Durch Streit um Modulare Oberstufe näher mit Amon zusammengerückt
Wien - Jene, die ihr das politische Leben in den vergangenen
Monaten nicht immer leicht gemacht haben, bekommen zum Schulschluss
von Unterrichtsministerin Claudia Schmied (SPÖ) Rosen gestreut. Bei
einer Pressekonferenz hob sie am Donnerstag die "sehr vertrauensvolle
Zusammenarbeit" mit VP-Bildungssprecher Werner Amon hervor, trotz der
jüngsten Kontroversen um die Modulare Oberstufe zeigte sie sich auch
"über die Kooperation mit dem Regierungspartner" erfreut. Die
Lehrergewerkschaft, mit der seit zwei Monaten über ein neues
Dienstrecht verhandelt, wurde ebenfalls lobend unter jenen erwähnt,
dank derer es "spürbaren Rückenwind" für die Umsetzung von
Schulreformen gebe.
Überhaupt zeigte sich die Ministerin sehr zufrieden mit der
Performance der Regierung bei der Schulreform. Drei Viertel der im
Regierungsprogramm vereinbarten Projekte - deren Gemeinsamkeit laut
Schmied: "Leistung und Qualität" - seien bereits umgesetzt. Insgesamt
39 Bildungsgesetze seien als Regierungsvorlage im Parlament
eingebracht worden - "das ist ja oft nicht so leicht", verwies sie
auf vielfache Unstimmigkeiten mit der ÖVP.
Lob auch an Neugebauer
Ganz besonders zufrieden sei sie über die Zusammenarbeit mit
Amon,
der im März die damalige Wissenschaftsministerin Beatrix Karl als
Chefverhandler abgelöst hat. Ursprünglich hatte sich Schmied dem
Vertrauten von GÖD-Präsident Fritz Neugebauer gegenüber noch eher
skeptisch gezeigt, nun lobte sie die vor allem in der VP-intern
umstrittenen Frage der Modularen Oberstufe eine "sehr vertrauensvolle
Zusammenarbeit" mit ihm. "Eine tragfähige Beziehung misst sich auch
daran, dass sie in schwierigen Situationen hält und wächst."
Neue Pädagogenausbildung
Die nächsten Konfliktthemen stehen allerdings bereits auf ihrem
Arbeitsprogramm: Im kommenden Schuljahr will sie den Schwerpunkt auf
die neue Pädagogenausbildung sowie das neue Lehrer-Dienstrecht
setzen, über das weiterhin bis zum Ende der Verhandlungen mit der
Lehrervertretung Stillschweigen vereinbart wurde.
In puncto Besoldung betonte Schmied, dass eine
Höherqualifikation
der Pädagogen - sie sollen künftig in allen Bereichen vom
Kindergarten bis zur Matura einen Master als Regelabschluss brauchen
- nicht automatisch bessere Bezahlung bedeuten wird. Entscheidend sei
die Funktion, in der der Pädagoge eingesetzt werde.
Und auch die Frage, welche Einrichtung künftig Pädagogen für
die
Null- bis 19-Jährigen ausbilden sollen, wird zumindest mit
Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle (ÖVP) noch zu Diskussionen
führen. Zur Auswahl steht die Aufwertung der Pädagogischen
Hochschulen (PH), die bei Schmied ressortieren, zu Pädagogischen
Unis, oder die Konzentration der Lehrerausbildung an den Unis, die
dann die derzeitigen PH-Bereiche in eine School of Education
integrieren würden. "Wir werden über den Sommer Gespräche führen",
kündigte sie an. Dass sie als PH-verantwortliche Ministerin
allerdings die Idee der Pädagogischen Unis bevorzuge "ist glaube ich
auch keine Überraschung". (APA)