Koka-Tradition

Boliviens Kampf um das Recht auf Rausch

Michael Möseneder, 29. Juni 2011, 17:09
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    foto: standard/cremer

    Boliviens Präsident Evo Morales macht sich seit Jahren für das Recht der Bolivianer stark, Cocablätter kauen zu dürfen. Nun macht der Andenstaat ernst und tritt aus der Drogenkonvention aus.

Seit Jahrhunderten kauen die Andenbewohner Cocablätter - Eigentlich müsste das laut einer UN-Konvention seit 1986 verboten sein - Bolivien kündigt den Vertrag nun auf - Nur um gleich wieder beizutreten, ohne Coca

La Paz / Wien - Bei der UN-Drogenbehörde Undoc ist man derzeit etwas ratlos. Denn Bolivien wird aus der internationalen Drogenkonvention aussteigen. Um das Recht der Einheimischen auf ihre Cocablätter zu sichern. "Das ist noch nie passiert, derzeit befassen sich die Anwälte in New York damit", sagt Preeta Bannerjee, Pressesprecherin der in Wien ansässigen Undoc. "Die Angelegenheit ist eine hochgradig juristische Materie, daher können wir noch keine Einschätzung abgeben."

Am Dienstagabend (Ortszeit) hat der Kongress in Boliviens Hauptstadt La Paz ein Gesetz verabschiedet, das Präsident Evo Morales erlaubt, mit 1. Juli die Konvention zu verlassen. Allerdings nicht für immer. Denn unmittelbar nach dem Austritt am 1. Jänner 2012 will Bolivien die Konvention wieder unterzeichnen - aber ohne den Artikel 49, der sich unter anderem mit dem Coca-Kauen befasst.

In dem im Jahr 1961 verfassten Vertrag findet sich nämlich der Passus, dass innerhalb von 25 Jahren das Coca-Kauen verboten werden muss. Eine Anforderung, die Bolivien nie umgesetzt hat, ist doch diese Verwendung der Blätter des Coca-Strauches dort seit Jahrhunderten Tradition.

Die ähnlich wie Lorbeer aussehenden Blätter der Pflanze werden in den Andenstaaten getrocknet oder fermentiert und anschließend gekaut - oft unter Beimischung von Kalk. Das darin enthaltene Kokain wirkt leicht berauschend, unterdrückt das Hungergefühl, soll gegen die Höhenkrankheit helfen und wird auch bei religiösen Zeremonien oder als simples Genussmittel konsumiert. Auch Coca-Tees sind in den Geschäften legal erhältlich. Allerdings zählt Bolivien auch zu den drei Hauptexporteuren von Kokain. Das solle aber weiter verhindert werden, beteuert Präsident Morales, es gehe lediglich um den Binnenverbrauch.

Kein Blick in die Zukunft

Bei Undoc ist man dennoch alarmiert. Denn Boliviens Vorgehen könnte theoretisch Vorbildwirkung haben. Ob die UN Angst hat, dass etwa die Niederlande dann mit dem Konsum von Cannabis in ihrem Land das gleiche machen? "Man kann die Zukunft nicht vorhersagen, wir müssen abwarten, was die Anwälte sagen", meint Pressesprecherin Bannerjee.

Das Drogensekretariat selbst könne jedenfalls nicht aktiv werden. In der Konvention sind keine Sanktionen für Nichterfüllung von Punkten vorgesehen. "Die UN-Mitgliedsstaaten sind eigenständig, wir haben auch keinen Kontakt mit Bolivien aufgenommen. Das könnte nur das Generalsekretariat in New York machen." (Michael Möseneder, STANDARD-Printausgabe, 30.6.2011)

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Zhdophanti
00
27.9.2011, 16:34
Ich hab nen ganzen Sack gekaut

davon hab ich trockenen Mund bekommen, aber auf den 6000er hab ichs raufgeschafft. Das berauschende Gefühl hat sich allerdings nicht eingestellt :)

dr. kokos
 
00
14.3.2012, 19:45

im vergleich zu einem heurigenbesuch im weinviertel is so a bissal a coca ein lercherlschas.

qqqqq qqqq
04
30.6.2011, 20:17
Wir sehen Millionen Beamte, die die Weltbevölkerung aussaugen,

indem sie ihr Millionen Vorschriften machen, um sie zu "schützen". Das Zivilisten "schützen" erfanden unsere Kriegstreiber nicht, sondern kopierten es nur. Es ist einfach DER Erfolgsslogan des 20. Jahrhunderts. Millionen Vorschriften werden von Millionen Beamte erfundern um Abermillionen Beamten ihre Existenzberechtigung zu verschaffen. Sie scharren ganz unruhig in ihren Startlöchern, wenn nicht ausreichend Vorschriften produziert werden, die sie ganz begierig kontrollieren wollen.
Der nächste Krieg muß gegen die Kontrollwut der bürokratischen Nomenklatura geführt werden, wenn ich bitten darf. DAS wäre das wahre Zivilistenschützen.

Berkman
00
30.6.2011, 18:04
hehe

moeseneder heissta ^^

pox vobiscum
12
30.6.2011, 16:37

Was ist schon einzuwenden gegen ein bisschen traditionelles Cocablätterkauen.
Mit demselben Recht könnte jemand von uns verlangen den Alkohol zu verbieten.

jinglebells
02
30.6.2011, 14:07
die headline ist eine frec.........it!

Origine Vindobona
10
30.6.2011, 11:35

Die haben wohl keine Glawischnig dort drüben? :-))

franz der freie
 
17
30.6.2011, 11:25
bei uns wurde die segensreichste pflanze für hunderte produkte ( der hanf ) verboten,

weil amerika seine kunstfasern ( du pont ) in den markt drücken wollte.

Timagoras
 
31
30.6.2011, 14:39
stimmt!

"amerika" ist schuld, dass in Österreich hanf verboten wurde (wie an eh allem anderen auch, was in Österreich bzw. Europa erlaubt oder verboten wurde und wird).

TheNewBorn
02

Die aktuellen Hanf-Gesetze wurden in Österreich eingeführt, weil das die UN in den 60er Jahren voraussetzte um hier ihren Amtsstiz und ihr Büro für Drogen- und Verbrechensbekämpfung zu errichten. Es gab keine anderen Gründe die Prohibition und Verfolgung von Hanf/Cannabis einzuführen.
Die Drogenbekämpfung wurde zu dieser Zeit (und wird) sehr stark von Amerikanischen Kräften vorangetrieben - natürlich auch in der UN.

Bitte Bitte
00
... und wozu brauchen wir dieses Büro?

Hatten wir laut Qualtinger eh nicht schon die UN-Atomkommission?

kitloco
04
30.6.2011, 11:17
irreführende Überschrift, kein guter Artikel.. schade!

ich schließe mich anderen Kommentaren an, der Artikel zeichnet auch für meinen Geschmack eine zu enge Verbindung zwischen Kokablättern und Kokain; in Bolivien geht es um die Verwendung des ersteren, zweiteres wird großteils wo anders produziert und konsumiert...

außerdem heißt es unodc und nicht undoc.

hawkwind
05
30.6.2011, 11:02
Das mit dem 'Rausch' sei mal dahingestellt.

Darübehinaus wird es höchste Zeit, dass Länder, Regierungen, Menschen wieder beginnen, ihre ureigensten Rechte durchzusetzen.

Zur Zeit ist es doch so, dass nur mehr Richtungen vorgegeben werden, die lediglich dazu dienen, gewisse privilegierte Zielgruppen zu bereichern, und als Nebenprodukt unseren Planeten zu zerstören.

Und wenn es sonst kein Argument für Koka gäbe, diesen 'Rausch' haben wir alle bitter nötig, um all die Sauereien auszuhalten. Den müssen die Bolivianer sich nicht auch noch verbieten lassen.

LeChacal
04
30.6.2011, 10:11
Finde ich gerechtfertigt.

Bei uns im Westen sind Kaffee, Nikotin und Alkohol ja auch gesellschaftlich akzeptiert (abgesehen von einpaar Sonderfällen).

Ihre Gesellschaft hat halt was mit Blättern. So what, ich könnte die Kaffeebohnen auch pur kauen, wenn ich wollte, es wäre das gleiche. Mit Kokain scheint das, wenn man nur die Wirkung betrachtet und nicht die Chemie, ja so viel zu tun wie ein Glas Wein mit einer Heroinspritze.

Faktenfetischist
07
30.6.2011, 10:10
Kokain ist nicht drin, daher Rausch

Ned bös sein, aber Rausch kriegt man vom Kokakauen keinen. X-fach ausprobiert, auch nie einen Berauschten gesehen in Bolivien.

Kokain ist nicht drin. Erst die hochchemischen Labors holen aus der Heilpflanze eine Droge.

Vor Inbetriebnahme der Druckmaschine wird empfohlen, nach Fakten zu fahnden.

Nicht alles, was aus dem Dschungel kommt, ist bedrohlich. Übrigens.

franz der freie
 
01
30.6.2011, 11:27
erst mit essigsäureanhydrid wird eine droge draus.

samuel kant
07
30.6.2011, 10:02

sinnloser propaganda artikel.

kaffee und schwarztee haben meiner erfahrung nach eine stärkere wirkung als coca-tee.

damit die blätter überhaupt eine wirkung zeigen, muss man sie stundenlang im mund kauen und einwirken lassen. echt kein spass.

wenn es um die rausch-wirkung geht sollte eher tabak verboten werden.

Kapitalismus Luege
01
30.6.2011, 12:12

mit Kaffee und Schwarztee kannst auf 4000m einpacken.

TRockenmilch
00
30.6.2011, 09:48

schwechater!

Jäger der verbreiteten Dummheit
08
30.6.2011, 09:32
Redakteur ahnungslos

Wenn Kokablätter Kokain enthalten, dann müssen wir uns vor dem Alkrausch nach Konsum von Himbeermarmelade fürchten!

Un-glaub-lich - diese Ahnungslosigkeit: Rausch! Wer selbst mal Koka gekaut hat, weiß - keine Spur davon.

Mich dünkt, der Alte schrieb im Fieber. Oder im ortsüblichen Rausch.

Meto
06
30.6.2011, 08:20

Die Überschrift: "Recht auf Rausch"...: darum gehts ja eben, dass Koka Blätter kauen eben keinen "Rausch" verursacht; die Konzentration ist doch einfach zu gering.

naihoit
05
30.6.2011, 08:15
"Boliviens Kampf um das Recht auf Rausch" - geht´s noch ahnungsloser?

Oder steht da eine Absicht dahinter?
Das Kauen von Coka-Blättern berauscht nicht bzw. müßte man, um berauscht zu werden, einen ganzen Buckelkorb davon kauen, und das schafft ohnehin niemand.

Nessus
02
30.6.2011, 10:42
Eine Schlagzeile muss ein"Heuler" sein und Aufmerksamkeit erregen!

Da kann Sachlichkeit nur schaden.

"Boliviens Kampf um sein Recht auf ein Genussmittel" hätten viel weniger Leser bemerkt.

oglo242
07
30.6.2011, 05:17
La hoja de coca no es droga!

Bloeder, hetzerischer Artikel...

Helmut Hromadnik21
 
07
30.6.2011, 09:09
......."Boliviens Kampf um das Recht auf Rausch"......

Der titel des artikels stammt von einem völlig INKOMPETENTEN SCHREIBERLING,der niemals vor ort war, denn kauen von coca-blättern erzeugt keinen rausch, hilft aber HUNGER zu unterdrücken und wirkt LEISTUNGSSTEIGERND für schwere landarbeit beim (händischen) bestellen von feldern in großen höhen. Viele felder liegen in höhen um 4000 m, wo ein "tiefländer" schon froh ist nicht umzukippen beim hinaussehen aus dem autofenster !

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