Jahreszeitliche Schwankungen der planetaren "Kartoffel" messbar

  • Geoid 2011, erstellt auf Basis von Daten der Satelliten LAGEOS, GRACE und GOCE sowie Oberflächendaten aus Fluggravimetrie und Satelliten-Altimetrie
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    Geoid 2011, erstellt auf Basis von Daten der Satelliten LAGEOS, GRACE und GOCE sowie Oberflächendaten aus Fluggravimetrie und Satelliten-Altimetrie

Daten der Satelliten-Mission GOCE ermöglichten zudem eine genauere Auflösung

Potsdam - Sie ist als "Potsdamer Schwerekartoffel" bekannt geworden und hat eine veränderte Perspektive auf unsere Heimat gerichtet: Nun erlaubt dieses Modell der Erd-Gravitation auch die Darstellung zeitlich veränderlicher Schweregrößen, wie das Deutsche GeoForschungsZentrum (GFZ) berichtet. Die jahreszeitlichen Schwankungen des Wasserhaushalts der Kontinente oder abschmelzende oder zunehmende Eismassen, also klimarelevante Größen, gehen jetzt in die Modellierung des Erdschwerefeldes ein.

"EIGEN-6C" nennt sich dieses neueste globale Schwerefeldmodell des GFZ, das kürzlich in Potsdam in Zusammenarbeit mit der Groupe de Recherche de Géodésie Spaciale aus Toulouse berechnet wurde. Diesem neuen Schwerefeldmodell liegen Messungen der Satelliten LAGEOS, GRACE und GOCE zugrunde. Diese wurden mit Schweremessungen am Boden und Messwerten der Satelliten-Altimetrie kombiniert. EIGEN-6C besitzt eine räumliche Auflösung von etwa 12 Kilometern. Das ist gegenüber der letzten Ausgabe der Potsdamer Kartoffel eine vierfache Steigerung.

Exaktere Satelliten-Daten

"Von ganz besonderer Bedeutung ist die Einbeziehung von Messungen des Satelliten GOCE, aus denen das GFZ ein eigenes Schwerefeld berechnet hat", sagt dazu Christoph Förste, der zusammen mit seinem Kollegen Frank Flechtner die Schwerefeld-Arbeitsgruppe am GFZ leitet. Die ESA-Mission GOCE ("Gravity Field and Steady-State Ocean Circulation Explorer") wurde Mitte März 2009 gestartet und vermisst das Schwerefeld der Erde seither mit dem Verfahren der Satellitengradiometrie. "Dies ermöglicht die Vermessung der Schwerkraft in schwer zugänglichen Regionen mit bis dahin unerreichter Genauigkeit, zum Beispiel in Zentralafrika und im Himalaja", ergänzt Flechtner.

Aber auch die Vermessung des Erdschwerefeldes in den Weltmeeren lässt sich mit GOCE um ein Vielfaches genauer durchführen als mit vorangegangenen Satellitenmissionen wie dem GFZ-CHAMP und GRACE. Dies gestattet unter anderem eine genauere Bestimmung der sogenannten dynamischen Meerestopographie, welche ganz wesentlich von Meeresströmungen bestimmt wird. Deshalb sind die mit GOCE-Messungen berechneten Schwerefeldmodelle von großem Interesse für die Ozeanographie und die Klimaforschung.

Neben GOCE wurden im neuen EIGEN-6C auch langjährige Messdaten der Doppelsatelliten-Mission GRACE (Gravity Recovery and Climate Experiment) des GFZ einbezogen. GRACE ermöglicht die Bestimmung großräumiger zeitlicher Veränderungen im Schwerefeld, die etwa durch klimabedingte Massenumlagerungen auf der Erdoberfläche verursacht werden. Dazu gehören das Abschmelzen großer Gletscher in den Polargebieten und die jahreszeitlichen Schwankungen der in großen Flusssystemen gespeicherten Wassermengen. Mit GRACE bestimmte zeitliche Schwereänderungen sind im EIGEN-6C Modell enthalten. (red)

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25 Postings
gestern kam eine Frau in den Schuhladen, die war so fett

dass sie eigene Satteliten hat, die sie verfolgen um ihr Schwerefeld zu erforschen.

Und es ist doch so: Die Erde ist eine Kartoffel!

ich fordere eine erklärung vom fs3 !

Jetzt kann ich mir vorstellen, dass es wirklich mal eine Sintflut gab. Eine leichte Änderung der Gravitation und Feierabend ist. Dagegen sind Gletscher- und Polkappenschmelze nur ein Kindergeburtstag.

Und wie soll sich mal eben "die Gravitation" (eine Konstante) plötzlich ändern?

Sie vergessen das sich diese Konstante aus mehreren Grundlagen zusammensetzt. Dazu gehärt nicht nur die Dichte des Untergrundes sondern auch die Rotationsgeschwindigkeit der Erde. Wir stellen uns mal ganz kurz vor ein größerer Asteroid nähert sich der Erde. Er muß überhaupt nicht mit ihr kollidieren. Es reicht schon wenn sich beide Schwerefelder nahe genug kommen, um die Rotation der Erde für einen Augenblick etwas auszubremsen. Sie wissen, was dann passiert?

na du hast vorstellungen von der welt.
das erledigt schon der mensch, die änderung der rotationsgeschwindigkeit.
erstaunlich aber wahr. der mensch ändert durch stauwerke den wasserhaushalt, die ursprünglichen wasserläufe derart, dass sich die rotationsgeschwindigkeit der erde meßbar geändert hat.
(klaro sind die messungen schon sehr genau, aber die ganze erdkugel mit ihrem doch nicht geringen drehimplus zu beeinflußen hat mich schon erstaunen lassen)

die dichte des untergrundes ändert sich nicht.
warum sollte sich die rotationsgeschwindigkeit der ere ändern, wenn ein asteroid knapp an der erde vorbeifliegt? die erdbahn wird vielleicht leicht verändert, aber doch nicht die rotation.

uiuiuiui APOPHIS!!!!

Die Schwerkraft

wird überbewertet.

berühmte letzte worte...

Meine Waage

sagt das Gegenteil.

das sagen alle übergewichtige!

sei doch froh dass die dinge runter und nicht rauf fallen ;D

Würden sie rauf fallen

wäre oben unten und unten oben (Relativitätstheorie). Das heißt, es ändert sich gar nichts.

Dasselbe gilt für die Zeit: Würde sie rückwärts laufen, wäre das für uns trotzdem vorwärts.

wenn sie rauf fallen würden ...

... würd ihnen ziemlich flott die luft aus gehn ;)

fs3-anhänger?

"...wurde Mitte März 2009 gestartet und vermisst das Schwerefeld der Erde seither..."

Ich hab das Schwerefeld wiedergefunden

Mir ist das Aufstehen heute so schwer gefallen.

Gibts Finderlohn?

:D

Sehr delikat aus dem Zusammenhang herauszitiert!

Was ich definitiv weiß:

Die Schwerkraft ist hierzulande nach dem 24.Dezember am größten - sagt zumindest meine Waage.

hmm

Gewicht = Masse mal Erdbeschleunigung

Natürlich ist die Erdbeschleunigung Schuld :P

Nach den Weihnachtsfeiertagen muss sie

vollgas geben. Mindetens 10 - 20 Perzenterln mehr Schwerkraft :-) - oder Zentrifugalkraft?

Zentrifugalkraft bewirkt eher das Gegenteil der Schwerkraft (schleudert Sie nach außen/in den Weltraum).

Wenn Sie also schnell um die Erde laufen, sind sie leichter.
Wenn Sie mit 15 km/h über eine Straßenkuppe laufen, drücken Sie mit ca. 1 N (=100 Gramm) weniger auf den Boden unter Ihnen.

PLUS: Sie nehmen auch Masse ab wegen des Trainings. - Doppelt gewonnen!

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