Grüne Gentechnik

Worüber wird eigentlich gestritten?

Leser-Kommentar | 4. Juli 2011, 20:25

Die Debatte um den Einsatz von Gentechnik in der Landwirtschaft wird - gerade auch in Österreich - mittlerweile seit Jahrzehnten intensiv, kontrovers und emotional geführt

Bei den Diskussionen über die Grüne Gentechnik stellt sich die Frage: Worüber wird tatsächlich gestritten? Wie lässt sich der immer mehr ausufernde Konflikt strukturieren? Und welche Schlussfolgerungen sind daraus hinsichtlich eines (un?)möglichen Konsens zu ziehen?

Die folgende Online-Präsentation versucht sich - ausgehend von einer Inhaltsanalyse gentechnikkritischer Informationsbroschüren - diesen Fragen zu nähern. Die Strukturierung und Einordnung der Argumente soll dabei einer Versachlichung der Debatte dienen.

Online-Präsentation: "Konfliktwolke Grüne Gentechnik"

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Autor

Christian Dürnberger studierte Philosophie an der Universität Wien und ist gegenwärtig wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Hochschule für Philosophie München und am Institut TTN an der LMU. Die Präsentation entstand im Rahmen seiner Arbeit zur ethischen Begleitforschung des Bayerischen Forschungsverbundes ForPlanta.

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22 Postings
yomo
01

übersichtliche darstellung, die für mich aufschlussreich ist (hätte z.B. intuitiv das gewicht religiös-metaphysischer überzeugungen stärker eingeschätzt).

dass die studie für forplanta ist, steht offen da und sagt nichts über die stringenz der arbeit. und dass auf einer metaebene der diskurs über grüne gentechnick analysiert wurde, scheint mir insofern sinnvoll, als die normative bewertung von argumenten ein wissen darüber voraussetzt, was überhaupt als relevant gilt - sonst wärs der vielzitierte elfenbeinturm, wo 'an sich' geklärt wird, was 'an sich' gilt, ohne bezug zu fragen oder problemen in der welt 'da draußen'.

her wig
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Auch komisch dass da nur die Gegenargumente analysiert wurden. Sollen die etwa "umgestaltet" werden, oder wozu braucht man das sonst? Wieso nicht die Dafürargumente?

Dyrn
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Darauf habe ich versucht, in der Präsentation hinzuweisen: Meiner Überzeugung nach wäre es ebenso interessant, die Argumente der Befürworter zu kategorisieren, jedoch: Ich musste mich ob der Begrenztheit zeitlicher Ressourcen auf einen Bereich festlegen und habe mich für jenes Material entschieden, das mir leichter zugänglich war. Was Sie mit „umgestaltet“ meinten, erschloss sich mir leider nicht.

Tom Schaffer
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weil das forschungsprojekt dann vermutlich zu groß würde. steht eh auf einer der ersten folien, dass man sich auch die befürworter ansehen müsste.

Idefix der zweite
 
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Hmm - jetzt habe ich mir die Präsentation angeschaut, und bin so klug als wie zuvor.

Dyrn
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Erstens: Ohne zu kokettieren: Das kann durchaus daran liegen, dass Sie die Materie gedanklich – ohne eine Analyse zu brauchen – besser durchdrungen haben als ich, der ich eine brauchte. Zweitens, halte ich es bei einer Rekonstruktion der Debatte nicht für das schlechteste Zeichen, wenn der Leser sagt: „Jo eh“. Dann wurde der Konflikt klar aufgearbeitet. Drittens gibt es andere Schemata, mit denen man die Vielzahl an Argumenten, wie sie den Diskurs um die Gentechnik prägt, rekonstruieren könnte. Wenn Sie also eine kurze, prägnante Antwort auf die Frage haben: Worüber wird im Diskurs um die Grüne Gentechnik eigentlich gestritten, wo liegen Konsensmöglichkeiten, wo die kategorischen Argumente, bei denen keine Einigung in Sicht ist, lassen Sie

Dyrn
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es mich wissen. Sollte da noch stehen.

Robert Schein
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yup

anscheinend eine simple textanalyse (hab nach den ersten 10 folien aufgegeben), keine auseinandersetzung mit fachlichen inhalten

no na werde in infobroschüren sachverhalte auf schlagworte reduziert...

das weiß man aber auch ohne forschungsauftrag

Dyrn
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lieber herr schein, ich antworte Ihnen - Sie verzeihen - dasselbe wie Ihrem vorposter, aber Sie sind in diesem Punkt ja einer Meinung:

Erstens: Ohne zu kokettieren: Das kann durchaus daran liegen, dass Sie die Materie gedanklich – ohne eine Analyse zu brauchen – besser durchdrungen haben als ich, der ich eine brauchte. Zweitens, halte ich es bei einer Rekonstruktion der Debatte nicht für das schlechteste Zeichen, wenn der Leser sagt: „Jo eh“. Dann wurde der Konflikt klar aufgearbeitet. Drittens gibt es andere Schemata, mit denen man die Vielzahl an Argumenten, wie sie den Diskurs um die Gentechnik prägt, rekonstruieren könnte. Wenn Sie also eine kurze, prägnante Antwort auf die Frage haben: Worüber wird im Diskurs um die Grüne Gentechnik

Robert Schein
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sorry,

aber ich sehe nicht, welcher konflikt wie aufgearbeitet wurde. mag allerdings daran liegen, daß ich nach 10 folien, die nichts zur sache (argumente pro oder kontra gentechnik auf dem acker) sagten, das interesse verloren habe. sollte ich ihnen da also unrecht tun, nehme ich das auf meine kappe

worüber im diskurs über "grüne" gentechnik gestrirtten wird?

immer noch über dasselbe wie schon ganz zu anfang dieser ja nicht so neuen debatte:

wozu brauchen wir das überhaupt?

wer profitiert davon?

was sind die risiken?

warum sollten diejenigen die risiken tragen, die nicht davon profitieren?

übrigens das gleiche muster bei allen risikotechnologien, sie können anstatt "grüne gentechnik" auch "atomkraft" schreiben

Dyrn
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eigentlich gestritten, wo liegen Konsensmöglichkeiten, wo die kategorischen Argumente, bei denen keine Einigung in Sicht ist, lassen Sie es mich wissen.

hm tata
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pech gehabt,

das hier ist ein hochgeistiges forum, da muss man schon einen iq von über 100 haben, um mitlesen bzw. mitreden zu können ;(

pox vobiscum
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Und?
Wie geht der Autor auf die Risiken für Mensch und Umwelt ein?
Gar nicht.
Warum nicht?

Dyrn
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Liebe(r) pox vobiscum, allen Anschein nach konnte ich nicht deutlich machen, was die Ambition meiner kurzen Studie war. Es war nämlich nicht, dies versuchte ich in der Präsentation an mehreren Stellen klar zu machen, die Technologie zu diskutieren, sondern den Diskurs über die Technologie zu strukturieren. (Worin hierin die Relevanz liegt, ist für Menschen, die innerhalb dieser Debatte agieren offensichtlicher als für andere. Sie verzeihen, wenn ich das jetzt mal weglasse.)

Ergo: Ich behandle nicht die konkreten Risiken der Gentechnik. Und ich muss hierzu noch etwas wichtiges anmerken: Wenn Ihnen ein Geisteswissenschaftler (wie ich) mal die konkreten Risiken der Gentechnik, z.B. die Auswirkungen von gentechnisch veränderten Mais auf Nicht

Dyrn
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-Zielorganismen wie Wasserflöhe erklären möchte, sollten Sie ihn zurecht weisen, denn: Er überschreitet hier seine Kompetenzen. Hierfür gibt es Experten, die dafür ausgebildet wurden. Sprich: Ich halte es für wichtig, dass die Chancen und Risiken dieser Technologie präzise bestimmt werden... aber nicht von Geisteswissenschaftlern. (Jetzt können Sie sagen: Ja, aber was Sie machen, das versteh ich nicht und brauch ich auch nicht. Das ist hier gutes Recht. ;) Aber gerade viele Naturwissenschaftler und auch Gegner, die im Diskurs stehen, sind gegenteiliger Meinung.)

Deathflyer
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Weil das ned das Ziel der Studie war?

Robert Schein
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weil sein auftraggeber die forplanta ist

"Mit den neuesten Technologien und Verfahren der molekularen Gen- und Genomforschung wollen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler neue Mechanismen aufdecken, wie Pflanzen sich gegen Stress schützen.

Langfristiges Ziel ist es, auf Basis der im Verbund gewonnenen Grundlagenerkenntnisse den Ertrag von Nutzpflanzen unter veränderten Klimabedingungen durch deren gezielte Adaptation zu sichern und zu steigern"

denkt man sich den schwurbel weg: ein lobbyverein für gentechnik auf dem acker

ich hoffe, der standard kriegt diese werbung wenigstens bezahlt

Dyrn
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Lieber Herr Schein, Ihr Posting zeigt sehr schön die Kultur der Debatte: Wer nicht gegen die Gentechnik ist, wird von „Radikalen“ sofort verdächtigt, Lobbyist der Wirtschaft zu sein. Wer nicht für sie ist, wird von „Radikalen“ sofort als ewig gestriger Hippie abgetan. Ich empfinde Ihr Posting zu einem gewissen Grad durchaus als beleidigende Unterstellung, werde aber nicht vor Gram darüber sterben, wenn Sie mir folgendes nicht glauben: Meine durchgeführte, kurze Analyse dient nicht der Werbung für Gentechnik. Auch ist nicht, wie Sie behaupten, „ForPlanta“ mein Auftraggeber. Ich bin an der Hochschule für Philosophie angesiedelt und kann dort völlig unabhängig von äußeren Interessen meiner Arbeit nachgehen. Dass Sie diese für nicht relevant h

Robert Schein
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den "verdacht", sie seien "Lobbyist der Wirtschaft",

leite ich nicht daraus ab, daß sie "gegen die Gentechnik" wären. denn da stellen sie sich ja bequem auf den standpunkt: "davon hab ich keine ahnung und will das auch gar nicht"

ich lese einfach, wer sie bezahlt, und schließe daraus, wofür er das tut

Dyrn
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halten mögen, ist Ihr gutes Recht, das ich Ihnen keineswegs bestreiten möchte, aber nur damit kein falscher Eindruck einsteht: Wenn Sie sich näher mit dem Konzept des Forschungsverbundes auseinandersetzen, werden Sie sehen, dass sowohl Genetiker wie auch auch der Gentechnik gegenüber kritisch eingestellte Wissenschaftler mit an Bord sind. Wenn Sie mir also gar nichts glauben und die getane Arbeit auch für sinnlos halten... um eines würde ich Sie bitten: Nicht überall, wo Forschung zur Grünen Gentechnik betrieben wird, ist die Wirtschaft mit dabei. Hier forschen Universitäten. Nicht die Konzerne, die medial immer mit dem Thema „Grüne Gentechnik“ in Verbindung und – zu Recht (!!) - für viele ihrer Aktionen kritisiert werden.

"Wahrheit"
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Das ist ihm sche*ss egal!

Dyrn
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Liebe Wahrheit, ich habe Ihnen und Herrn Schein ausführlich geantwortet. (Siehe Posting über dem Ihren.)

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