Kraftwerk in Molln soll 300 Megawatt Leistung bringen - Greenpeace erkennt Motor für Ökostromnutzung
Linz - Oberösterreichs erstes Pumpspeicherkraftwerk soll in Molln (Bezirk Kirchdorf) errichtet werden. Seit Montag wird verhandelt, Umweltlandesrat Rudi Anschober rechnet mit einer Entscheidung durch einen Bescheid der zuständigen Behörden bis Ende des Sommers, wie er in einer Presseaussendung am Dienstag bekanntgab.
Das Projekt Molln sei das erste von drei möglichen Pumpspeicherkraftwerken in Oberösterreich und das einzige, das nicht mit einer Umweltverträglichkeitsprüfung, sondern durch Materienverfahren geprüft werde. Es soll eine Leistung von 300 Megawatt erbringen.
Öko- statt Atomstrom
Gleichzeitig demonstrierten heute in Kärnten Greenpeace-Aktivisten gegen die Verwendung von Pumpspeicherkraftwerken, sollte darin Atomstrom gespeichert werden. "Österreich hat mit dem Pumpspeicherkraftwerk ein wichtiges Mittel in
der Hand, um einen Ausstieg aus der Atomenergie und einen raschen
europaweiten Ausbau der Versorgung mit Ökostrom möglich zu machen. Dazu
muss aber geregelt werden, dass Ökostrom Vorrang bekommt",
sagte Greenpeace-Energiesprecher Jurrien Westerhof. Die Pumpspeicherkraftwerke sollen nach Forderungen der Umweltorganisation die Rolle von "Ökostrom-Batterien" übernehmen und vornehmlich die in immer größeren Mengen vorhandene Windenergie bevorraten.
Energie aus Windparks nimmt auch eine zentrale Funktion in Oberösterreichs Energiewende ein: Ebenfalls am Montag wurde der "Windmasterplan" beschlossen, der laut Anschober dringend notwendig war: "Seit 2005 hat es keinen Fortschritt bei der Nutzung der Windenergie
gegeben. Es werden nun Positivzonen für die
Nutzung von Windenergie gesucht, die wirtschaftlich
interessant sind und von den Fachexperten des Landes als sinnvolle
Option gesehen werden." (APA/red)