Wien

Viel Selbstlob beim zehnten Geburtstag des Museumsquartiers

29. Juni 2011, 13:28
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    "Das Museumsquartier ist zu einem Wahrzeichen und einem Synonym des Wiener Kulturlebens geworden", sagt Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny.

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Geschäftsführerin Enzi: "Mit gutem Gewissen sagen, Besucher gehen hier glücklich hinaus" - 29 Bewerbungen für MQ-Leitung

Wien - Eine Vervierfachung der Besucherzahl gegenüber den einstigen Erwartungen, eine Verdoppelung seit dem ersten vollen Betriebsjahr 2002 - aber auch eine Vergrößerung der Fläche um die Hälfte. Mit diesen erstaunlichen Erfolgszahlen wartete heute, Mittwoch, die Museumsquartier Errichtungs- und BetriebsgesmbH bei ihrer Pressekonferenz zum 10. Geburtstag des Areals auf, der morgen (29. Juni) mit zahlreichen Veranstaltungen begangen wird. Während die 3,8 Millionen Areal-Besucher für 2010 aus Besucher-Frequenzanalysen errechnet wurden, ist die räumliche Expansion von 60.000 auf 90.000 Quadratmetern keine echte Museumsquartier-Erweiterung: Man habe das Areal neu vermessen und dabei auch bisher nicht eingerechnete Flächen einbezogen.

Eine Erfolgsgeschichte ist das Museumsquartier (MQ) auch so, das betonten unisono die Eigentümervertreter - Kulturministerin Claudia Schmied und Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny - sowie die interimistische Museumsquartier-Leiterin Daniela Enzi. Den durch den kurzfristigen Wechsel des langjährigen MQ-Geschäftsführers Wolfgang Waldner in die Politik vakanten Posten möchte Schmied "bis zum Herbst" besetzen. 24 der eingegangenen 29 Bewerbungen stammten aus Österreich, 19 von Männern, sagte Schmied, die als 75-Prozent-Eigentümer allein entscheiden kann, die Entscheidung aber so treffen werde, "dass die Stadt Wien zufrieden ist", wie sie versicherte.

"Kreative Kraftquelle"

"Die Menschen haben das Museumsquartier für sich erobert", sagte Schmied und freute sich über die "kreative Kraftquelle", die "eine Bereicherung für Österreich und die Stadt Wien als Kulturmetropole" sei: "Für mich ist das Museumsquartier eine einzigartige Marke geworden." Mailath-Pokorny verwies auf die Lebendigkeit des Areals, die sich auch in einer langen, intensiven Vorgeschichte und ständigen Diskussionen äußere ("Ein Kulturareal ist niemals abgeschlossen"). "Das Museumsquartier ist zu einem Wahrzeichen und einem Synonym des Wiener Kulturlebens geworden." Vom Architektur Zentrum Wien bis zur Albertina erstrecke sich eine Achse mit "einem der größten, wenn nicht überhaupt dem größten zusammenhängenden Kulturkomplex weltweit".

Für Geburtstagsgeschenke seien die wirtschaftlichen Zeiten jedoch zu schwierig, sagte der Stadtrat auf Nachfrage. Einerseits gebe es bei den einzelnen MQ-Institutionen ohnehin immer wieder Investitionen der öffentlichen Hand, anderseits investiere die Stadt Wien in "kulturelle Kraftfelder" wie das "Kunstquartier Belvedere" im Bereich des neuen Hauptbahnhofs oder einen Neu- bzw. Erweiterungsbau des Wien Museums. Für den ursprünglich geplanten "Leseturm" sehe er daher "wenig Möglichkeiten".

"Flederhaus" mit Hängematten vor Eröffnung

Ein anderes, wenngleich temporäres, Gebäude am MQ-Vorplatz soll morgen mit Verspätung endlich in Betrieb gehen: Das nach einem Entwurf der Architekten "heri&salli" errichtete 16 Meter hohe hölzerne "Flederhaus", das auf vier Stockwerken mit 32 Hängematten die Besucher zum Abhängen einlädt, musste seit Mitte April aufgrund weiterer Behördenauflagen geschlossen bleiben. Daniela Enzi kündigte für den morgigen Geburtstag die lange versprochene Inbetriebnahme an.

Das Museumsquartier sei "Arbeitsplatz, Wohnraum, Schaffensort und Erholungsareal" in einem, sagte Enzi, auch von Besucherbefragungen wisse man, dass die Gäste das Gefühl hätten, "das Museumsquartier bietet jedem etwas". Die vor zwei Jahren rund um Konsumation mitgebrachter alkoholischer Getränke aufgeflammten Aufregungen um die Hausordnung des Areals, die zur Einführung von Gästebetreuern geführt hatten, hätten sich längst gelegt, versicherte die Geschäftsführerin: "Alles in allem funktioniert das Miteinander auf fantastische Art und Weise."

Rund die Hälfte der MQ-Besucher besucht auch eine Kulturveranstaltung, nur neun Prozent geben an, für kulturelle Angebote nicht erreichbar zu sein. 95 Prozent der Befragten geben dem MQ die Noten "Sehr gut" und "Gut", "72 Prozent sind sogar wunschlos glücklich", sagte die ebenfalls glückliche MQ-Chefin: "Man kann mit gutem Gewissen sagen, die Besucher gehen hier glücklich hinaus." (APA)

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Posting 1 bis 25 von 26
1 2
gimme hope
00
16.2.2012, 12:03
Nebeneffekte

Einen Kunst- und Kulturraum, ein Gegenmuseum zum altehrwürdigen KHM und NHM wollte man schaffen, heraus kam:
. ein öffentlicher Raum, in dem sich Jugendliche und Jugendliche treffen und Konversation betreiben können (gut)
. ein Abzocke-Paradies für die dort ansässigen Lokalbetreiber (schlecht)
. der Versuch von Kombikarten, um mehrere der Einrichtungen besuchen zu können (naja)
. ein Museumsshop, der hochnäsig mit Kunden umgeht (schlecht)
. ein Zentrum für Architektur und Tanz (gut)
. ein Universum, das man zu abendlicher Stunde mit Security Männern schützt (schlecht)
. ein färbiges Möbelstück, das berühmter ist, als die Werke, die im mumok oder im Leopold Museum ausgestellt sind (wertfrei)

Angelika70
13

Ich habe den Hype um das MQ nie verstanden. Eine elende Betonwüste, im Sommer glühende Hitze, dazu kaum Gastro und das zu irrwitzigen Preisen.
Wer geht dort freiwillig hin?

Wenn man dort in eine Ausstellung will, dann ist man froh, wenn man danach das MQ wieder schnell verlassen kann.

ama2deus
11

die stadtbevölkerung möchte sich ja nicht immer nur auf grünflächen aufhalten, auch plätze können zum verweilen einladen.

und da wien außer dem MQ keinen nennenswerten einladenden platz - im sinne einer städtischen fläche - anzubieten hat, ist klar dass das MQ für wien ein solcher erfolg war.

Chocoholic
00
nein, parks gibt es keine in Wien, die zum Verweilen einladen. Stimmt, wie dumm von mir!!!!

THE MGT.
00

Es ist eben ein Platz, kein Park. Welche anderen Plätze, nicht Parks, gefallen Ihnen denn - in Wien oder anderswo?

Der vorm Centre Pompidou in Paris, die Piazza del Campo in Siena oder der Altstädter Ring in Prag sind ja auch "Beton(bzw. Stein-)wüsten" und im Sommer klarer Weise heißer als ein Wäldchen am Wasser, aber trotzdem ebenfalls beliebte Treffpunkte und Aufenthaltsorte.

Gefährliche Clowns
00
9.11.2011, 04:59

ich persönlich mag den Gaußplatz ganz gern...

Rot/Grün Farbsehschwächling
24
30.6.2011, 11:53
Betonwüste, unverschämte Gastro-Preise, ungemütlich!

Rapidsy
31
30.6.2011, 17:23
Armer Loser.

Tust uns eh leid.

medi max
 
35
30.6.2011, 13:39
warten

Sie mal... lassen Sie mich zusammenfassen von früher

vor der umgestaltung
sanierungsbedürftige Häuser
ungenützte flächen
wuchernde baumreihen davor
abbruchspläne
hie und da eine messe

nach der Umgestaltung:

renovierte wunderschöne Gebäude
freifläche für jedermann die auch genutzt werden kann und wird
gastronomie wo vorher keine wahr
museumslandschaft die vorher keine war
modern und alt gemischt

summa sumarum.. Sie wollen einfach jammern! nichts anderes..

Fanny B
01
30.6.2011, 11:14

bobo-heiratsmarkt

Gefährliche Clowns
00
9.11.2011, 05:00

den Nagel auf den Kopf getroffen!

yoda3
00
30.6.2011, 09:46
ich erinnere an die eröffnungsparty

gott grandmaster flash kam um aufzulegen. nach einer halben stunde wurde der ton leiser gedreht weil sich anrainer im mq beschwert haben. erst gestern sehe ich im tv, dass immer noch wohnungem im mq neu vermietet werden, wenn wer auszieht.

p_h
12
29.6.2011, 22:36

ma supa, freu mi scho total auf die party im mq ,bissi kultur und chilln,super! presenting fm4 in die hofstallungen wird des leiwand wenn da susi klub spielt,die san ja voll hip derzeit hab i ghört, und wenn dort zu uncoole leut sind dann ab in die pratersauna und zum nächsten art urban play fun blblabla space,a runde im pool und dann auf die tanzfläche und den lemming abshaken..toller abend...yeahyeahyeah...

Im Exil
00
25.11.2011, 10:39
oh mein gott

menschen amüsieren sich auf eine art und weise, die ihnen nicht genehm ist. schnell, ruft die polizei!

immer schön freundlich
00
29.6.2011, 18:32

der Erfolg des MQ ist vielmehr ein Erfolg der Wiener Festwochen, werden die Besucherzählungen doch immer zur Zeit der Festwochen durchgeführt.

itzibitzistriezi
10
29.6.2011, 15:12

MQ-Chefin: "Man kann mit gutem Gewissen sagen, die Besucher gehen hier immer sturz betrunken hinaus"

NoPod
00
29.6.2011, 14:32
Ein Flashmob..

.. hilft ja doch ;) Zur Erinnerung http://www.youtube.com/watch?v=G... page#t=35s

Norbert Dichand
66
29.6.2011, 13:41
Unrealistische Jubelmeldungen

Ich bin schon recht lang dort... sicher fünf Jahre, eher sechs, arbeite auch teilweise in einem Büro im MQ. Ich wär eigentlich der ideale Bobo Kandidat das dort zu geniessen.

Aber Tatsache ist leider das in den letzten Jahren einerseits die Leutemassen explodiert, gleichzeitig die Qualität des Publikums gesunken ist - und andererseits durch ständig mehr dumme Regelungen seitens MQ Leitung das ganze auch immer mehr die Atmosphere eines kommerzialisierten Outdoor-Szeneschuppens kriegt.

Solche Platzl sind halt dann am besten wenn die richtigen Leute, die "Eingeweihten", dort mit der richtigen Geisteshaltung hingehen und die Idee eines offenen selbstbestimmten Raumes ermöglichen. Das ist nun leider vorbei.

semper fidelis
02
14.7.2011, 04:17

Ich befürchte,sie meinen den Schwachsinn den sie von sich geben auch noch Ernst.

...die richtigen Leute......Qualität des Publikums.....

SCHRECKLICH ihre Arroganz!!!

Angelika70
02
Qualität des Publikums?

Danke, dass sie ihre Geisteshaltung offenbaren.

Rene Stangeler
01
30.6.2011, 23:12
Welcher Art soll denn dein Wunschpublikum sein?

Ich mein nur, falls ich mal dort kurz ein Rast einlegen will möchte ich vermeiden dass ich deine Augen beleidige, deinen intellektuellen Anspruch (sorry, bin kein Künstler) werde ich wahrscheinlich eh nicht entsprechen können.
Türsteher welche selektieren, das könnte helfen.

ps: Ansonsten bist du aber eh ein ganz ein aufgeschlossener , vorurteilsloser Mensch, mit ganz viel Einsatz für Unterprivilegierte und Benachteiligte. Beim small talk mit coolen, zum MQ passenden Menschen sicher.

Martina77
00
30.6.2011, 15:49
Menschenqualität?

Wer bestimmt was die Qualität beim Menschen ausmacht? Hr. Dichand, sie leben ein paar Jahre zu spät, vor ein paar Jahrzehnten hätten Sie eine Freude mit der Einteilung der Menschen gehabt!

john.carter.denton
01
30.6.2011, 11:25

vielleicht ist das aufgesetzt elitäre snob-gehabe von menschen wie ihnen mit ein grund, dass "die richtigen" dort nicht mehr hinwollen?

Jene Grüne Straßenkatze
01
30.6.2011, 09:56
:)

Ein öffentlicher Raum impliziert, dass nicht nur die "Richtigen" dort sind.

Die Beobachtung stimmt natürlich. Ich bin bis vor zwei Jahren oft ins MQ gegangen, um zu Lesen oder Musik zu hören. Jetzt ist es dort einfach nicht mehr entspannend.

Zitronenbaum
00
29.6.2011, 14:09

Btw, was auch total eigenartig ist:
Die Probleme des MQ mit den Leuten, die sich auf dem Gelände "sportlich" betätigen. (Ich mein jetzt diejenigen Leute, die sich "über die Häuser" hauen.)
Hab schon gehört, dass es oft zu Zankereien kommt, dabei machen die ja nix kaputt und schön anzusehen ist es auch. /:

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