AK vermutet Preisabsprache bei Servicepauschalen

30. Juni 2011, 16:19

Regulator und AK üben massive Kritik an Service- und SIM-Pauschalen

Jährliche Entgelte mit Namen wie "Internetservicepauschale" oder "SIM-Pauschale" in der Höhe von 15 bis 20 Euro verärgern immer mehr heimische Internet- und Mobilfunk-Kunden. Diese Gebühren sind rechtlich zulässig, stoßen aber der Telekom-Regulierungsbehörde RTR und der Arbeiterkammer in Aussendungen sauer auf. "Die Preistransparenz leidet darunter", so RTR-Geschäftsführer Georg Serentschy. "Es gibt kaum Alternativen. Das sieht nach Preisabsprachen aus", sagt Manfred Neubauer von der Arbeiterkammer Niederösterreich (AKNÖ).

"Vergleich der Angebote wird immer schwieriger"

"Die Kunden werden dadurch mit immer komplexeren Tarifmodellen konfrontiert, ein Vergleich der Angebote wird immer schwieriger", so Serentschy. Der Betreiber müsse aber den Kunden jedenfalls "aktiv" informieren, eine Verschleierung im Kleingedruckten sei rechtlich nicht in Ordnung. "Wenn der Kunde die Pauschale nicht akzeptiert, raten wir, das Kündigungsrecht wahrzunehmen und zu einem Betreiber zu wechseln, der dieses Entgelt nicht einhebt", so Serentschy.

Für die AK ist mit einer Kündigung das Problem der Internet-Bezieher aber nicht vorbei. "Dem Kunden bleiben mittlerweile kaum Alternativen übrig, ihren Anbieter zu wechseln", so Neubauer. Es sei bemerkenswert, dass die Anbieter die Internetpauschale nahezu zeitgleich und in ähnlicher Höhe einführen. "Das sieht nach Preisabsprachen aus. Das sollte die Bundeswettbewerbsbehörde unter die Lupe nehmen", so der Konsumentenschützer.

Branchentrend

"Wir folgen mit der Einführung einer Servicepauschale einem allgemeinen Branchentrend", so "3"-Unternehmenssprecherin Marietheres Paul zur APA. Die neue Gebühr werde nur bei Neukunden oder im Falle einer Vertragsverlängerung schlagend. Seit zwei Tagen gelte sie für diverse Handy- und Internettarife und werde transparent ausgewiesen. Diese Kunden hätten entgegen diversen Medienberichten "kein außerordentliches Kündigungsrecht", so Paul weiter.

Vonseiten der Provider wird die neue Gebühr als pauschale Abgeltung von Netzausbau und bis dato zahlungspflichtigen Services vermarktet. Leistungen wie eine Technik-Hotline, eine Wunschrufnummer, der Ersatz einer kaputten oder verlorenen SIM-Karte oder mehr E-Mail-Speicherplatz seien damit abgegolten.

Die AK kritisiert dieses Vorgehen: "Das sind meist einmalige Kosten. Die Servicepauschale wird aber jährlich fällig", so Neubauer.

Keine Preisabsprachen?

Auch Orange, eine Tochter der France Telekom, spielt mit dem Gedanken, eine "Servicepauschale" einzuführen. Den Verdacht, es könnte diesbezügliche Absprachen zwischen den österreichischen Mobilfunkbetreibern geben, weist Orange-Chef Michael Krammer vehement zurück. Man beobachte lediglich den Markt und reagiere auf die Mitbewerber. Als die Branche jahrelang und kontinuierlich die Preise gesenkt habe, habe niemand das Wort Absprachen in den Mund genommen, so Krammer. "Wir sind die einzige Branche, die in den letzten Jahren gnadenlosen Wettbewerb gelebt hat", sagte Krammer im Gespräch mit der APA. Die Mobilfunkpreise seien in den vergangenen Jahren durchschnittlich um 8,6 Prozent pro Jahr gesunken. Gleichzeitig seien die Leistungen erweitert worden bzw. komplexer geworden. "Vor fünf Jahren gab es das Thema Smartphone noch nicht." Damals habe ein Kundenanruf etwa 2 Minuten gedauert, heute seien die technischen Fragen komplexer und ein Anruf dauere durchschnittlich fast vier Minuten. (APA)

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Posting 1 bis 25 von 102
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Phoenixx
 
21
11.7.2011, 22:28
Wacht auf!

Preissturz nach unten ist zu Ende - Das Ende der Leiter ist erreicht. Alle Preise gehen nach oben, auch die der Telekomunikation - ist doch logisch, Essen teurer um 10, 20, 30% - der Rest folgt nach.

Phoenixx
 
21
11.7.2011, 22:23
Was erwartet Ihr?

Jeder Anbieter beobachtet seinen Mitbewerb.
Macht der einen Schritt - macht der andere mit!
Das ist doch keine Absprache. Verfolgt mal die zeitlichen Abläufe der Erhöhungen.
Ihr seid doch alles studierte Leute (oder?)

Ah Ha
10
So geht man mit kunden nicht um

Erst Telekom, dann A1: Beim Wechsel wurde gleich einmal auf die elektronische Rechnungszusendung vergessen. Wie ein Wunder war auch auch das Rechnungsportal gestört. Nun bekomme ich die Rechnung schriftlich und da steht plötzlich etwas von Servicepauschale! Eh klar man erinnere sich an den Slogan der Telekom: "<Tarif> .... ein Leben lang".

Nachtrag;
Oh Wunder !!! gleichzeitig, haben die anderen Anbieter das auch gemacht

Mein Fazit:

<<< Kein A1 mehr - Ein Leben lang !!! >>>

...Selbst wenn ich mehr zahlen müsste....
... muss ich aber nicht ....

Hans Dampfff
00

Telekomanbieter, Versicherungen, Banken
= 3x *würg*

Herbert trinkt das nicht
00
"AK vermutet Preisabsprache bei Servicepauschalen"

Die Arbeiterkammer sollte liebe echte Preisabsprachen finden. Die Preise in diesem Bereich gehen ja ohnehin immer weiter runter. Bei einer Absprache wären die Preise eher hoch und konstant.
Man braucht ja nur mal nach Deutschland schauen. Dort zahlt man für Handyverträge um einiges mehr....

Super-Zyniker
00
18.7.2011, 15:17

@Herbert trinkt das nicht

> nach Deutschland schauen. Dort zahlt man für
> Handyverträge um einiges mehr....

Das ist aber schon lange nicht mehr so.
Inzwischen kann Deutschland handytarifmäßig durhc aus mit Österreich mithalten.
"Drüben" gibt es übrigens echte Flatrates (in bestimmte Netze oder - natürlich dann teurer - auch in alle Netze) und nicht nur die hier üblichen "1000 Minuten, dann Mondpreise" Tarife.
Allerdings kann man die deutschen Tarife nicht 1:1 mit den österreichischen vergleichen und somit hält sich leider das Märchen von den (früher einmal) teuren Tarifen.

Andrian Susu
01
verkehrter wettbewerb … die markbeherrschenden firmen heben nach belieben unisono den preis an

selbst wenn es nicht abgesprochen ist, dann ist es doch ein kartell und sollte in brüssel behandelt und bestraft werden.

abc-leopatra
20
Wenn das ein Kartell sein sollen, dann ist aber so gut wie jedes Business ein Kartell

Ich kenne zumindest kein Geschäft, welches die Preise der Konkurrenz ignoriert. Selbst ein kleines Fotoatelier schaut wie die Preispolitik seiner Kollegen ist...

Ah Ha
11
Kann es sein

Dass ab-cleopatra von der Telekom bezahlt wird.

Ich würde einmal vermuten:
Eine Kartellklage käme den Telekoms

_s_a_u_t_e_u_e_r.

Wäre doch schlimm wenn da jetzt öffentlicher Druck aufkommen würde ....

Ah Ha
00
Kann es sein

feider70
10

Ad. Preisabsprache: Hier haben zwar mehrere Betreiber eine Gebühr eingeführt, dass bedeutet aber nicht immer gleich zwingend "Absprache".
Die Neuheiten werden ja immer auf der RTR Homepage unter rtr.at angezeigt - klar dass sich da Trends herausbilden. Kann mir nicht vorstellen dass die Fachjuristen hier eine kartellrechtliche Absprache ausmachen.

hm_robert
00
Ausserdem RTR

Es werden die Neuheiten auf der RTR Website unter rtr.at angezeigt und deshalb hat jeder Betreiber Einsicht, was der Mitbewerb bringt.

abc-leopatra
11

In meinen Augen ist das auch keine Absprache. Es ist doch immer so, dass die Anbieter bei der Preisgestaltung und dem Service aufeinander reagieren.

Bietet der eine ein bestimmtes Paket an, bietet der andere ein ähnliches Paket an. Geht der eine mit dem Preis runter, gehen die anderen auch runter. Geht jemand mit dem Preis rauf, gehen die anderen auch mit dem Preis rauf. Der Markt bestimmt das Angebot

Andrian Susu
01
das was sie beschreiben klingt aber trotzdem wie preisabsprache

… wir großen ziehen einfach immer alles gleich, dann traut sich keiner zu kündigen.

ich würde eher das handelsgericht einschalten und alle verträge die jetzt einseitig gebrochen als nichtig erklären lassen.

so hätten zwar viele plötzlich kein internet, aber sie würden sich überlegen wo sie wieder unterschreiben

einmalzwei
00

das würd i auch sagen: was is sonst mit der gleichzeitigen Spritpreiserhöhung der heimischen Tankstellenbetreiber?

C64 Fanboy
10

Wie eine Preisabsprache schaut das für mich nicht aus. A1 hat ganz einfach den Preis erhöht und Drei ist nachgezogen.

hm_robert
00

Klingt sehr realistisch. So funktioniert doch unser Markt - oder.

Herbert trinkt das nicht
00
Hat nicht UPC damit begonnen?

C64 Fanboy
00

Nein, das war aon bzw. A1. Die anderen sind nachgezogen.

the_kl
00

Genau genommen war es die Telekom die damit angefangen hat; A1 heißt der Club noch nicht so lange.

Laughing Magician
00

ui!

vermutet preisabsprachen?

ein schelm ist, wer schelmisches denkt.

Lilith Boessse
 
00
"... in den letzten jahren gnadenlos wettbewerb ..."

und die kunden zahlen das jetzt?

auch nicht schlecht!

Daniel_H
00
Die Kunden haben vom Wettbewerb teils auch profitiert...

Im Gegensatz zu meinen Miet-, Versicherungs-, Lebensmittel- und Benzinkosten waren die Handytarife in Österreich die einzigen Kosten die gegen dem Trend immer günstiger geworden sind.
Mich hat es letztens fast vom Hocker gehaut wie mir ein Freund aus Deutschland erzählt hat was er für sein Handy zahlt. Auch ein iPhone Vertrag in der USA ist ungleich teurer als bei uns in Österreich.

buena1vista1
00
Vermutet!

Wer 1+1 zusammenzählen kann!?

peace & love
10
tele2 ...

... hat nach kündigungsdrohung einen tarif angeboten, der insgesamt etwa 8 euro weniger pro monat kostet, bei vergleichbarer leistung.

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