Einserkastl RAU

Aula - Dreck und Watschen

30. Juni 2011, 18:18

Dem Dreck kann man keine Watschen geben, lautet ein alter Wiener Spruch. Aber NS-Dreck kann man verfolgen

Um so eine widerliche und hinterfotzige Nazi-Verteidigung zu lesen, muss man die Aula zur Hand nehmen, das Ideologieblatt der FPÖ-Nahen (allerdings unbedingt mit Handschuhen und Nasenklemme). Ein Autor namens F. Duswald verbreitet sich unter dem Riesentitel "Lügt Klüger?" über die Feier im Parlament anlässlich der Befreiung des KZ Mauthausen, bei der die weltbekannte Autorin und Auschwitz-Überlebende Ruth Klüger ("Weiter leben") sprach.

Zunächst behauptet der Autor, nach der Befreiung hätten "40.000 überwiegend kriminelle Elemente" in der Umgebung "Angst und Schrecken" verbreitet. Wer in Mauthausen und anderen KZs war, war ein "kriminelles Element", freilich nur nach NS-Maßstäben. Der Aula-Autor stellt dann Ruth Klüger als Lügnerin hin, weil in einem Gedicht, das sie über Auschwitz schrieb, Rauchfänge mit Flammen vorkommen. Daran schließt sich eine "technische Beweisführung", die an die berühmten "Es gab keine Gaskammern"-Abhandlungen von Holocaust-Leugnern erinnert: "Die Verbrennung im Krema (sic!) erfolgt total staub- und geruchsfrei."

Schließlich schreibt Duswald noch, dass Anne Frank (auf die sich Klüger bezog) "nicht ermordet, sondern im Lager Belsen von einer Typhus-Epidemie dahingerafft wurde". Dem Dreck kann man keine Watschen geben, lautet ein alter Wiener Spruch. Aber NS-Dreck kann man verfolgen.(Hans Rauscher, DER STANDARD, 1.7.2011)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 75
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MOAN
42

ich bin soo betroffen

zkk
 
52
wann kapiert es endlich auch ein herr rauscher.

mit der na.zi-keule wird kein einziger fpö-wähler vom wählen dieser partei abgebracht, im gegenteil, 66 jahre nach kriegsende interessiert die mehrheit der ö bevölkerung das na.zi-thema max. als historische gegebenheit, jedoch viel mehr die tagespolitik.

auch wenn dieses posting vielleicht nicht freigeschaltet wird (gerade bei diesem thema darf ja nichts gegen den linken mainstream geschrieben werden), so entspricht es halt den fakten, dass das na.zi-gespenst kein argument gegen die fpö ist, sondern eher zu solidarität mit dieser führt.

widerliche meinungen muss ein demokratie aushalten, herr rauscher darf ja auch andere menschen als "dreck" bezeichnen und auf "watschen" für diese hoffen ... natürlich nur im übertragenen sinne ... ^^

mr. igor coolcat
00

also, lesen und dann die goschn halten

schwechater
10

dIE Spuren von Dreck sind gut ersichtlich..

Heinz Anderle
 
11
Ich sehe mir die etwa 25 Jahre alten Deix-Karikaturen...

... zu dem Thema an und denke mir: "Und so etwas sitzt heute - im Hohen Haus?"

Wenn wir solche Schmißbacken und Arischgesichter (Karl Kraus) in Carraramarmor gehauen in Wien auf dem Mexikoplatz [ebendort!] aufstellen, werden wir sie vielleicht in Stein an der Donau sehen können...

Dr. Heinz Anderle, angeekelter Freigeist

FalscherProphet
22
Jetzt wäre ein offener Brief an den FPÖ-Versteher

Michael Spindelegger fällig - von Seite Journalisten:

"Sehr geehrter Herr Vizekanzler Spindelegger,

wie sollen wir überkritischen Journalisten nun mit den neuesten Indizien der NS-Nähe von FPÖ Medien umgehen?

a) Gar nicht darüber berichten - das wirft ein schlechtes Licht auf die von Ihnen als nächstes angestrebte Koalition.

b) Die Schuld dieser Aula-Schmierereien im Journalismus generell suchen - schließlich sind dort auch Leute die sich Journalisten schimpfen tätig.

c) Der FPÖ überhaupt keine fiesen Fragen mehr stellen - und schon gar nicht außerhalb Österreichs.

Wir danken Ihnen im Voraus für Ihre Expertise zum Thema 'ÖVP Verhaltenskodex für Journalisten', der wir natürlich gerne Folge leisten.

Gezeichnet . . . . . . . . . ."

ricko
11
Ja, das Umfeld der FPÖ ist Dreck. Welch Erkenntnis. Aber

sollte das jedem Wähler Österreichs bewusst werden, was wird dann geschehen? Die Frage samt deren Antwort ist realistisch und wahr:

Mangels Alternativen (Es gibt tatsächlich keine) wird ein Teil zu den Nichtwählern wandern (ich heiße diejenigen herzlichst willkommen), ein anderer, großer Teil wird opportunistisch lieber 'die rechte Krout' schlucken und sich weiter bez ultrarechts desensibilisieren.

So weit konnte es nur durch das Totalversagen der etablierten Parteien kommen, gewürzt durch eine scheinbar realsorgenfreie, gendernde Opposition.

FalscherProphet
01
Natürlich GÄBE es eine Alternative

für jene sich vor Ausländern und EU fürchtenden Leute:

Das BZÖ.

Diese Partei positioniert sich zwar mehr oder weniger offen neoliberal -
aber dies ist doch gegenüber der FPÖ als weiterer Vorteil zu werten -
fährt die FPÖ doch ebenfalls einen neoliberalen Kurs - steht aber nicht einmal DAZU.
(Die FPÖ sprach sich beispielsweise gegen eine Mindestsicherung aus - mit dem primitiven Argument, dass Diese den "Ausländern" ja auch zu Gute käme - na dann natürlich lieber für niemandem im Lande eine Mindestsicherung...)

Nicht, dass ich persönlich dem BZÖ irgendetwas an deren Linie abgewinnen könnte - außer deren deutlichere (wenn auch nicht vollständige) Distanzierung vom Rechtsextremismus.

Nathaniel Winerib
22

"Nicht, dass ich persönlich dem BZÖ irgendetwas an deren Linie abgewinnen könnte"

Wir wissen eh, dass du ein Anhänger der Milliyetçi Çalisma Partis (Türkiye Cumhuriyeti) bist.

FalscherProphet
21
Jetzt seien'S doch nicht gleich eingeschnappt, FPÖ-Winerieb.

Nur weil man ZURECHT auf Ihr Verständnis für den Neonatsi Gottfried Küssel hinweist:

http://derstandard.at/plink/129... 8/19307760

(Interessiert sich eigentlich schon der Verfassungsschutz für Sie, Mister Winerib?

Falls nicht, sollte man selbigem eventuell einen Tipp geben -
denn das Küssel-Milieu ist definitiv nicht schützenswert.)

Nathaniel Winerib
10

Allahu ajakbar!

witherabbitt
 
16

Wer in der Aula schreibt, ist weder ein »Wutbürger«, der sich gegen »die das oben« nicht mehr zu wehren weiß, und mit Geschichte nichts zu tun habe will, oder ein dummer Skinhead, der die Provokation maximieren will.

Das ist eine Folge von Schwarz-Blau und der Feigheit von Schwarz-Rot. Wer Figuren wie Martin Graf zum Parlamentspräsidenten macht, darf sich über Duswalds, Winters u. Sabatisch-Wolffs nicht wundern. Man nehme sich ein Beispiel an den Steirern, und ziehe gemeinsam die Konsequenzen, anstatt sich wechselseitig an Anbiederung zu überbieten. Dieses Blatt tritt regelmäßig einschlägig hervor, und gehört mit ausführlicher Begründung unter Miteinbeziehung der FPÖ verboten! Bin gespannt wer aller die Verteidtigungsreden halten wird.

mika33
121
Ja schon, aber was hat die Aula jetzt wirklich mit der FPÖ zu tun?

Also außer dass sie teilweise der gleichen Ideologie zugeordnet werden?
Jörg Haider hat sich ja damals schon vor ca. 20 Jahren von dieser Zeitschrift distanziert.

Igor Eberhard
Igor Eberhard
02

schaun sie sich mal das aktuelle Aula-Cover ab. Titel: Hatschi... Titelthemen: alle FP dies, FP das.
Was das mit Hatschi zu tun hat? Alles.
Und der gute Haider hat sich doch auch von allem und jeden schon mal distanziert...

laurelundhardy
02
''Das freiheitliche Magazin'' - steht im Titel:

http://www.dieaula.at

hflock
40

Nicht dass ich jetzt die Aula verteidigen will; aber wenn ich eine Zeitung gründe und sie "Das sozialdemokratische Magazin" nenne, ist sie dann automatisch SPÖ-nahe?

hflock
40

Nicht dass ich jetzt die Aula verteidigen will; aber wenn ich eine Zeitung gründe und sie "Das sozialdemokratische Magazin" nenne, ist sie dann automatisch SPÖ-nahe?

erkelteter tiger
06
lächerlich

medieninhaber sind die freiheitlichen "akademiker" verbände

roterbruder1
06

ich resigniere in diesem zusammenhang schon lange. du kannst mit f-wählern diskutieren wie du willt, ihnen ist das braue gerülpse aber sowas von wurscht bzw. lesen die solche dinge überhaupt nicht und/oder können damit nichts anfangen. das ist leider die traurige wirklichkeit. nichtsdestotrotz gehört der autor dieses scheissdrecks vor den kadi.

aisa
101
Danke

Lieber Rau, Dank Ihnen wissen wirs jetzt alle. Wer hätte schon die "Aula" gelesen oder gekannt ? Ich frag mich schon länger, ob nicht gerade diese Berichterstattung, genau jenen hilft, über die man sich gerne (und zu Recht) aufregt. Wem hilft der Hinweis, dass die FPÖ eine der Naziideologie freundliche Partei ist, mehr als der FPÖ ?

knuuuut
05

ahso?
nur nicht aufklären, alles unter dem teppich lassen, damit die protestwähler, die auf ihre parteien angfressen sind nur ja nicht wissen, wen sie da in ihrer verständlichen wut wählen?

Oh my God !
00

sie meinen ein "Aula-Exemplar" als Wochenendbeilage im Standard hilft der Aufklärung ;-)

knuuuut
01

nein.

.MS.
06
Ich den allermeisten FPÖ-Wählern ist die Ideologie wohl tatsächlich blunzn

Aber es soll schon Klarheit darüber herrschen wen sie da wählen und womit sie sich einverstanden erklären.

laurelundhardy
11
1 Zwischenposition, lückenhaft, kein Fazit, keine Lösung:

1) Auch ganz einfache, bildungsferne Menschen brauchen eine politische Vertretung. Sprachlich, argumentativ wird das aber nicht die ''feine Klinge'' sein können. Diese Vertretung ist unnötigerweise ''braun''

2) Ich kenne Leute, die Ute Bock tatkräftig unterstützen. Für 2-3 Stunden die Woche. Das finde ich toll, ich ziehe ehrlich den Hut!

3) An sich mag ich den Klang von afrikanischen Dialekten. Aber nicht regelmässig um 2 Uhr morgens quer über den Innenhof. Oder tagsüber, in einer Lautstärke, bei der auch geschlossene Fenster nicht helfen.

4) ''Grüne'', denen ich mich weltanschaulich nahe fühle, wohnen hier nicht. Meine Nachbarn sind ''Ausländer''. Oder ''Inländer'', die, so bald sie es sich leisten können, wieder ausziehen.

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