Heimtückischer Lungenhochdruck wird in Graz beforscht

  • Das Grazer Ludwig-Boltzmann-Institut  für Lungengefäßforschung will der lebensbedrohlichen 
Erkrankung auf die Spur kommen
    foto: apa/peter steffen

    Das Grazer Ludwig-Boltzmann-Institut für Lungengefäßforschung will der lebensbedrohlichen Erkrankung auf die Spur kommen

Grazer Forschungseinrichtung richtet Augenmerk auf frühere Diagnose und verbesserte Therapie

Graz - Lungenhochdruck ist eine heimtückische Krankheit, weil charakteristische äußerliche Krankheitszeichen fehlen und die Diagnose schwierig ist. Die Erforschung der Entstehung und die Entwicklung neuer Methoden, um Medikamente gezielt zum Wirkort zu bringen, ist Schwerpunkt des vor einem Jahr gegründeten Ludwig-Boltzmann-Institut (LBI) für Lungengefäßforschung in Graz. Bis 2014 stehen dem Institut, das am Donnerstag offiziell eröffnet wird, rund neun Millionen Euro zur Verfügung, teilt die Medizinische Universität Graz mit.

Überlastung der rechten Herzkammer

Lungengefäße transportieren im Minutentakt sämtliches Blut des Körpers durch die Lunge. Ist das Atmungsorgan schlecht durchblutet, weil sich die darin befindlichen Blutbahnen verengen, steigt der Druck in den Lungenarterien an. Gegen diesen Widerstand kämpft die rechte Herzhälfte mit erhöhter Pumparbeit an, was schließlich zu einer fortwährenden Überlastung und Vergrößerung der rechten Herzkammer bis hin zum meist tödlichen Herzinfarkt führt. Atemnot, Herzklopfen und Schwindelanfälle unter Belastung: Für solche Symptome können daher auch krankhaft veränderte Lungengefäße verantwortlich sein. Das Grazer LBI für Lungengefäßforschung will der lebensbedrohlichen Erkrankung auf die Spur kommen.

Standort des Instituts, das von der Intensivmedizinerin und Anästhesistin Andrea Olschewski geleitet wird, ist die Med-Uni Graz. "Der Schwerpunkt liegt bei den molekularen Mechanismen des Gefäßumbaus, der zur Entstehung der Krankheit führt, der Entwicklung maßgeschneiderter Therapien und der Früherkennung und Frühtherapie der Krankheit", so Olschewski. Neben der Erforschung von molekularen Signalwegen und Mechanismen, die für die Entstehung der Krankheit verantwortlich sind, will man Inhalationsverfahren mit Hilfe der Nanotechnologie optimieren. Ein weiterer Forschungsbereich sucht nach Methoden, um die Diagnose früher stellen zu können: So werden radiologische Techniken zu dem Zweck optimiert, den Blutfluss in den Lungengefäßen zu messen. Der klinische Bereich konzentriert sich auf Früherkennung und -diagnostik beispielsweise mit Hilfe von Biomarkern.

Für die ersten vier Jahre bekommt das Institut mit etwa 20 Mitarbeitern rund neun Millionen Euro von der Ludwig Boltzmann Gesellschaft und Partnern wie Bayer Health Care und der deutsche Medizintechnikhersteller NEBU-Tec sowie der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. (APA)

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