Vassilakou: "Knigge" gegen raue Sitten im Straßenverkehr

29. Juni 2011, 12:23
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Verkehrsstadträtin will mit Fairness-Regeln aber nicht nur Radfahrer in die Pflicht nehmen

Wien - Die für Wiener Verkehrsteilnehmer angekündigten Fairness-Regeln sollen keinesfalls nur für Radfahrer gelten. Das hat Verkehrsstadträtin Maria Vassilakou am Mittwoch im Gemeinderat betont. Die Regeln sollen im Herbst erarbeitet werden. Dazu wird es eine "Sensibilisierungskampagne" der Stadt geben, wie Vassilakou in der Fragestunde berichtete.

Der Begriff "Knigge", so betonte sie, stamme nicht von ihr - und sie habe auch nie behauptet, dass ein solcher ausschließlich für Radler benötigt werde. "Es ist nicht richtig, die gesamte Verkehrssicherheitsdiskussion auf Radfahrer zu fokussieren", befand die Ressortchefin. Jemand der rücksichtlos agiere, tue dies als Radfahrer, Motorradfahrer oder auch als Autofahrer.

"Sitten rauer geworden"

"In Wien beklagt sich jeder, dass im Verkehr die Sitten im Umgang miteinander rauer geworden sind", so Vassilakou. Eine Sensibilisierung für mehr Rücksicht sei darum notwendig. Aus diesem Grund will die Verkehrsstadträtin große Verkehrsorganisationen oder auch Behindertenvereine im Herbst zu einem Treffen laden.

Regeln, die dort ausgearbeitet werden, werden jedoch nicht verpflichtend, wie sie heute betonte: "Fairness kann man nicht verordnen." Zudem gebe es die Straßenverkehrsordnung, in der vieles enthalten sei. Es sei bereits jetzt verboten, zu rasen, zu drängeln, bei Rot über die Straße zu gehen, am Steuer mit dem Handy zu telefonieren oder am Gehsteig mit dem Rad zu fahren.

Zuständig für die Kontrolle sei hier die Polizei. Und das solle so bleiben, wie Vassilakou bekräftigte. Denn sie sei gegen jede Art von Bürgerwehr oder ähnliche Sicherheitsdienste. (APA)

  • Die angekündigten Fairness-Regeln sollen für alle Verkehrsteilnehmer gelten.
    foto: isa/derstandard.at

    Die angekündigten Fairness-Regeln sollen für alle Verkehrsteilnehmer gelten.

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