Diskutieren Sie über die Schulreform!

28. Juni 2011, 19:10
  • Ist die Schule noch zu retten? Posten Sie mit!
    foto: der standard

    Ist die Schule noch zu retten? Posten Sie mit!

Muss das Gymnasium für immer und ewig acht Jahre dauern? Warum brauchen wir neun Wochen Sommerferien?

Die Abschaffung des Sitzenbleibens, die neue Ausbildung für Pädagogen und die Verhandlungen über ein neues Lehrer-Dienstrecht - das sind nur einige der derzeitigen Baustellen in der Schulpolitik. Liebe UserInnen, wir wollen die Diskussion mit Ihnen führen und richten daher die Frage an Sie, welche Reformen Sie für notwendig halten.

  • Muss das Gymnasium für immer und ewig acht Jahre dauern?
  • Soll die Gesamtschule eingeführt werden?
  • Warum brauchen wir neun Wochen Sommerferien?
  • Sind Schulnoten sinnvoll?
  • Brauchen Kindergarten-PädagogInnen tatsächlich eine Masterausbildung?
  • Wie kann erreicht werden, dass Kinder mit Migrationshintergrund die gleichen Bildungschancen haben?

Das Forum unter diesem Artikel bleibt eine Woche lang geöffnet. Am Ende fassen wir die interessantesten Vorschläge, die konstruktivsten Lösungsansätze und die skurrilsten Ideen zusammen. Posten Sie mit!

Wenn Sie eine längere Antwort verfassen wollen, können Sie auch gerne eine E-Mail an bildung@derStandard.at richten. (red, derStandard.at, 29.6.2011)

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klasse, das forum ist ja schon lange tot. hätte ich natürlich auch lesen können! tja, selbst schuld.

1. wenn jugendliche bis 18 in die schule gehen sollen, dann soll das gym auch 8 jahre dauern. klare sache!

2. wenn es der "soziale friede" erfordert, weil von der mehrheit gefordert, dann natürlich (demokratische entscheidung!). einen anderen sachlichen grund dafür kann ich nicht erkennen!

3. weil man nahezu auf der ganzen welt bemerkt hat, dass es die braucht! (regeneration, andere erfahrungen als schule, ferialjobs, freiheit, reisen, gehaltsbestandteil!)

4. wenn geschickt eingesetzt, sind sie so ziemlich das einzige (gesetzlich erlaubte) mittel, um die kinder zu motivieren. kinder wünschen sich feedback in form von noten! wäre ansonsten wie fußball ohne tore! alle "erwachsenen" sollten sich aber im klaren sein, ...

Bildung ist mehr

- sozialräumliche Lernräume etwa in Instituten, Museen, Betrieben und Vereinen mit thematischer Variation der inhaltlich aufgeladenen Räume
- variable, diskursive Lerngruppen mit bis zu 12 Personen, die nach Bedarf altersheterogen, aber auch geschlechtsspezifisch zusammengesetzt werden können und die kooperativ agieren
- projekt- und innovationsorientierte Lernmethoden in einer Verschränkung von Angewandtem und Abstraktem mit konkreten Aufgabenstellungen, die ein komplexes Handeln erfordern (jenseits des Stundentaktes und mit hohem Mitbestimmungsgrad)
- 30% Verpflichtendes, 70% interessensgeleitete Auswahl der Inhalte (fakultativ), um Interessen zu fördern und Gewichtungen in Inhalt und bei Personen zu erlauben
- Basic-knowledge-Konzepte, bei denen

4. ... dass sie keine "absolute" aussagekraft haben und für den vergleich kaum taugen! sind eben ein unglaublich wirksamer anreiz für die kinder, sich zu verbessern, sich weiter mit einer sache zu beschäftigen und sich nicht nur mit "bestanden" zufrieden zu geben! verbale beurteilung alleine, kann das (leider) niemals!

5. da ich befürchte, dass dies den allgemeinen habitus der pädagogiInnen mit sicherheit ändern würde (starker drang um akademische anerkennung durch entsprechende "abgehobenheit"), würde ich mir für mein kind keinen kindergarten-master wünschen. der habitus der "akademischen pädagogen" ist bereits in den höheren schulen eines der hauptprobleme! da die kindergartenpädagogen aber ganz hervorragende arbeit leisten, ...

ich wünsch mir mehr pädagogische supervision/coaching für lehrerInnen aller schulen und ein verpflichtendes sabbatical nach 20 dienstjahren.

der stress vieler, vieler lehrerInnen ist nicht mehr auszuhalten!

Material

es gibt eigentlich nur ein Thema: wie soll die Gesellschaft mit den schlechten SchülerInnen und den dadurch entstehenden hohen Kosten umgehen. Wer wird in einigen Jahren wenn die Babybommer in Pension sind in Österreich arbeiten und wirtschaften?

Das österreichische

Bildungssystem war weltweit Spitze, bis man begann es zu reformieren. Seither geht es mit der Bildung bergab und die Privatschulen kommen immer mehr in den Mittelpunkt.

leider ist diese befragung spurlos an mir vorbeigangen.

ich schließe mich an und erweitere:
1.die gesamtferienzeit auf fünf wochen kürzen, 2.durchgehender kirppen-kindergarten-schulbetrieb
3.pädagogische ausbildung selbst für krippenmütter
4.ganztagesstätten von der krippe bis zur schule
5.ganztätig verteilter unterricht mit ruhephasen
6.schuluniformen: fördert den schulischen zusammenhalt und die identifikation mit der schule
7.kirchliche feiertage: reduzieren. und auch für andere religionen zumindest ein feiertag
8.kein proporz in der vergabe der direktorenposten
9.verpflichtender ethikunterreicht oder vergleichende religionsgeschichte anstelle des religionsunterreichts.
10.mehr praxisorientiertung der lehrinhalte: politik,partnerschaft,kindererziehung
Danke: weiß, daß es wunschträume sind.

Allgemein ist doch noch zu oberflächlich

statt mehr Gymnasien sollten mehr höhere Bildungstätten mit Berufsreife in diversen Spezialgebieten ausgebaut werden. Dies gilt besonderes für jene Bereiche die nicht von HTL/HAK oder HLA abgedeckt werden.

Ein Absolvent kann sich nachher aussuchen, ob er studiert (ähnliches, oder andere Richtung) oder sich in der Berufwelt bewährt.

Schule neu

Kurzkommentar zu den Themen:
Gym. 8 Jahre: nein, sollte mindestens 1 Jahr länger sein und jede höhere Schulform sollte in die Ausbildung einen Lehrberuf integrieren.

Gesamtschule: ja, wenn dafür die notwendigen personellen und organisatorischen Rahmenbedingungen geschaffen werden. (nachhaltig und nicht nur im Schulversuch)

Noten: Haben sich eindeutig nicht bewährt. Bestanden, nicht bestanden und mit Auszeichnung bestanden reicht wie bei allen anderen Kursen auch.

Master: egal

Bildungschancen: Verpflichtender Kindergarten und "Ganztagesschule"; aber bitte nicht Schule im klassischen Sinn. Es interessiert heutzutage niemanden mehr, wenn alle 50 Minuten ein anderer Lehrer über völlig andere Inhalte referiert.

"Gym. 8 Jahre: nein, sollte mindestens 1 Jahr länger sein und jede höhere Schulform sollte in die Ausbildung einen Lehrberuf integrieren."

Wozu einen beruf erlenen, den ich sowieso nie ausüben würde?

Ihre Einteilung ersetzt

eigentlich das fünfgliedrige nur durch ein dreigliedriges Notensystem. Ich würde stattdessen unbedingt eine verbale Beurteilung bevorzugen, wobei (als Zugeständnis an die Traditionalisten) eine Kombination mit dem Notensystem auch möglich wäre. Es geht ja in erster Linie darum zu begründen, warum habe ich jetzt einen Dreier, Fünfer etc.

das größere problem bei der migrationsfrage ist aber wohl, was mit den kindern ist, die in die volkschule kommen und überhaupt gar kein deutsch können.
in einigen ehemaligen kolonien wie namibia (als ehemalige deutsche kolonie zum beispiel), gibt es deutschsprachige gymnasien, obwohl deutsch nicht die muttersprache des landes ist.
würde man in wien eine türkische schule eröffnen, in der primär auf türkisch, aber deutsch von anfang an als erste fremdsprache, unterrichtet wird, würde man dem problem, dass momentan herrscht, entgehen. hier müsste man deutsch allerdings etwas mehr aufmerksamkeit schenken. also nicht nur 2 stunden die woche. eher 6 oder 8. eine fließende integration in andere fächer wäre auch möglich. vermutlich sogar sinnvoller

die masterausbildung für die kindergarten tanten und onkel halte ich für unsinnig. es sei denn man will aus dem kindergarten ein riesiges forschungsprojekt machen. in dem fall wäre es wohl zwingend notwendig.

für mit migrationshintergrund braucht man sich nur andere länder anschauen. die usa, der multikulturelle staat schlechthin, hat hier ein meiner meinung nach recht brauchbares system. dort werden regional unterschiedliche sprachen zusätzlich gelehrt (als fremdsprache). die sprachen werden nach den dort lebenden minderheiten bestimmt. wichtig ist, dass diese sprache kein zwang ist, sondern ein wahlfach.
teilweise wird das in österreich schon gemacht. im burgenland gibt es einige schulen, in denen kroatisch gelehrt wird. aber in wien?

Schulpflicht gehört verlängert

Der Irrsinn, 15-jährige in die Berufswelt zu schubsen, gehört rasch beseitigt...
Mindestens 2 Jahre auf die Schulpflicht draufpacken, dann hätte man mehr Reife bei den jüngsten Berufseinsteigern, könnte an deren Allgemeinbildung auch arbeiten und die Wirtschaft könnte sich das Jammern ersparen, wonach es keine anständigen Arbeitskräfte mehr gibt..

+ die jugendarbeitslosigkeit würde sinken.

schulnoten sind bis zu einem gewissen grad sehr sinnvoll. es gibt allerdings immer gegenstände wo diese absolut überflüssig sind. turnen mal als beispiel genommen. es interessiert niemanden was für eine note man in diesem fach hat. hier bedarf es nur einer kleinen adaptierung. das notensystem bei uns geht ja etwas weiter als 1-5. es gibt ja noch teilgenommen, nicht teilgenommen und befreit. wärend meines studiums hatte ich ein paar kurse, in denen die benotung ausschließlich auf diese art erfolgt ist.
im gegensatz dazu ist es äußerst fragwürdig, in einem fach wie mathematik keine noten zu vergeben. das ist ein typisches fach in dem man das verständnis über die materie, auf diese art einfach und verständlich beurteilen kann.

das gymnasium dauert 8 jahre lange? wo? ich würde eher sagen, dass das gymnasium 2 mal 4 jahre dauert. immerhin kann man nach 4 jahren ganz normal und regulär das gmynasium verlassen um auf eine andere schule zu gehen.
ich würde mir hier eher die frage stellen, wie sinnvoll diese 4 jahres abschnitte sind.

den einzigen vorteil der gesamtschule sehen ich in der nachmittagsbetreuung der kinder. für so etwas braucht man aber keine eigene schulform. außerdem gibt es mit der gesamtschule dann 3 schulformen anstatt 2. daher ist das wohl eher kontraproduktiv.
man sollte unterschiedliche schulformen für unterschiedliche lerntypen einführen, das wäre wohl wesentlich sinnvoller.

-Warum brauchen wir neun Wochen Sommerferien?
Weil sonst a) die LehrerInnengehälter ziemlich massiv erhöht werden müssten, seit Kreisky werden wir nämlich nur für 10 Monate bezahlt, das Jahresgehalt ist aber auf 14 Monatsgehälter aufgeteilt.
Und weil b) sonst Kinder mit Nachprüfungen gar keine Zeit für Urlaub mehr hätten
und weil c) dann lange Krankenstände wg Burnouts massivst zunehmen würden. Die Ferien helfen, wieder zu Kräften zu kommen.

- Soll die Gesamtschule eingeführt werden?
Nein. Das System hat sich in fast allen Ländern, in dem es existiert, nicht bewährt. Finnland ist deshalb eine Ausnahme, weil dort Bildung (und auch die Lehrenden!) einen völlig anderen Stellenwert haben, da wird wirklich investiert. Bei uns: Unterstufe: 27 Kinder in einer Klasse (von Bewegungsspielraum keine Spur), Oberstufe: bis zu 36 (!!!!!!!!) Jugendliche, die vorderen Reihen picken mit der Nase an der Tafel! In Finnland: Lerngruppen von 12-15 Jugendlichen.

Muss das Gymnasium für immer und ewig acht Jahre dauern?
...Warum nicht?
Soll die Gesamtschule eingeführt werden?
...Nur ergänzend aber nicht ersatzweise-
Warum brauchen wir neun Wochen Sommerferien?
...Warum nicht, hat sich ja gut bewährt.
Sind Schulnoten sinnvoll?
...ja
Brauchen Kindergarten-PädagogInnen tatsächlich eine Masterausbildung?
...warum nicht?
Wie kann erreicht werden, dass Kinder mit Migrationshintergrund die gleichen Bildungschancen haben?
...mit Fleiß und guten Willen sollte jeder dabei sein dürfen

Zusätzliche Wünsche: räumlicher Umbau von Schulen - für jeden Lehrer ein Büro, wo er seine Arbeiten erledigen kann, für die Schüler Sozialräume zum Essen, Musizieren, Bewegung machen und Kommunizieren.
Verlegung von nachmittäglichen Freizeitangeboten in die Schulen, z.B. Instrumentalunterricht, diverse Sportangebote usw., das würde sozial Schwachen und Migrantenkindern besser Chancen bieten und für alle anderen unnötige Fahrereien ersparen.

Ja, das wäre ein Traum.... aber diese Investitionen sind unsere Kinder (die Lehrenden sowieso nicht) dem Staat nicht wert, denn auch ohne grundlegende Schulreform hätten schon längst menschenwürdigere (oder menschenGERECHTE!) Schulen gebaut werden müssen.

Das hier ist explizit ein Forum zum Träumen - also her mit den absurdesten Ideen!

2 Fronten und viel Geplänkel

Es gibt die (rebellierenden)Schüler auf der einen Seite und die (qualifizierten)Lehrer auf der anderen.
Jede Seite besitzt Stärken, die die andere nicht hat;jede Seite verlangt von der anderen, dass das Gegenüber sich zu verändern hat. Tja,so ist das eben mit Wissen und Bildung - sie verändern. Veränderung ist unbequem und macht Arbeit. Das ist natürlich unangenehm...oder?
Das verbindende Element der BEIDEN Fronten sollte das Schulsystem sein - ein Raum, in dem Wissen ausgetauscht wird. Eine Umgebung, die Lust macht, sich zu verändern.Die Fronten sollten nicht verhärtet werden, es sollte kommuniziert und miteinander gearbeitet werden. Solange das Schulsystem in Österreich weiter auf seitenweise Gedrucktem basiert, passiert gar nichts...

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