Weltraummüll war offenbar nicht rechtzeitig entdeckt worden und trieb im Abstand von 250 Meter vorbei
Moskau - Schreckensmomente für die sechsköpfige Besatzung der Internationalen Raumstation ISS: Wegen einer akuten Bedrohung durch Weltraumschrott haben sich die Raumfahrer vorübergehend in Sicherheit gebracht. Da ein
Wrackteil zu spät bemerkt worden sei, habe die 110 Meter breite ISS nicht mehr
ausweichen können, sagte ein Mitarbeiter des Flugleitzentrums bei Moskau am
Dienstag.
Flucht in die Kapseln
Die Besatzungsmitglieder mussten sich in die beiden angekoppelten
Sojus-Kapseln zurückziehen. Das Bruchstück sei in nur 250 Meter Entfernung am
Außenposten der Menschheit vorbeigeflogen, meldete die Agentur Interfax. In der
Vergangenheit hatte die ISS wiederholt zum Beispiel Satelliten ausweichen
müssen. Zu Schäden kam es bisher aber nicht.
An Bord der ISS rund 350 Kilometer über der Erde halten sich derzeit die
Russen Sergej Wolkow, Alexander Samokutjajew und Andrej Borissenko sowie die
US-Amerikaner Mike Fossum und Ronald Garan und der Japaner Satoshi Furukawa auf.
Am 8. Juli soll letztmals ein US-Spaceshuttle zur Raumstation fliegen, danach
sind die russischen Sojus-Raumschiffe die vorerst einzigen Transporter. (red/APA)