Legal Intercept

Microsoft-Patent erlaubt Skype-Lauschangriff

29. Juni 2011, 13:41

Datenschützer befürchten "Diktatoren-freundliche" Abhörtechnik - Verdeckte Überwachung möglich

Ein frisch von Microsoft patentierte Technologie namens Legal Intercept kann dem Konzern ermöglichen, Skype-Gespräche verdeckt zu überwachen und aufzunehmen. Bereits im 2009, also lange vor der Skype-Übernahme für 8,5 Milliarden Dollar, wurde das Patent entwickelt.

Abhörzwecke

Laut Microsofts Beschreibung zielt Legal Intercept auf die Aufnahme von Kommunikation auf VoIP-Netzwerken wie Skype ab. Michael Froomkin, Jus-Professor an der Universität für Rechtswissenschaften in Miami, sagt gegenüber Computerworld, dass es sich beim Patent so anhöre, als ob Microsoft Skype für Behörden zu Abhörzwecken zu öffnen. Zu Problemen würde das Ganze besonders in Staaten, deren Regierungen für ihren Umgang mit Menschenrechten kritisiert werden.

Diktatoren-freundliche Technik

Die Technologie hätte allerdings wesentlich weitreichendere Folgen, warnt Froomkin: "Macht man eine Kommunikationstechnologie 'FBI-freundlich', macht man sie gleichzeitig 'Diktatoren-freundlich'. Langfristig wirkt sich das nicht gut auf Bewegungen wie den Arabischen Frühling aus." Außerdem zeige die Erfahrung, dass derartige Hintertürchen eine quasi-Einladung für Exploits und Hacker sei.
Bislang habe Skype ohnehin nicht komplett offengelegt, wie es funktioniert oder verschlüsselt ist. Im Prinzip könnte das VoIP-Netzwerk bereits über derartige Lausch-Mechanismen verfügen. Den Nutzern bleibe lediglich, Skype zu vertrauen, so Froomkin.

Ein Microsoft-Sprecher erklärte, der Konzern würde die Technologie nicht kommentieren. (ez, derStandard.at, 29. Juni 2011)

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Posting 1 bis 25 von 82
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Mehr oder weniger, aber wichtig!
00
30.6.2011, 18:59
iBrain
 
00
30.6.2011, 15:00

...und wieder ein Instant Messenger weniger, den ich nutzen werde.

Franz keiner
 
00
30.6.2011, 14:59

Immer wieder verwunderlich, was man alles patentieren kann in Amerika.

Martin Stettner
10
30.6.2011, 12:25
Abhören, na und?

Nachdem die meisten sich irgendwie damit abgefunden haben, daß gewöhnliche Telefonate natürlich (bei Vorliegen eines entsprechenden Grundes) jederzeit abgehört werden können, ist nicht ganz einsichtig, warum man da für Internettelefonie eine Ausnahme machen sollte.
Mir ist die datenschutzrechtliche Problematik natürlich bewußt, auf der anderen Seite finde ich es gerechtfertigt, wenn die Gesellschaft ein Interesse an Verbrechensaufklärung bzw -prävention hat.
Was mich eher wundert, ist, daß eine derartige "Technologie" schon wieder patentwürdig ist, mir scheint das keine sonderliche erfinderische Leistung zu sein (wobei das jetzt davon abhängt, wie "verdeckt" das jetzt wirklich passiert, immerhin besteht eine "normale" Skype-Verbindung ja nu

Patrick_Bateman_1
00
30.6.2011, 10:53
Skype

gibts immer noch?

konichiwa
 
11
30.6.2011, 09:51
Bissl paranoid sind aber schon ein paar oder?

°°__°°
40
30.6.2011, 08:09

Uhhh ja, apple ist ja durch und durch böse.

Apple legalisiert eure gestohlene musik für einmalig 23 euro und ALLE ! Major labels sind mit an bord!

ChilliPalmer
00
30.6.2011, 10:18
Falscher Thread

Ich glaube, dein Post gehört hierhin:
http://derstandard.at/130455373... itschnitte

Amoxicillin
00
30.6.2011, 08:40

Naja, jährlich 23€! ^^

janeinvielleicht
00
30.6.2011, 01:03
alternative zu skype:

http://www.jitsi.org

videotelefonie via XMPP/jabber und SIP.

weiters werden Yahoo! Messenger, Facebook, Bonjour, AIM, MSN, GoogleTalk und ICQ unterstützt. läuft auf allen betriebssystemen.

go-east
00
30.6.2011, 09:35
Alternativen zu skype:

http://en.wikipedia.org/wiki/Comp... P_software

wie Sand am Meer...

Dampfschiff St. Nepomuk
05
29.6.2011, 23:53

Zu allen Open-Source-Da-kann-nichts-passieren-weil's-sonst-jemandem-auffiele: Erinnern wir uns noch an die Sache mit dem vermuteten backdoor im BSD-Stack und wie wochenlang niemand sagen konnte, ob es das jetzt gab oder nicht?
Weil Source Code offen liegt, heißt das nicht automatisch, dass er auch gelesen wird. Schon gar nicht bei Teilen, die entweder als bewährt angesehen werden (wir erinnern uns an die Lücke im logind, die nach nur 20 Jahren enteckt wurde), oder die niemand wirklich interessiert (im Sinne von wie-geht-diese-API-wirklich) ...

Die kritische Stimme
11
30.6.2011, 07:52
Ja, ja...

Ein "Stadtmärchen". Wenn man nichts genaues weiß, glaubt man eben Gerüchten oder den Jahrhunderte lang überlieferten "Erfahrungen" der Großmutter.

Als das "vermutete Backdoor" in die Medien kam, war die Lücke bereits Jahre lang geschlossen und nur mehr sehr alte Installationen betroffen. Zudem handelte es sich um einen normalen Bug, der aber als "Backdoor" ausgenützt werden konnte.

Martin Stettner
00
30.6.2011, 12:19

Ich erinnere mich aber z.B. noch recht deutlich an das Problem mit den openSSL-Zertifikaten: Ich möchte nicht wissen, wieviele Server noch immer mit diesen relativ einfach knackbaren Dingern rennen.

Herr Surml
09
30.6.2011, 00:16
Es ist prinzipiell schon richtig,

daß auch Opensource nicht unfehlbar ist - natürlich nicht.
Aber wenn man die Anzahl der Lücken in Software, die einigermaßen verbreitet ist betrachtet, relativiert sich Ihr Kommentar sehr schnell sehr stark.
Ihre zwei Beispiele sind etwa nur deshalb relativ vielen Menschen bekannt, weil ihre Existenz überraschend genug war, um sie in den Medien zu kolportieren. - Würde man über vergleichbare Lücken beispielsweise von Microsoft gleicherart berichten, wäre die Web-Abteilung des Standard eine reine Bugtracking List.

Dampfschiff St. Nepomuk
01
30.6.2011, 11:25

Stimme da vollständig überein. Natürlich machen Reviews Software sehr viel sicherer. Aber trotzdem gibt's Code-Bestände, die oft jahrzehntelang von niemandem wirklich angesehen werden. (Da gab's beispielsweise einemal Lückenfestspiele mit zlib, die lange als gegeben hingenommen wurde und dann dank eines Bugs wieder Aufmerksam bekam.) Natürlich hat uns z.B. MS jahrzehntelang vorgemacht, wie's viel, viel schlimmer geht.

Ich habe aber Bedenken bezüglich der Apodiktik mancher Aussagen hier, das grenzt schon an Demagogie ...
Also: Bei einsehbarer Source (auch wenn sie closed ist) steigt die Wahrscheinlichkeit, Bugs oder bösartigen Code zu finden und zu bereinigen radikal an, aber 100%-ige Sicherheit ist ein sehr seltenes Tier.

Herr Surml
00
30.6.2011, 23:32
So selten wie ein Wolpertinger! ;-)

es_gilt_die_Unschuldsvermutung
 
00
30.6.2011, 10:18

zumal probleme die öffentlich behandelt werden (bugtracker), in der regel auch schneller abgearbeitet werden.

major grubert
00
29.6.2011, 19:23
"besonders in Staaten, deren Regierungen für ihren Umgang mit Menschenrechten kritisiert werden"

den vsa zb.?

Dietrich v. Fürstenberg
00
29.6.2011, 23:41

Say no to IPv6

Steganosaurus
00
29.6.2011, 18:10
Grundsätzlich wäre es aber nicht schwer ein ...

...Add-On für Skype (wie Pandora, etc.) zu installieren, daß eine E2E Verschlüsselung zwischen den Stationen aufbaut. Skype wäre dann nur der Infrastrukturteil und die Voice wäre halt doppelt codiert, was aber bei der heutigen performance auch kein Thema ist...im Gegensatz zu Mobiltelefonen kann ich beim PC relativ einfach auf die Sprachschnittstelle zugreifen.

Nerdrage
00
29.6.2011, 20:38

vorausgesetzt man vertraut seinem betriebssystem.

Nerdrage
01
29.6.2011, 17:14

gibt es eigentlich schon eine open source alternative zu skype?

maruh
00
29.6.2011, 21:13

mehrere

nur sind die halt nicht so verbreitet wie skype und die bohren sich auch nicht durch jede firewall…

Nerdrage
02
29.6.2011, 22:16

links bitte...

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