Kritik an australischer HPV-Studie

Grazer Frauengesundheitszentrum reagiert auf veröffentlichte Ergebnisse mit Kritik

Die Diskussion um das Für und Wider einer Aufnahme der HPV-Impfung ins öffentliche Impfprogramm geht weiter. Kürzlich berichteten australische Wissenschafter - dort wurde die HPV-Impfung ab 2007 für alle Frauen zwischen zwölf und 26 Jahren eingeführt - dass die Immunisierung die Häufigkeit des Auftretens von gefährlichen Zellveränderungen am Gebärmutterhals binnen kurzer Zeit bei Frauen unter 18 Jahren um 38 reduziert habe (derStandard.at berichtete).

Sylvia Groth, Geschäftsführerin des Grazer Frauengesundheitszentrums, reagiert in einer Aussendung mit Kritik: Für sie reichen die Ergebnisse nicht aus, um die Finanzierung eines österreichweiten Impfprogramms durch öffentliche Gelder zu rechtfertigen. Denn die soeben in der Fachzeitschrift Lancet veröffentlichte Studie liefere nur bedingt Beweise für die Wirksamkeit der Impfung gegen Humane Papillom Viren (HPV), die Gebärmutterhalskrebs verursachen können.

Geänderte Früherkennungsleitlinien

Wichtiges Ergebnis der Studie war, dass bei jungen Mädchen weniger von HP-Viren ausgelöste Zellveränderungen festgestellt wurden als in früheren Jahren. Dies wird mit der nationalen HPV-Impfkampagne in Verbindung gebracht, die Australien 2007 als weltweit erstes Land eingeführt hat. Zu beachten sei laut Groth aber, dass ein statistisch signifikanter Effekt sich nur bei Frauen unter 18 Jahren zeigt und nicht bekannt sei, ob die untersuchten Frauen geimpft waren oder nicht. Parallel zur Einführung der Impfung in Australien wurden auch die Früherkennungsleitlinien für Gebärmutterhalskrebs geändert, was sich ebenfalls auf die Häufigkeit der entdeckten Krebsvorstufen auswirken könnte.Die Entwicklung in Australien könnte daher auf die Impfaktion zurückzuführen sein, meint Groth. Es könnten aber auch andere Faktoren gewirkt haben. (red, derStandard.at)

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