Bildung

"IT-Ausbildung für Lehrer nach wie vor nicht flächendeckend"

29. Juni 2011, 10:08
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    foto: cremer

    Solange Lehrer PC und Internet nicht beherrschen, gibt es Schwierigkeiten

Laptopklassen haben sich nicht durchgesetzt, es scheitert an der Finanzierung

Im Unterrichtsministerium hält derzeit die "modulare Oberstufe" die Unterrichtsministerin auf Trab; dass Österreich beim digitalen Pisa-Test durchgefallen ist, war Dienstag eine Nebenfront. "Dass war ja nur eine Zusatzauswertung zur Frage der Lesekompetenz, wir haben befürchtet, dass das kommt", kommentiert Josef Galley, Sprecher von Ministerin Claudia Schmied, das schlechte Abschneiden gegenüber dem STANDARD.

"Das dauert ein bissl"

Man müsse einen doppelten Schwerpunkt setzen, sagt Galley: einerseits die Ausstattung mit Computer und Internet. Hier habe man Fortschritte gemacht, aber vor allem Gemeinden als Pflichtschulerhalter seien finanziell überfordert. Zum anderen sei mangelnde Online-Lesekompetenz ein "Parallelproblem" fehlender Print-Lesekompetenz. Man habe zwar Leseförderungsprogramme "auf den Weg gebracht, aber das dauert ein bissl".

Solange diese PC und Internet nicht beherrschen, gibt es Schwierigkeiten

Der Bildungsexperte Paul Kral, früherer Direktor des Pädagogischen Instituts in Wien und heute in der IT-Ausbildung für Lehrer tätig, sieht mehrere Ursachen. "Nach wie vor gibt es keine flächendeckende IT-Ausbildung für Lehrerinnen und Lehrer. Solange diese PC und Internet nicht beherrschen, gibt es Schwierigkeiten." Kollaborative Arbeitsformen im Netz würden nicht genutzt, "die Lehrer stecken immer noch bei E-Mails fest".

Laptopklassen haben sich nicht durchgesetzt, es scheitert an der Finanzierung

Der PC würde "viel zu wenig eingesetzt, es gibt zwar Schulen, wo er viel verwendet wird, aber viele Klassen, die das ganze Jahr keinen PC nutzen", sagt Kral. "Die Laptopklassen haben sich nicht durchgesetzt, es scheitert an der Finanzierung." 2009 waren gerade 600 von rund 55.000 Schulklassen Laptopklassen. (spu, DER STANDARD Printausgabe, 29. Juni 2010)

 

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 31
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DEFTW
00
11.7.2011, 18:36
ach..

wie oft habe ich in meiner schulzeit (angeblich nicht funktionierende) beamer zum laufen gebracht

Dein schönster Traum
01
Lehrermentalität...

...und IT, das geht halt nicht zusammen.

Somebody Someone
00

Als Informatiker mit Kontakt zu Informatiklehrern habe ich folgende Meinung: Laptopklassen sind falsch, da Notebooks ablenken und man durch das Schreiben mit der Hand einen anderen Bezug zum Geschriebenen hat. Der derzeitige Informatikunterricht ist sehr oft weniger Wert als eine Freistunde und wird auch so empfunden. Und das liegt zu wesentlichen Teilen an den Lehrenden.

Man will etwas für die IT-Kompetenz der Schüler tun? Weg mit Laptopklassen. Her mit ordentlichem Informatikunterricht. (Welcher im Übrigen vielleicht den falschen Namen trägt.)

DEFTW
00
11.7.2011, 18:43
stimmt schon, aber

ich finde in der oberstufe (die ja wie wir alle wissen freiwillig besucht wird) ist sowieso jeder für seine mitschriften verantwortlich. (wer sich ablenken lässt muss sich halt anderswo um seine mitschrift kümmern, obwohl ich sagen muss DG am computer hat bei uns immer bestens funktioniert)
laptop/tablet etc. sollten langsam schon als vollwertige "schreibutensilien" angesehen werden. wer will kann sich ja immer noch mit stiften und dem ganzen zettelkram herumschlagen.

im punkt informatikunterricht muss ich ihnen leider gottes vollkommen recht geben :( schade eigendlich

Dr. Ma-Cho, chin. Wunderheiler(In)
01
word und exzel und bauerpoint

sind NICHT INFORMATIKUNTERRICHT !!

Walter J. Ferstl
00
"Dass war ja nur eine Zusatzauswertung zur Frage der Lesekompetenz"

Wer auch immer diesen Satz so geschrieben hat (es muss nicht der Sekretär der Ministerin gewesen sein), belegt damit, dass PISA überall ist...

WeltEnSTurm
00
30.6.2011, 17:24

In der Schule in der ich vor zwei Jahren war haben's die Computer auf Win 7 und Intel Core 2 mit 3 GHz aufgerüstet hat was mich ziemlich angepisst hat, da ich nur 2.4 GHz hatte. Dafür hattens halt nur Intel HD Grafik...
3 Computerräume mit Platz für je 25 Schüler war für 500 Schüler insgesamt aber doch ein bisschen wenig.

Arun Maru
00

klingt ja alles ganz nett, aber ich war in einer solchen "Laptop-Klasse"
- naja, das einzige, das man dort gelernt hat war "Wie kopiere ich am schnellsten die Hausaufgaben auf meine Festplatte..."
Mal abgesehen davon, der IT-Unterricht ist in Österreich unter aller Sau. Man lernt nicht viel mehr, als die Grundlagen von Microsoft Office und Netzwerkadministration (und selbst das beruht größtenteils auf einem Wissensstand vom 20. Jhd.)

broncoo
32
30.6.2011, 06:46
Laptop-Unterricht ist höchstens eine Ablenkungsquelle zusätzlich

Bin viel zu alt dafür, aber ich kann der Idee nichts abgewinnen. Schon in meinem EDV-Unterricht (sic) damals hat sich gezeigt, daß man sich nicht mit dem Unterricht an sich beschäftigt.

In den letzten Jahrzehnten hat sich das Bildungsniveau von Maturanten signifikant nach unten bewegt (da gibt's Studien darüber) - Laptop-Klassen und "neue Technologien" werden wohl kaum helfen, das zu korrigieren.

So praktisch es an sich ist - sich Wissen "erarbeiten" tut heute kaum noch ein Schüler. Schnell einmal in google gesucht und schon weiß ich, was ich wissen will/soll. Zum Glück gibt's noch Mathematik, wo das nicht so leicht geht - aber da gibt's ja mich *g*

flatline
01

Notebook Klassen,.... ich sehe es immer wieder,...
Die Lehrer und die Schule hat keinen ahnung was sie da brauchen.
Ich kenne es ganz gut,.... Mutter , Vater, Kind gehen in die PlusCity und möchten bei H**s ein Notebook kaufen für den Sohn. Der beim Haas schaut einmal verwirrt drein und gibts irgendwas her,....
Gehens zum Di**** und man fragt was sie haben möchten, kommt die Infromation, sie bräuchten ein Notebook für die Schule. Na ja immer hin schon was.

Leider wissen sie nicht was dieses alles können soll, und man muss sich gefühlte 4 Stunden (30 minuten) durch ein Fragen/Antwortspiel die Infromation heraussuchen und dann verkauft man ihnen ein Notebook.

Der Mann in Orange
00
30.6.2011, 04:02

"computer lernen" ist blödsinn. ein lehrer, der versucht, mit lehrer-methoden kindern die welt der informatik näherzubringen oder der (als nicht-informatiker) den computer für lehrer-methoden verwendet, bringt nichts: "neue" technik, alte didaktik. und das ist das eigentliche problem.

mit zwei stunden/woche im frontalunterricht oder mit pseudo-innovativen methoden wie im regelschulsystem etwa "offenes lernen" gehandhabt wird, lässt sich keine "computer-kompetenz" (WTF?) erlernen. lerning by doing, learning as fun.

665
17
29.6.2011, 15:31
Wir begegnen den Themen aus 2011 mit den Mitteln aus 1990

Alleine der Name 'Laptop-Klasse' zeigt den Grad des Rückstandes.
In Wien fahren die Schulen auf Windows 2000.
Die Zeiten wo man 'den PC erforscht hat' sind längst vorbei und gelten nur mehr für Senioren. Jeder junge Mensch muss mit dem Ding umgehen können wie mit Messer und Gabel oder Bleistift und Radiergummi. Das ist mittlerweile ein Arbeitsmittel und kein Forschungsobjekt mehr.
Also: Notebook oder Tablet für jeden Lehrer verpflichtend (BM zahlt oder 'bring your own device' mit voller steuerlicher Anrechung), WLAN in jeder Schule, Unterlagen als Download, Notebook mit OpenOffice oder Tablet als Unterrichtsmittel zum Ausborgen an jeder Schule und ab der 9. Schulstufe verpflichtend als eigene Ausstattung für jeden Schüler.

Mathias
 
00
30.6.2011, 11:11
Die Zeiten wo man 'den PC erforscht hat' sind längst vorbei

Das mag für casual worker stimmen, aber zum Glück sind ja nicht alle User "gleich.ge.schaltet" ...

Your Highness
23
29.6.2011, 15:19

Ich war auch in den letzten drei Schuljahren bis zur Matura in einer Laptopklasse.. im 1. Jahr habe ich das Teil geliebt, im 2. wars ganz okay, im Abschlussjahr habe ich ihn gehasst, verflucht, verabscheut. Ein Laptop hat im Alltagsunterricht nichts verloren muss ich im Nachhinein eindeutig sagen.

Your Highness
02
29.6.2011, 15:19

Anmerkung: Besser alle Schulen mit ordentlichen, brauchbaren PC-Räumen ausstatten.

dradiwaberl5693
00
29.6.2011, 20:28

Stimmt genau. Ich war zwar nicht in einer Laptop-Klasse (viel zu alt dafür), aber was ich jetzt bei den Kindern von Bekannten mitbekomme ist erschreckend. Meist hängen die Schüler im Internet herum, surfen, chatten und verbringen die meiste Zeit in Facebook. Die restliche Zeit ist der Lehrer meist in Sachen Troubleshooting unterwegs. Aber das Beste: das Klassenbuch gibt es zum Teil nur mehr in elektronischer Form. Vor 10 Jahren: Stundenwiederholung und der Prof. hat schnell mal nebenbei die Anwesenheit kontrolliert. Heute: PC einschalten, 5min hochfahren, 5min warten bis mit Online-Klassenbuch verbunden etc. Schrecklich!

Die kritische Stimme
02
30.6.2011, 08:09
Ja, ...

die Windows-5-Minuten...

Wann werden die Bildungsverantwortlichen lernen, dass Windows nicht gleich "Computer" ist? Mir kommt schon das Lachen, wenn ein Windows meint: "Ihr Computer ist eventuell gefährdet!" - Aha, baut der Virus den Grafikcontroller aus und trägt ihn davon, oder was?

Ein Betriebssystem ist nur Software. Und Software kann man neu installieren, verändern, erweitern oder auch zerstören und sogar durch eine andere ersetzen. Auf demselben, angeblich "gefährdeten" Computer!

aaabbbccc
012
29.6.2011, 12:50
Ich war ein einer "Laptop-Klasse"...

was hat es mir gebracht? viel spaß bei multiplayer-games, level 55 bei COD4 und 1,5 Dioptrien links/rechts...

YoungManKlaus
01
29.6.2011, 14:54
nicht zu vergessen ...

die fähigkeit gleichzeitig zu zocken und trotzdem zuzuhören. So wars es bei mir jedenfalls ...

Füxchen
22
29.6.2011, 11:45
Computerklassen sind meines Erachtens nach Schwachsinn

Es führt gerade dorthin, wo wir jetzt stehen. Schüler die mangels Schreibens und Lesens massive Schwächen aufweisen. Alleine die Bilderbücher in den Volks- und Hauptschulen tragen schon das ihre bei. Es gibt Studien, die belegen, dass nur die direkte Auseinandersetzung mit der Schrift, also alles per Hand schreiben (und das auch noch schön ;-) die Schreib- und Lesequalität fördern. Aber davon will die Schulbuchlobby natürlich nichts wissen. Denn dann würde ein Heft für den Unterricht fast ausreichen.

yoda75
00
29.6.2011, 11:26

Genauso wie Schüler ihren eigenen laptop in "lauffähigem" Zustand halten müssen, müssen sich Lehrer selbst um ihre Computerkenntnisse kümmern! Daher halte ich Lehrerfortbildungen im IT Bereich für völlig falsch! Nur durch eigenes learning by doing bzw ausprobieren lernt man den Computer kennen. Natürlich müssen in jeder Schule je nach Größe ausreichend Administratoren zur Verfügung stehen, die alle auf gleichem technischen Niveau stehen und bei etwaigen Netzwerk oder Serverausfällen rasche Hilfe bieten können. Ob dafür überhaupt Lehrer eingesetzt werden sollten? Schließlich gibt es ja auch Schulwarte, die für die Gebäudetechnik zuständig sind. Falls es Lehrer sind, sollten sie dafür anständig dafür bezahlt werden!

Dr. Ma-Cho, chin. Wunderheiler(In)
00
Lehrer anständig bezahlen?

wie soll das gehen?

derUser
01
29.6.2011, 10:53

ich würde die flächendeckende IT Ausbildung der LEHRER nicht unbedingt mit der Anzahl der Laptopklassen in einen Zusammenhang setzen.

Meine Schule hat übrigens 10 Laptopklassen, ich bin erstaunt dass das 1/60el von ganz Österreich zu sein scheint.

Ah ja, zur technischen Betreuung der etwa 230 Laptops und Schüler stehen 2 Stunde pro Woche zur Verfügung. Hier ist das Problem oft, dass die Schüler nicht in der Lage sind ihre Geräte in einem lauffähigen Zustand zu halten und kaum Kapazitäten vorhanden sind ihnen helfen sich selbst zu helfen.

el diletanto
00
29.6.2011, 18:24

gerade das "laptop selbst am laufen halten" sollte man den kids vielleicht auch in der schule beibringen...

Leech
00
29.6.2011, 10:49

wär ja schon ein fortschritt wenn man den laptop wenigstens nutzen dürfte wenn man schon einen hat.

Aber nachdem die anderen ja keinen haben is das meist auch verboten man könnte dann ja einen vorteil haben...

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