Panzer, Kanonen und Flieger im Angebot

28. Juni 2011, 18:05
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Konkrete Nachfrage von Armeen in Übersee

Wien - Hoher Besuch in der Kaserne im steirischen Straß: Nach Informationen des Standard kommen diese Woche Militärexperten aus Argentinien in die Garnisonsstadt. Sie interessieren sich weniger für die dort als Teil der europäischen Battle-Group bereitgehaltenen Soldaten als für das Gerät, das dort (und an anderen Kasernenstandorten) eingelagert ist.

"Ja, es gibt konkretes Kaufinteresse, auch wenn wir nicht bestätigen, welche Länder sich derzeit unter den Interessenten befinden", heißt es aus dem Verteidigungsministerium.

Kein Geheimnis ist aber, dass rund 250 Panzerfahrzeuge des Bundesheeres derzeit auf einen Käufer warten. Konkret geht es um 119 Jagdpanzer Kürassier aus Steyr-Produktion, 58 Kampfpanzer Leopard von Krauss-Maffei und 80 Panzerhaubitzen M-109 aus amerikanischer Produktion, die in den 1990er-Jahren im Rahmen des "Panzerpakets" vom damaligen Minister Werner Fasslabend (ÖVP) aus Nato-Überschüssen für das Bundesheer gekauft worden sind.

Verteidigungsminister Norbert Darabos (SPÖ) hat entschieden, dass der Großteil der Panzer nicht mehr gebraucht wird, sie wurden eingemottet und zum Verkauf angeboten.

Mitsamt den Panzern sollen auch Fliegerabwehrkanonen und Flugzeuge - fünf PC-6 "Pilatus Porter" und drei (für Bewaffnung geeignete) Turbo-Trainer PC-7OE - ein neues Heimatland finden. Die Verkäufe sind nicht ganz einfach: Das neutrale Österreich muss sich, wie schon beim Verkauf der M-60-Panzer an Ägypten, an strenge Regeln halten. (Conrad Seidl, STANDARD-Printausgabe, 29.6.2011)

  • Eingemottete Jagdpanzer Kürassier (in Mistelbach): Konkrete 
Interessen aus Südamerika und dem arabischen Raum.
    foto: standard/fischer

    Eingemottete Jagdpanzer Kürassier (in Mistelbach): Konkrete Interessen aus Südamerika und dem arabischen Raum.

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