Fall Reichel: Leopold-Museum meldet Einigung

  • Anton Romako:  "Nike mit Kranz"
    foto: österreichische galerie

    Anton Romako:  "Nike mit Kranz"

Bei drei restitutionswürdigen Werken von Anton Romako wurde mit der Erbin ein Vergleich erzielt

Wien - Die Leopold Museum-Privatstiftung vermeldet eine weitere Einigung in einem Restitutionsfall - bezüglich von drei Werken von Anton Romako aus der ehemaligen Sammlung Oskar Reichel, die vor einem Jahr von einer Kommission unter dem Vorsitz des ehemaligen Justizministers Nikolaus Michalek als restitutionswürdig eingestuft worden waren: "Akt eines jungen Mädchens", "Die Quelle" und "Nike mit Kranz".

Das Leopold Museum, das - da kein Bundesmuseum - gesetzlich nicht zur Rückgabe verpflichtet ist, zahlt eine nicht näher genannte Geldsumme an die Erbin und verpflichtet sich zur Anbringung von Begleittexten, die an das Schicksal Oskar Reichels erinnern. Auf dieselbe Vorgangsweise hatte man sich kürzlich bezüglich zwei anderer Romako-Bilder mit den Erben nach Moric Eisler geeinigt.

Neu bei derartigen Fällen ist jedoch etwas, "das fast an der ersten Stelle der Wunschliste der Erbin gestanden hat", wie es ihr Anwalt bei einer Pressekonferenz formulierte: Seine Mandantin habe auf ihren Wunsch auch zwei Jahreskarten für das Museum erhalten. "Das freut mich ganz besonders", meinte Elisabeth Leopold, die Witwe des vor einem Jahr verstorbenen Sammlers und Museums-Gründers Rudolf Leopold.

Oskar Reichel (1869-1943) war Arzt, Kaufmann und Kunstsammler und hatte sich um die Wiederentdeckung Romakos verdient gemacht. Seine Firma wurde 1938 behördlich geschlossen. Als Jude musste er ein Vermögensverzeichnis erstellen, in dem auch die drei Gemälde enthalten waren. Auf nicht restlos geklärtem Wege gelangten die Bilder an den Kunsthändler Wolfgang Gurlitt, von dem Rudolf Leopold sie in den frühen 1950er Jahren erwarb.  (APA)

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