"Sei mir nicht böse, aber..." - Situationen aus dem Joballtag, die jeder kennt und wo es hapert
Schlechte Nachrichten überbringen ist nicht leicht, weil wir uns vor der Verletzung des anderen fürchten. Dennoch müssen wir manchmal Grenzen ziehen, Nein sagen oder negative Kritik überbringen. Wie sagen, dass jemand Mundgeruch hat? Kommunikationstrainer Ronny Hollenstein ist fürs Direkte: "Üblicherweise wird ein Kaugummi angeboten. Diese Umgehungstaktiken macht aber oft keinen Sinn. Lieber klar und unmissverständlich sein. Fürchten Sie sich nicht zu viel vor negativen Aussagen - oft ist Menschen Klarheit lieber als weichgespülte Plattitüden."
Ist eine Nachricht dem anderen unangenehm, solle man versuchen dessen Selbstwert wieder aufzubauen. Zum Beispiel indem das Positive der schlechten Nachricht für den Empfänger hervorgehoben wird. Ein Beispiel unter Kollegen: "Sie haben Mundgeruch. Und ich denke, dass es besser ist, dass ich Ihnen das sage bevor es den Kunden auffällt." Eine andere Variante: Nachsicht zeigen indem man sich in die Schuhe des anderen stellen: "Sie haben Mundgeruch. Wenn mir das passiert, dann sagen Sie mir das bitte auch!".
Muss man Nein sagen, helfen oft einfache Erklärungen, warum ein Nein notwendig ist. "Ein Trick ist auch hier das Positive daran herauszukehren. Erklären warum ein Nein für das Gegenüber eigentlich positiv ist", weiß Hollenstein. (red, derStandard.at, 29.8.2011)