Arzt-Patienten-Beziehung

Vertrauensvolle Intimsphäre schützen

28. Juni 2011, 15:38

Präsident der NÖ Ärztekammer bekräftigt die ablehnende Haltung zum Pilotbetrieb der e-Medikation

Wien - Aus Sicht von Ärztekammerpräsident Christoph Reisner ist es nicht verwunderlich, dass sowohl seitens der Ärzte als auch der Patienten so wenig Interesse am Probebetrieb der e-Medikation herrscht. "Das Projekt e-Medikation dient in erster Linie den EDV-Firmen und in letzter Linie den Patienten. Wenn man im Sinne der Patientensicherheit sinnvoll Geld in die Hand nehmen will, sollte man es an anderer Stelle einsetzen", so der Ärztekammerpräsident. Das geringe Interesse aller Beteiligten hat laut Reisner seine Begründung: "Die Arzt-Patientenbeziehung muss als vertrauensvolle Intimsphäre geschützt bleiben, das wollen die Patientinnen und Patienten so. Die Medizin ist kein Produktionsbetrieb, sondern ein persönliches Behandeln."

Weiters würden die bereits heute vorhandenen technischen Mittel ausreichen, eine sinnvolle Prüfung der Medikamentenverordnungen zu gewährleisten. "Unsere Ärzte verfügen längst flächendeckend über EDV-Programme, mit Hilfe derer Interaktionen und Wechselwirkungen überprüft werden können und im praktischen Ordinationsbetrieb auch müssen. Was die Verantwortlichen im System offenbar weder wollen noch herstellen können, ist jedoch die Kanalisierung der Medikamentenverschreibungen dort, wo es wirklich Sinn machen würde, nämlich beispielsweise bei den Hausärzten", so Reisner abschließend. (red)

aflen
32
28.6.2011, 19:26
Die Arzt-Patientenbeziehung muss als vertrauensvolle Intimsphäre geschützt bleiben, das wollen die Patientinnen und Patienten so.

So ein Blödsinn! Ärzte(kämmerer) haben - zurecht oder nicht - Angst vor Transparenz! Die e-Medikation macht aber einiges transparenter als es jetzt ist. Die Interaktionsprüfung kann natürlich die Praxis-Software, aber weiß die Software auch, welche nicht-rezeptpflichtigen Medikamente bezogen werden? Weiß die Praxis-Software, was andere Ärzte verschrieben haben?
Liebe Ärztekämmerer: Erst denken, dann schreiben!

ein.leser
30
29.6.2011, 08:30
Weiß die Praxis-Software, was andere Ärzte verschrieben haben?

Wenn Sie es Ihrem Hausarzt mitteilen, dann JA.

Die Interaktionsprüfung in der Apotheke ist IMO ein Witz und wird nur zur Verunsicherung von Patienten führen.

Medikamentologe
02
29.6.2011, 14:44
Mann,

darum gehts ja: es soll eben nicht am Patienten liegen, so wichtige Informationen weitertragen zu müssen. Die Meisten können ja nicht mal die Präparatenamen aussprechen, die Sie verordnet bekommen!
Außerdem sollte auch bei den Ärzten mittlerweile das double-check Prinzip angekommen sein. In Salzburg beim Arzneimittelsicherheitsgurt wurden mehr als 300 therapierelevante bzw. patientengefährdende Interaktionen in der Testphase festgestellt. Ist ja auch kein Wunder, Fehler macht jeder bei der Masse an Verordnungen, ob Arzt, Ordi-Hilfe oder Apotheker. Aber diese pot. Fehlerquellen nicht beseitigen zu wollen, ist eine Frotzelei ggü den Patienten.
ad Datenschutz: ich kenn einen Arzt der sich das Fax gespart hat und Befunde in die Apo faxen ließ

Toeris
00
29.6.2011, 09:45
Es ist immer ein Fehler

anderen Menschen die eigene Dummheit zu unterstellen.

Toeris
11
28.6.2011, 17:53

Diese angesprochene Software ist nicht flächendeckend vorhanden. Der 19. Bez. ist mit guten Ärzten besetzt, aber die haben das bei weitem nicht alle und da sind viele dabei, die auch Privatordination haben.

Und, es ist sehr wohl im Interesse der Patienten. Wenn jemand z.B. Parlodel nehmen muss und ein Arzt verschreibt ein Pilz-Mittel, dann krachts im Gebälk. PatientIn denkt oft nicht daran, wenn das eine vom Neurologen ist und dann zum Gyn wegen einer Pilzinfektion eben ein Pilzmittel verschreibt.
Und das trifft auch Personen, die ihren Kopf nicht nur für den Friseur benützen. Ähnliche Probleme gibt es sehr viele.

Wenn ich dann noch an die Hobby-Arzt-Geher in stark fortgeschrittener Jugend denke, die einfach Kommunikation und persönliche

Realist6
02
28.6.2011, 17:07
e-Medikation sehr wohl für Patient

...Herr Dr. Reisner werfen sie doch einmal einen Blick in die APA. Patientenanwalt Bachinger ist da ganz anderer Meinung zum Thema Patientensicherheit, wenn er meint, dass bereits jetzt 88 Patienten das Leben gerettet wurde. Der Probebetrieb scheint halt doch für den Patienten sinnvoll zu sein...

RS69
 
00
29.6.2011, 01:13

Dann wäre es auch als freiwillige Option möglich.

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