Oberösterreichischer Landwirtschaftkammer-Präsident plädiert für "verantwortungsvollen Konsum"
Linz - Die Zukunft des Fleischkonsums stand am Mittwoch im Mittelpunkt einer Arbeitstagung der Landwirtschaftskammer Oberösterreich. Präsident Hannes Herndl plädierte in einer Pressekonferenz für einen verantwortungsvollen Konsum und wies Vorwürfe, Fleischkonsum sei ethisch problematisch, zurück. Weniger diplomatisch formulierte Tagungsteilnehmer Karl-Heinz Funke (SPD), ehemaliger deutscher Landwirtschaftsminister: "Die Bestimmung des Schweins ist das Kotelett", ist der bekennende Gentechnik-Befürworter überzeugt. Der Begriff "Massentierhaltung" ist für ihn "unsinnig", artgerechte Haltung könne man nicht an der Zahl der Tiere festmachen.
Herndl wiederum bekannte sich zu hohen Tierschutzstandards, auch wenn es "uns als Bauern oft schwerfällt", es werde heute mehr für das Wohl des Viehs getan als früher. Fleisch sei ein unverzichtbarer Bestandteil der Ernährung, sein Konsum wichtig für die regionale und die kulturelle Identität, so Herndl. Zudem sei die Tierhaltung ein zentraler Wirtschaftsfaktor, 64 Prozent der agrarischen Wertschöpfung in Oberösterreich würden aus der Produktion von Milch und Fleisch resultieren.
Einen Verzicht auf Fleisch hält auch Funke nicht für zielführend. Den Hunger in der Welt könne man damit nicht besiegen, sondern nur mit einer möglich produktiven Landwirtschaft, die auch in den Entwicklungsländern forciert werden müsse. Dazu gehört für den Deutschen, der im Zuge der BSE-Krise als Minister zurücktreten musste, auch die Gentechnik. (APA)