Durchwachsene Kritiken für HPs iPad-Rivalen TouchPad

30. Juni 2011, 11:31
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Erstes Tablet mit webOS 3.0 zeigt gute Ansätze, aber große Optimierungsschwächen

Mit dem iPad hat Apple in nur 15 Monaten 25 Millionen Kunden zum Kauf eines Tablets überreden können und 90.000 spezifizierte Apps an Land gezogen. Erste Verfolger sind Tablets mit Googles Betriebssystem Android, die sich zu immer besseren Alternativen zur i-Gerätschaft etablieren. Anfang des Jahres starteten weitere Plattformhersteller den Versuch, den boomenden Markt aufzurollen. Doch Windows 7-Tablets kamen nicht in die Gänge und werden es wohl auch nicht bis Windows 8 2012 erscheint. RIMs eigenwilliges Blackberry PlayBook scheiterte ebenfalls an der starken Konkurrenz. Alle Hoffnungen lagen nun bei HP: Könnte das TouchPad mit bewährter Palm-Software vielleicht eine dritte Option stellen?

Die ersten Testberichte geben sich jedoch wenig optimistisch. Auch das TouchPad dürfte trotz einiger Stärken nicht ganz die Erwartungen erfüllen.

Frischer Wind

Das TouchPad verfügt über einen 10-Zoll großen Multitouchscreen und das eigens von Palm entwickelte Betriebssystem webOS 3.0. Dieses gibt sich beim Aufbau laut Wall Street Journal aufgeräumter und durchdachter, als iOS und Android. Der Startscreen zeigt alle geöffneten, aktiven Anwendungen wie ein aufgefächertes Kartendeck, dass ein effizientes Multitasking ermögliche. Mit einfachen Gesten lässt sich die Arbeitsfläche neu ausrichten und bereinigen. Die intuitive Bedienung werde Engadget zufolge durch nützliche, vorinstallierte Apps wie Facebook und Skype komplimentiert. heise mobil spricht dem Email-Client und dem Webbrowser, der Flash zumindest in den meisten Fällen gut unterstützt, Lob aus.

Nicht genug

Weshalb es laut den Testern trotz guter Ansätze nicht für eine Kaufempfehlung reicht, läge an den sichtbaren Mängeln bei der Hardware und der Performance. So sei das TouchPad deutlich schwerer als Top-Geräte wie das iPad 2 und das Galaxy Tab 10.1 und weise eine klar schlechtere Akkulaufzeit auf. Überdies fehle von Haus aus eine Kamera-App, mit der Frontkamera lasse sich lediglich Video-Chatten. Die Software verfüge noch über allerlei Bugs, die mitunter zu Totalabstürzen führen - hierbei sei jeweils ein Geräteneustart notwendig. Insgesamt stimme die Leistung nicht mit der angepeilten Intuitivität überein. Apps würden sich nur mit Verzögerung öffnen. Ein Manko, das erst mit der Zeit bereinigt werden könne, sei zudem die geringe Auswahl an Applikationen. In Summe gäbe es noch zu wenig Gründe, ein gleich teures TouchPad aktuellen iOS- oder Android-Tablets vorzuziehen. (zw)

  • HPs TouchPad mit guten Ansätzen aber mangelnder Performance
    foto: hp

    HPs TouchPad mit guten Ansätzen aber mangelnder Performance

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