die andere nicht verstehen (wollen/können).
Das Rad ist nunmal in der Stadt nicht selten das flotteste und praktischste Verkehrsmittel- davon profitieren ja auch Autofahrer, da ein Rad weniger Platz wegnimmt, weniger im Weg ist usw..

Kein Radfahrer nimmt es persönlich, wenn er vom schnellerem Auto überholt wird- aber viele Autofahrer sind sauer, wenn man an der Kreuzung an ihnen vorbeiradelt.

zusammengefasst...

(mehrheitlich) menschen mit führerschein sind nicht fähig, am fahrrad die grundsätze der stvo zu beachten ?

passt - fahrräder und führerscheine weg, das thema ist gelöst. wenn doch öfter so weise einwürfe wie der ihre passierten...

Das funktioniert halt alles nur so lange Parkplätze vorhanden sind, damit man das Auto abstellen und aufs Rad umsteigen kann. Nachdem die meist grüne Radler-Lobby aber ein grundsätzliches irrationales Problem mit Autos hat und im blindwütigen Fanatismus jegliche Lösung ablehnt, werden selbst Leute wie ich, die einige 1000km pro Jahr mit dem Rad fahren, nicht auf deren Propaganda aufsteigen.

Das hat alles nichts mit Rad vs. Auto zu tun, sondern mit der Fanatismus vs. Lösungsorientierung.

das problem ist nicht irrational sondern täglich auf wiens straßen sichtbar.

verbunden mit erkenntnissen aus anderen großstädten europas (NL,BE,DK), entwickelt sich die einsicht, dass ein auto in der stadt größtenteils unnötig ist und deren gebrauch primär der mobilität im wege steht als diese zu fördern.

daraus läßt sich anhand des einfachen prinzipes von angebot und nachfrage schließen:
- je mehr parkplätze/garagen, desto einfacher der autogebrauch, also schlecht
- je mehr straßen für autos, desto einfacher der autogebrauch, also schlecht
- je mehr fahrradinfrasturktur, desto einfacher der fahrradgebrauch, also gut.

noch fragen?
und bitte nicht mit der topografie kommen! vorarlberg hat einen höheren fahrradanteil als wien!

Lass es mich noch buchstabieren:
Wenn du Rad fahrst, lässt du dein Auto einfach stehen, brauchst also nicht über Parkplatzsuche jammern.

Lassen Sie es sich vorsingen:
Wo lass ichs denn stehen, lieber trollvottel, lieber trollvottel, wo lass ichs denn stehen, lieber trollvottel, ja wo?

a) Wenn du in der Stadt lebst, dann stellst deine Karre zB in die Tiefgarage oder auf einen Parkplatz.

b) Wennst am Land lebst, dann lasst deine Karre in der Garage, fahrst mit dem Radl zum Bahnhof, fährst mit Bahn (und nimmst das Fahrrad gleichzeitig mit! das geht!) in die Stadt und schwingst dich aufs Radl.

c) Solltest du einer der Speckgürtelwappler sein, die erst mit einem fetten SUV in die Stadt glühen und dann dort die letzten 20 Meter mit dem Faltrad fahren: Bitte bezeichne dich nicht als "Radfahrer".

is scho gut

kannst ja nix dafür. reicht hatl nicht für mehr.

Es ist lächerlich, wenn offensichtliche Autonarren von sich behaupten, sie würden ja sooo viel Rad fahren.

die interpretation des radfahrers ist dann, wie hier oft zu lesen, ha ich bin so super schnell und der autofahrer ist ur sauer weil wer anderer schneller ist.
unsinn.
würde sich der radfahrer von der ampel weg in die arbeit oder ins MQ beamen würd das keinen stören. das nervige ist, ein und denselben radler 10x überholen zu müssen.
was natürlich keine rechtfertigung für aggressives fahrverhalten ist.

motorradfahrer drängen sich auch oft vor, da störts aber keinen, weil die stehen nicht nachher wieder im weg rum.

blöd halt, dass die straße nicht nur den autofahrerInnen gehört, sondern ALLEN verkehrsteilnehmerInnen. wenn sie die österr. straßen benützen wollen, müssen sie schon akzeptieren, andere verkehrsteilnehmerInnen überholen zu müssen, auch öfters.

denn warum sollte ich mich als radfahrer von autos vollstinken lassen? natürlich steh ich knapp vor die rote ampel, dann krieg ich wenigstens ein bißchen luft.

Posting 1 bis 25 von 103
1 2 3

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.