Präsident der NÖ Ärztekammer bekräftigt die ablehnende Haltung zum Pilotbetrieb der e-Medikation
Wien - Aus Sicht von Ärztekammerpräsident Christoph Reisner ist es nicht verwunderlich, dass sowohl seitens der Ärzte als auch der Patienten so wenig Interesse am Probebetrieb der e-Medikation herrscht. "Das Projekt e-Medikation dient in erster Linie den EDV-Firmen und in letzter Linie den Patienten. Wenn man im Sinne der Patientensicherheit sinnvoll Geld in die Hand nehmen will, sollte man es an anderer Stelle einsetzen", so der Ärztekammerpräsident. Das geringe Interesse aller Beteiligten hat laut Reisner seine Begründung: "Die Arzt-Patientenbeziehung muss als vertrauensvolle Intimsphäre geschützt bleiben, das wollen die Patientinnen und Patienten so. Die Medizin ist kein Produktionsbetrieb, sondern ein persönliches Behandeln."
Weiters würden die bereits heute vorhandenen technischen Mittel ausreichen, eine sinnvolle Prüfung der Medikamentenverordnungen zu gewährleisten. "Unsere Ärzte verfügen längst flächendeckend über EDV-Programme, mit Hilfe derer Interaktionen und Wechselwirkungen überprüft werden können und im praktischen Ordinationsbetrieb auch müssen. Was die Verantwortlichen im System offenbar weder wollen noch herstellen können, ist jedoch die Kanalisierung der Medikamentenverschreibungen dort, wo es wirklich Sinn machen würde, nämlich beispielsweise bei den Hausärzten", so Reisner abschließend. (red)