Glanzlose Auftaktsiege für Brasilien und Norwegen

29. Juni 2011, 20:45
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Mitfavorit und Geheimtipp plagten sich gegen Australien und Äquatorial-Guinea

Augsburg/Mönchengladbach  - Gewonnen, aber nicht geglänzt: Mitfavorit Brasilien und Geheimtipp Norwegen sind mit knappen Siegen in die Frauenfußball-WM gestartet. Brasilien schlug Australien durch ein Tor von Rosana (54.) ebenso 1:0 (0:0) wie Norwegen den WM-Neuling Äquatorial-Guinea durch einen Treffer von Emilie Haavi (84.). Überzeugen konnten die beiden Spitzenteams aber nicht.

Für das Team von Brasiliens Trainer Kleiton Lima war es der 13. Sieg im Rahmen der sechsten Endrundenteilnahme. Dagegen konnten Australiens Kickerinnen ihrem Coach Tom Sermanni - der Schotte wird am Freitag 57 Jahre alt - kein vorzeitiges Geburtstagsgeschenk bereiten.

Vor 27.258 Zuschauern entwickelte sich im Aufeinandertreffen der Kontinental-Meister von Südamerika und Asien, die als letzte der 16 teilnehmenden Mannschaften ins WM-Turnier starteten, von Beginn an eine ansehnliche Partie, in der beide Teams den Weg nach vorne suchten.

Die größte Chance der ersten Halbzeit vergaben Stürmerin Cristiane und Rosana (26.). Nach einem tollen Pass von Marta traf die Torschützenkönigin der vergangenen beiden olympischen Fußballturniere zunächst den Ball nicht richtig, den anschließenden Abpraller setzte Rosana aus fünf Metern drüber.

Nach dem Seitenwechsel köpfte zunächst Marta am Tor vorbei (47.). Brasilien kämpfte, wirkte entschlossener und ging verdient in Führung. Cristiane hatte sich vor dem Strafraum energisch durchgesetzt und per Kopf mustergültig für Rosana aufgelegt, die nicht lange fackelte und mit einem strammen Linksschuss traf (54.). Australien gab sich nicht auf und spielte weiter mutig nach vorne, ohne dabei letztlich erfolgreich zu sein. Die letzten guten Chancen der Außenseiter vergaben Tameka Butt (82.) und Lisa De Vanna (87.).

Erleichterte Norwegerinnen

Den Norwegerinnen stand nach dem glücklichen Sieg gegen Äquatorial-Guinea die Erleichterung ins Gesicht geschrieben. Nur kurz rang sich die 19 Jahre alte Matchwinnerin Emilie Haavi ein Lächeln ab, pustete einmal kräftig durch und verschwand schnell in der Kabine. "Der Sieg war wahnsinnig wichtig für uns. Ich hatte aber schon gehofft, dass wir noch ein paar Tore mehr schießen", sagte Norwegens Nationaltrainerin Eli Landsem. Erst in der 84. Minute nutzte Teenagerin Haavi einen Fehler von Torfrau Miriam, die den WM-Exoten damit um den ersten WM-Punkt seiner Geschichte brachte.

Der Vize-Afrikameister war dann auch nur kurz enttäuscht. Die agile Genoveva Anonma, Neuzugang von Turbine Potsdam, fand trotz vieler vergebener Chancen schnell ihre gute Laune wieder. "Ich kann schon wieder lachen, weil die Mannschaft sehr gut gespielt hat. Wir haben uns Respekt verschafft, das macht mich stolz. Mit dem Viertelfinale wird es jetzt aber schwer", sagte die 22-Jährige, die 90 Minuten lang für viel Aufregung gesorgt hatte."

Anonma, nicht nur wegen ihrer grell-grünen Rastasträhnen und den in der gleichen Farbe gehaltenen Schuhen auffälligste Spielerin, hatte sich auch von der Geschlechterdiskussion nicht beirren lassen und avancierte zur besten Spielerin im Augsburger WM-Stadion. "Es war nicht einfach, diese Dinge auszublenden. Wir haben versucht, die Aufmerksamkeit auf den Wettbewerb zu legen", sagte Trainer Marcelo Frigerio nach der Begegnung.

Schon vor dem Anpfiff hatten die WM-Debütanten für gute Stimmung unter den 12.928 Zuschauern gesorgt. Ausgelassen hüpften und tanzten sie im Kreis und sangen sich dabei warm. Die Norwegerinnen ließen sich davon nicht beeindrucken. Bereits in der zweiten Spielminute traf Haavi den Innenpfosten. Den Abpraller säbelte Toptorjägerin Isabell Herlovsen, Tochter des ehemaligen Bundesliga-Profis Kai Erik Herlovsen, weit über das Tor. Während Norwegen auf sein Passspiel vertraute, waren die Angriffe des Vize-Afrikameisters fast ausschließlich auf Anonma zugeschnitten. (SID)

  • Ex-Neulengbacherin Rosana trifft für Brasilien.

    Ex-Neulengbacherin Rosana trifft für Brasilien.

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