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Natürlich sind die Sitten im Wiener Straßenverkehr rauer geworden, nicht nur bei den Radfahrern, sondern bei praktisch allen. So wie die Sitten überhaupt rauer geworden sind im sozialen Zusammenleben, was auf der Basis einer unwissenschaftlichen Vermutung mit der allgemeinen "Du musst ein Sieger/Gewinner sein"-Mentalität zusammenhängt.
Irgendwann ist es gesellschaftliche Übereinkunft geworden, vollkommen unwissenschaftlich, dass man nur mit Druck, Machogehabe und totaler Konkurrenzmentalität etwas wird. Wiens Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou will daher eine "Sensibilisierungs"-Kampagne starten, einen Verkehrsknigge entwerfen lassen, wobei es ihr schon klar ist, dass man "Fairness nicht verordnen kann". Schon, aber es wird auch nichts draus, wenn unfaires Verhalten nicht geahndet wird.
Telefonieren am Steuer ist gesetzwidrig, aber viele machen es - ungestraft. Man darf an eine erfolgreiche Kampagne erinnern: Vor einigen Jahren gab es die Mütterinitiative "Wien ist kein Hundeklo". Sie bekam (auch mit Unterstützung dieser Kolumne) 160.000 Internet-Unterschriften zusammen. Daran konnte Bürgermeister Michael Häupl nicht vorbei, seine Stadträtin Ulli Sima entwarf eine Kampagne - und siehe, die Situation auf den Straßen ist viel besser geworden. Allerdings wurde auch recht effektiv gestraft. Anders wird man auch die rauen Sitten im Straßenverkehr nicht eindämmen können. (rau/DER STANDARD, Printausgabe, 29. Juni 2011)
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Solange Sie den Slogan mit einem "Du MUSST" formulieren, ergibt der erste Leitsatz automatisch den Zweiten.
Nur ein "Du darfst, Du kannst ein Sieger sein, aber Du musst nicht, um als Mensch Getung zu haben", ist ein gesunder Zugang.
Wo Erfolg zur Pflicht erhoben wird, zur alles bestimmenden Messlatte, ist Egoismus systemimmanent.
In einer Stadt in der ich mich wohl fühle
- werde ich nicht durch hupen geweckt
- muss ich nicht schon gleich am Morgen die stickigen Abgase von Fahrzeugen ertragen
- gibt es keine gespielte Hektik um andere zu schneiden
- keine Gefahr jederzeit von einem wild gewordenem Egotroll über den Haufen gefahren werden weil alles viel zu langsam geht
Ich möchte eine Stadt haben in der man nicht ge- und bedrängt wird, nicht genötigt wird, sondern entspannt und mit Würde (unterwegs) sein kann.
Um das zu erreichen muss man auch mal den Mut haben signifikante, revolutionäre Zeichen zu setzen und nicht nur an der Oberfläche rumeiern. Das hat mit Strafen/Kontrolle nichts zu tun, sondern mit zukunftsorientierter Planung für eine Stadt FÜR Menschen.
Es reicht schon wenn sich die Leut, wegen Nichtigkeiten, nicht wie die letzten Hinterweltproleten ankeifen und sofort nach Bestrafung schreien, wenn ihnen eine lächerlichere Kleinigkeit nicht passt.
Diese ständige Gehässigkeit auf tiefstem Kronenzeitung-Niveau kann doch nicht wirklich die Lösung für eine zivilisierte Verkehrspolitik sein.
Aber dazu braucht es auch gebildete, erwachsene Menschen und keine Typen die deshalb so gehetzt sind weil Sie Inkompetenz und Dummheit damit kaschieren müssen besonders fleissig und schnell zu sein.
die Sitten sind nicht rau, die Leut sind größtenteils überfordert.
Deine meiste Energie benötigst für den Job. Weiterbildung. Schneller und noch größeren Umsatz.
Aber wie man mit den Mitmenschen auskommt, ist kein Arbeitsprozess und auch nicht wirklich Schulstoff. Sieht man an den Ehen die in die Brüche gehen. Keiner hat mehr Zeit fürs wirklich wichtige.
Wien! Eine lebenswerte Stadt!
Wir züchten uns geradezu in die Gönn-dir-nix-Gier Gesellschaft. Und das ist auch im Straßenverkehr bemerkbar.
Wobei die Radfahrer eigentlich einen Vorrang haben müssten - nur bringen Radfahrer weniger Geld in die Kassen, weil sie kein Benzin fressen.
Im rauhen Leben da draußen bekommst du dein Leben lang eingetrichtert: Ellbogen raus, nach unten treten, nach oben buckeln. Die Medien vermitteln auch diese "Erfolgsmodell" und die linke Politik steht mit Soldiaritäsparolen alleine da. Diese Sitten werden genauso rücksichts im Straßenverkehr angewandt. Jetzt verschiebt sich das Verkehrsgefüge, weil aus finanziellen und gesundheitlichen Gründen (außerdem ist es ja wirklich praktisch und vernünftig) etliche Leute aufs Radel umsteigen. Viele sind noch nicht so verkehrserprobt und gurken auf innerstädtischen Radwegen genauso unbedarft herum wie auf einem Feldwegerl oder der Donauinsel (wo sich übrigens bei erhöhtem Verkehrsaufkommen auch immer wieder zu Unfällen kommt, ganz ohne Autos) NUR MIT
die leute sind nicht überfordert, sie sind bequem und faul. wenn ich an die ganzen leute in der stadt denke, die ihre hunde irgendwohin scheissen lassen und das ergebnis nicht wegputzen. ist ja sooo viel arbeit...
dann sollen sie sich keine hunde halten, diese gfrasta !
bei den radlern merke ich eher, dass sich die situation entspannt und die autofahrer mehr und mehr rücksicht nehmen und die radler selber auch nicht mehr wie die kamikaze daherkommen (ausnahmen gibt´s natürlich hier wie dort).
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