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Nicht nur in den Schulklassen, auch in der Koalition flogen angesichts der Zeugnisvergabe die Fetzen - und es hat sich ausnahmsweise ausgezahlt. Bald dürfen Schüler mit zwei Fleck aufsteigen. Wer gleich drei kassiert, über den befinden die Lehrer, ob er mit seiner Klasse weiterrücken und im kommenden Schuljahr den Stoff nachholen darf - oder eben nicht.
Hand aufs Herz: Wer einmal in mehreren Gegenständen gefährdet war, der muss zumindest retrospektiv zugeben, dass er während der Schulzeit oft lieber auf der faulen Haut gelegen ist, anstatt eifrig Mitschriften zu stucken und Hausaufgaben zu erledigen. Diese höchst unangenehme Situation in einem Schülerleben kann einen aber auch wachrütteln, bevor man tatsächlich ein ganzes Jahr abschreibt.
Das ursprüngliche Ansinnen, mit drei "Nicht genügend" ein Aufsteigen zu ermöglichen, war zwar ambitioniert, jedoch etwas leistungsfeindlich und damit lebensfremd. Denn: Was Hänschen nicht lernt, lernt auch Hans nimmermehr - um hier einen einst verhassten Elternspruch zu strapazieren, der sich leider als wahr herausgestellt hat.
Jenen Schülern aber, die sich mit ernsten Krankheiten oder zermürbenden Krachs in der Familie herumschlagen müssen, bietet die neue Regelung eine faire Chance: Wissen die Pädagogen darüber Bescheid, werden sie wohl Rücksicht auf das ohnehin schon gebeutelte Fünfer-Kind nehmen - und zumindest einmal Milde walten lassen. (Nina Weißensteiner, STANDARD-Printausgabe, 29.6.2011)
oh ja, wie insel selig...
gegen ein bisserl fakelaki wohl überhaupt kein problem - auch wenn kind grad nicht krank sein sollte...
drei fünfer kann man sich auch z.b in projektmanagement, ernährungslehre und musik holen. da sollten die modulprüfungen doch leicht zu schaffen sein. drei fünfer in deutsch, englisch und mathe...das wird ein stressiges jahr;-) da werden viele lieber freiwillig wiederholen.
und dies kann sich selbst die jugendliche standard-journalistin nicht vorstellen, vielzuseh scheint sie in dem nahezu josefinischem bestehenden und völlig jenseitigen schulsystem verhaftet.
es geht um förderung von stärken und nicht um das alte klassische system des abwatschens von schwächen und der quasi-stigmatisierung.
wohin das alte system führt sehen wir ja, völlig unfähig menschen in der politik und ein erschreckend großer anteil der peinliche rechtsradikale rabauken wählt. da scheint doch schon fast alles schiefgegangen....
Und das Herumflicken an einzelnen willkürlich gewählten Elementen eines maroden Konzepts ist also das von Ihnen gepriesene "neue Schulsystem"?
Bei der derzeitigen Debatte kommt ca so viel heraus, wie wenn man eine chronische Krankheit gelegentlich behandelt: Eine auf dauer kostspielige Symptombekämpfung ohne Aussicht auf Besserung.
"Das ursprüngliche Ansinnen, mit drei "Nicht genügend" ein Aufsteigen zu ermöglichen, war zwar ambitioniert, jedoch etwas leistungsfeindlich und damit lebensfremd."
Worin besteht nun, die im Text angedeutete Leistungsfeindlichkeit, nach Frau Weißensteiner?
Es ist einfach zum Weinen. Nur gut, dass ich für dieses Käseblatt nicht auch noch zahlen muss.
scheint nicht nur unter politikern, sondern auch unter journalisten wenig verbreitet zu sein. wie sonst kann es dazu kommen, dass nina w. von "aufsteigen", "leistungsfeindlich" etc. daherredet?
(auch sonst erinnert der kommentar eher an leserbriefe, wie sie in der kronenzeitung üblich sind).
da wurde eine wichtige sache positiv, meine ich, erledigt. im vorfeld gab es einige stolpereien, aber das endergebnis erscheint mir besser. was woill man mehr??? viele haben bewusst falsche schlüsse gezogen, weil es ihnen nicht um die sache sondern und politik ging, leider auch die meisten medien, die auch das wesentliche nicht verstanden haben (verstehen wollten???). jetzt sollte das hauptziel sein: das neue ausprobieren, fördern und dann beurteilen.
liebe frau weissensteiner, niemand "steigt auf" irgendwohin.
das ist nicht wie die "klausel", wo man einfach so tut als wär nix.
und wachrüttelt tut das auch keinen, den ich kenn, der jemals vom "sitzenbleiben" bedroht war.
bitte informieren sie sich über modulsysteme. oder denken sie, das was an unis gang und gäbe ist, ist für schülerInnen zu wenig leistungsansporn? zu wenig druck?
Wie ist es mit "leistungsfreudig", "leistungsferne Schichten",
Aber das geht auch wieder vorbei:
Hier der Trend für Leistungsträger:
http://ngrams.googlelabs.com/graph?con... moothing=0
Und hier vergleichen Sie für "Nettozahler":
http://ngrams.googlelabs.com/graph?con... moothing=0
Das würde voraussetzen, dass es da einen eindeutigen Zusammenhang gibt. Und für einen schlechten Lehrer ist nichts einfacher als gute Noten herzuschenken. Wenn gute Noten das Ziel sind, dann sind eh alle zufrieden. Man lernt halt nichts.
Aber in Ihrer Welt sind vermutlich gute schulische Leistungen Erfolge von Schülern und schlechte schulische Leistungen Misserfolge von Lehrern.
Dass die Lehrer selbst benoten halt ich auch fuer einen Topfen - da bewerten sie ihre eigene Arbeit. Die Schueler sollten extern evaluiert werden, und das Ergebnis sollte, in erster Linie, zur Bewertung des Lehrers herangezogen werden.
Die Erfolge/Misserfolge eines einzelnen Schueler sind sicher zu einem grossen Teil selbstverantwortet - aber der Klassenschnitt ist die Verantwortung des Lehrers.
Die schlechten Pisa-Ergebnisse sind die Schuld der Lehrer und des Bildungssystems (ausser man vertritt die Meinung, dass der Oesterreicher von Natur aus duemmer ist als andere Voelker.
Ich denke auch, dass ein Teil der Lehrer seinen Beruf verfehlt hat. Kommt wahrscheinlich in ähnlichem Ausmaß auch bei Frisören und Automechanikern vor. In bin auch der Meinung, dass es auch Aufgabe der Schulverwaltung wäre hier Exit-Szenarien zu gestalten. Aber es lässt sich über die "Leistung" der Lehrer leichter schimpfen als diese seriös zu definieren und dann zu evaluieren. Ich halte die Schule für ein sehr komplexes System und bin sicher ein Großteil der Lehrer zeigt bei unterschiedlichen Klassen unterschiedliche Ergebnisse. Die Lehrer, die jede Klasse zu Spitzenleistungen führen können sind vermutlich genauso selten wie jene, die mit keiner Klasse können. Warum sollte ausgerechnet die Begabung für den Lehrberuf gleich verteilt sein?
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