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Entlohnung für Leistung oder Bestechung?
+++Pro
Von Eric Frey
Ein Vater mit Teenager-Kindern ist ein wandelnder Bankomat ohne Abhebungslimit. Das Taschengeld wird pünktlich bezahlt, doch dann geht es erst richtig los: Geld fürs Mittagessen, für den Schulausflug, für den Extrakurs, für das Buch, das in der Schule gelesen wird, für die Nachhilfestunde, für die Gemeinschaftskasse in der Jugendgruppe, für das Ausgehen am Abend (Mackie bei ihm, Café Gitarre bei ihr), fürs Theater und fürs Kino, fürs Geburtstagsgeschenk der Freundin, für das - ich will es gar nicht erst wissen -, hier hast du fünf Euro und geh.
Weil alle anderen Kinder immer viel mehr bekommen und unsere ja so arm dran sind, haben wir ein Notengeld in Bonus-Malus-Form eingeführt: Beim Einser und Zweier zahlen wir, bei Vierern und Fünfern müssen sie uns - etwas weniger - zahlen.
Seither stimmen die Noten und leiden die Finanzen. Der einzige Lichtblick ist das Zeugnis: Da öffnen die Großeltern ihr Börsl und lassen schon mal einen Fünfziger springen. Und für einige wenige Tage geben die Racker eine Ruh.
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Kontra---
Von Ronald Pohl
Der Erbringung geldwerter Leistungen haftet ein unschöner Zug ins Unpersönliche an. Die Aneignung jener Früchte, die anderer Leute Arbeit zur Vollreife verholfen hat, wäre aus allerlei Gründen abzulehnen. Wir wollen uns aber nicht Marxisten schimpfen lassen und gestehen daher freimütig, wenn auch ein kleines bisschen beschämt, dass die unumgängliche Fron der Rasenpflege - ein wiedergehendes Gespenst aus der eigenen Kindheit! - mit bedeutenden Sach- und Geldzuwendungen verbunden war.
Aus der Befüllung von Obststeigen mit pflückfrischen Marillen erstand, über den Umweg elterlicher Prämialzahlungen, eine Schallplattensammlung. "Wir stellen uns jetzt aber nicht das ganze Zimmer mit dem Rock-'n'-Roll-Geplärre voll!?", tönte es finster aus dem ohnmächtigen Muttermund.
Mit dem Anbruch der Schulkarriere erlosch das Bakschisch-Wesen. Man lernt doch auch für sich selbst, nicht für die liebe Verwandtschaft!? Tatsächlich: Nur schlechte Noten entheben Eltern wie Kinder des Dilemmas. (Der Standard/rondo/01/07/2011)
Von unserer Zungenfertigkeit sollen auch die anderen etwas haben - Oder: Man und frau waren jung, knackig und ungestüm
Das Viecherl reagiert von Natur aus positiv auf "Lecker- Bissen" - Oder: "Oida, reiß des Blech auf!"
"I love you and your body." Oder: Auch nach Jahren mutet der papierene Staubfänger noch beinahe jungfräulich an
Am Ende eines gemütlichen Kaffeehaustages kann sich die Übersicht leicht eintrüben - Oder: Dies wäre eine Infragestellung der Integrität des sinnierenden Stadtmönchs
Die Suche in Taschentiefen oder Zimmerfluchten ersparen oder Understatement mit einem einzigen Klingelton
So ein charakterstarker Sattelschutz gibt uns den allerschönsten Schliff im Meer des seriösen Gleichklangs - Oder: der Schoner steht dem Wesen des Radfahrens entgegen
Die dumme Augustine trug sie und wurde umjubelt, aber der Modetrend gilt als Gegenteil von Freiheit
Maunchmoi is scho vü gscheida, ma bleibt bei dem wos ma dalernt hot oder Hochsprache ist Facebook-Sprache
Die gedruckte Zeitung darf nicht sterben - oder: Wenn gedruckte Gedanken zu Wischdiensten abkommandiert werden, sterben sie einen feuchten Tod
Einen Goldfisch damit nach Hause transportieren oder Liebe geht durch den Magen
Ein Zeichen einer erwarteten Gemütlichkeit oder so graziös wie Bambi auf dem zugefrorenen Teich
Ein gerade unübertreffliches Glücksrezept oder logistischer Stress durch neumodisches Brauchtum?
Weshalb das viel gepriesene "Runner's High" in der Stadt mitunter auf sich warten lässt und das duch-die-Stadt-joggen eine Sightseeing-Tour ersparen kann
"Damit sich nicht wieder irgendein Armleuchter in den Luster hängt" oder "Fröhlichkeit ganz ohne Alkohol ist immer etwas gezwungen"
Seine Entscheidung - "eine oda auße?" - jederzeit staufrei revidieren oder es ist nicht der Mensch, der den Rhythmus vorgibt
Her mit der heißen Ware, oder sind erotische Geschenke einfach nur peinlich?
"Welcher Superstar wird dich heiraten?" oder Danke, wir wollten es echt nicht so genau wissen
Wer die Lure aus dem Stockwerksautomaten am Platz genießt, versäumt nichts Spannendes - oder die Sitten im Büro sind immer nur so rau wie das Leben auf der Straße
"Das WC ist nicht Rückzugsraum, sondern reine Bedürfnisanstalt" oder: "Undenkbar, dieses Elend den Blicken einer weiblichen Laufkundschaft preiszugeben"
Heißer Tee, Suppe oder auch Punsch oder die Eismischerzunft soll endlich auf den Klimawandel reagieren
Rockgott versus Gott der Allmächtige - zumindest wenn es um die Frage nach hell oder dunkel geht
"Mindestens haltbar bis ..." - "Best before" ist schlicht irreführend übersetzt oder ein farbenprächtiger Abdruck einer Fontäne an der Toilettenwand
Weshalb der Alltag der KollegInnen schon interessant ist und portionierte Grußbekanntschaften einem weißen Wal das Leben schwer machen
In der Leichtigkeit muss man das Üppige wählen oder der Schaum, ein Traum
zu meiner aktiven zeit, halbjahreszeugnis: sieben fünfer!
jetzt wird es hart: religion, musik, werken wurden auch mit 5 berwertet.
ich bin noch immer zutiefst davon überzeugt: die perversen wollten sich bei der notenkonferenz gegenseitig überbieten und kannten keinen genierer mehr.
das schmuckstück habe ich mir eingerahmt.
für mich ist es ein wertvolles zeitdokument.
so ungerecht - bei drei kindern kriegt dann immer nur der "1er streber" alles und die schwächern gar nichts.
gebts jeden kind den gleichen betrag, wurscht was sie für noten heimbringen.
der eine is halt für die 1er geboren, der andere für die 3er, der letzte für die 5er.
für super Noten im der Mittelschule gibts bei meinen Buben schon Kohle!! Letzendlich haben sie ja selbst dann die Verantwortung: "Muss der Papa für die Nachhilfe löhnen (und ist dabei noch grantig) oder lässt er die Mücken stattdessen - mit einem Lächeln - direkt an uns rüberwachsen?"
Meine Buben haben das gecheckt.
Mag verwerflich klingen, aber in gewisser Weise wird es ihnen später in Job & Karriere auch nicht anders gehen...
Ich bin doch net der Teschek!
Entweder - oder!
(Und der Hinweis auf die Anderen, die angeblich so viel mehr bekommen - Pffff.... Eine Unterhaltung mit den Eltern, die so spendabel sind, ein Vergleich auch mit den Rechten und Pflichten der anderen, den Erwartungen der Eltern. Eine Grundsatzdiskussion über die Verschiedenartigkeiten der Familien und schon hat sich.)
Kommt drauf an welche Ausgaben - notwendige Dinge (Schulsachen; Kleidung, falls neue gebraucht wird; usw.) sollten nicht selbst bezahlt werden müssen, Vergnügungen wie Kino und Fortgehen schon.
Und ein "aber die Andere, mimimimimimi" sollte man sowieso schon viel früher abstellen, das fängt ja nicht erst beim Geld an sondern üblicherweise schon im Kindergartenalter. Meine Tochter lernte früh, dass es mir herzlich wurscht ist, was andere Kinder haben/dürfen, und dass Eltern nunmal verschieden sind. Gepaart mit Beispielen was sie darf/hat, was besagte andere Kinder nicht haben/dürfen.
aber irgendwie hab ich dann jedes Jahr aufs Neue drauf vergessen, es auch einzufordern.. :-D
Naja, ich fand das persönlich nie so wichtig, konnte auch das Tam-Tam um Geld nie so ganz verstehn. Ich hab ja die Noten nicht für meine Eltern, oder fürs Geld gemacht, sondern für mich.
Hatte aber genug Mitschüler für die die Hauptmotivation zum Lernen tatsächlich Geld von den Eltern war. mMn erzieherischer Quatsch, da man dem Kind so beibringt, dass man vor allem dem Geld wegen Arbeitet und damit von vornherein eine kontraproduktive Einstellung dem Lernen/Arbeiten gegenüber vermittelt.
Für die Eltern wars aber natürlich bequem, denn das Ziel(=Kind lernt) war so recht leicht zu erreichen
Ich bekam für gute Noten auch Geld.
Jetzt ist mir auch klar, warum ich lieber frei habe, als zu arbeiten, lieber in der Früh noch im Bett bleiben würde, als aufzustehen, und warum es für mich jedesmal eine Qual ist von der Mittagspause zur Arbeit zurückzukehren.....
Ich muss mit meinen Eltern ein ernstes Wort reden. Sie sind schuld, dass ich nicht aus reinem Idealismus meiner Arbeit nachgehe. ;))
wenn einem alle heiligen zeiten ein onkel was zugesteckt hat, aber natürlich so, dass es die eltern sehen oder der opa beim verabschieden einen schein in die hand geschwindelt hat mit den zugeraunten worten "sag aber den eltern nichts",
wohingegen die eltern im auto sofort wissen wollten, "habts leicht was kriegt?" ;-))
weil es dann einfachste und bequemste ist.
Zeit für das Kind zu haben, ist heutzutage wohl sehr kostbar, weil Mangelware.
Aber wenn schon keine Zeit gibt, sollte es zumindest Schmerzensgeld geben.
Und das Geld alleine nicht die Motivationskraft hat, ist selbst schon im Business angekommen. Meistens fällt den Verantwortlichen aber auch nichts besseres ein.
negativ auf die Entwicklung des Kindes und auf die Psyche, sowieso die Realität schaut dann entsprechend anders aus wo all zu oft gute Leistung nicht gleich besser entlohnt wird als normale bzw. schlechte Leistung ... insbesondere die A..kriecher und die "kommunikativen" Persönlichkeiten cashen dan ab...die Leute die viel leisten bleiben meistens im Hintergrund.
Genau das ist der Punkt, die Note sagt nur, ob die Kids ihre fresse gehalten und brav für die Tests auswendig gelernt haben, aber wenn es ein Kind schafft, eine "schlechte" Betragensnote zu haben, dann hats zumindest mal das Maul aufbekommen und/oder irgendetwas hinterfragt, und DAS würde ich als belohnbare Leistung anerkennen
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