Modul-System in Oberstufe

Spindelegger setzt Aufsteigen mit zwei statt drei Fünfern durch

28. Juni 2011, 10:12
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    Das Modulsystem im Überblick.

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    foto: apa/neubauer

    Claudia Schmied hält die Kommunikation der ÖVP für falsch, man könne immer noch mit drei Fünfern aufsteigen. Allerdings nur in Ausnahmefällen - und die Lehrerkonferenz muss zustimmen.

  • Gesetzesentwurf zum Modul-System für die Oberstufe.

Weiterkommen mit drei Fünfern wird Ausnahme - Lehrerkonferenz muss diese beschließen

Wien - ÖVP und SPÖ haben sich im Streit um die modulare Oberstufe geeinigt. Statt mit drei ist nun das Aufsteigen mit höchstens zwei Nicht Genügend in die nächste Klasse möglich, gab Vizekanzler Michael Spindelegger (ÖVP) am Dienstag beim Ministerrat bekannt. Allerdings kann die Klassenlehrerkonferenz im Falle außergewöhnlicher Umstände wie langer Krankheit einmalig eine Ausnahme machen und den Wechsel in die nächste Klasse auch mit mehr Fünfern erlauben.

"Man kann nicht mit drei Fünfern aufsteigen, wie ich es verlangt habe", zeigte sich Spindelegger vor Journalisten zufrieden. Es gebe damit einen Kompromiss, der auch stärkere Individualisierung bringe, freute sich der ÖVP-Obmann. Die Lehrerkonferenz, die künftig entscheiden soll, ob ein Schüler mit drei Fünfern in drei Modulen Aufsteigen darf oder nicht, sei "das richtige Gremium, das beurteilen kann ob man einem Schüler zumuten kann, dass er diese Noten in einer relativ kurzen Zeit ausbessern kann".

"Es wird niemandem etwas geschenkt"

Die Regierungsparteien seien sich nur in "einem kleinen Punkt nicht einig gewesen", diesen Dissens habe man nun in einen Konsens verwandelt. Wichtig sei auch der Leistungsgedanke, bis zur Matura müssten alle Module positiv abgeschlossen werden. "Es wird niemandem etwas geschenkt", so Spindelegger.
Auch Bundeskanzler Werner Faymann betonte in der Pressekonferenz nach dem Ministerrat, dass beim Aufsteigen mit einem Fünfer in einem Modul "niemandem etwas geschenkt wird". "Es ist nur eine Gelegenheit, diese Prüfung im Folgesemester oder im übernächsten Semester nachzuholen. Das heißt, es ist eigentlich nur die Gelegenheit, dass jemand im Klassenverband verbleibt", so Faymann. Man wolle durch das Modulsystem auch die hohen Ausgaben der Eltern für Nachhilfe senken. Er sei sehr froh über die Einigung.

Semester wird in Module unterteilt

Im geplanten Modell ist jedes Semester in mindestens zwei Module unterteilt. Ist ein Modul negativ, ist auch die Semester- bzw. Ganzjahresnote negativ. Ursprünglich hatten Unterrichtsministerin Claudia Schmied (SPÖ) und VP-Bildungssprecher Werner Amon ein Modell vorgestellt, das ein Aufsteigen mit bis zu drei negativ absolvierten Modulen ermöglichen sollte.

Spindelegger hatte sich jedoch, wie auch mehrere VP-Länderchefs, dagegen ausgesprochen. Auf die Frage, warum man sich nicht gleich auf das jetzt vorliegende Modell geeinigt hatte, antwortete der Vizekanzler: "Ich glaube, dass es sehr gut ist, dass man diskutiert, wenn es einen Entwurf noch nicht einmal in Gesetzesform gibt."

Schmied: "Verkürzte Darstellung"

Schmied bezeichnete die von der ÖVP kommunizierte Lösung als verkürzte Darstellung, das Aufsteigen mit drei Nicht Genügend sei sehr wohl möglich, sagte sie nach dem Ministerrat vor Journalisten. Sie räumte aber ein, dass dies nur einmal pro Schüler erlaubt sein werde, und zwar dann, wenn die Klassenlehrerkonferenz zustimmt. Möglich sei das bei den erwähnten besonderen Umständen, etwa langer Krankheit oder wenn ein Schüler wegen der Scheidung der Eltern Lernschwierigkeiten habe. Ansonsten kann höchstens mit zwei Fünfern in die nächste Klasse gewechselt werden, bestätigte sie die Darstellung von ÖVP-Chef Spindelegger.

Schmied hat diese Lösung am Dienstag mit Amon ausverhandelt. Sie betonte die gute Gesprächsbasis mit diesem und meinte: "Ich freue mich, dass jetzt die ÖVP voll auf Linie und auf Kurs ist." Es sei ihr wichtig, nun mit der Oberstufenreform ins Ziel zu kommen.

Start der Reform vermutlich 2012

Der Gesetzesentwurf soll nun in Begutachtung gehen. Zur Umsetzung meinte sie, ein Start im Dezember 2012 im Rahmen eines Stufenplans wäre der Idealfall.
Zur am Sonntag von Bundeskanzler Faymann geübten Kritik, das Thema sei schlecht kommuniziert worden, meinte Schmied, es handle sich um ein schwieriges Thema. Als öffentliche Rüge für sie habe sie die Aussage Faymanns nicht verstanden. (APA/red, derStandard.at, 28.6.2011)

Kommentar posten
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taratata
02
30.6.2011, 23:40
"Es wird niemandem etwas geschenkt"

... man kann auch niemandem bildung schenken!

D/E
00
30.6.2011, 19:05
Wenn man ein System nicht einmal ansatzweise verstanden hat,

kann man allerlei darüber schwafeln und -- so es politisch opportun ist -- auch einmal deftig dagegen sein -- oder auch net.

Deppenpolitik.

BioLex .
00
29.6.2011, 23:55

meine Güte, was ist denn das für ein dämlicher Kompromiss?

nick morgenland
 
00
29.6.2011, 20:02
ceterum censeo

verdienstvoll wäre es, eine kurze geschichte der aussagen, taten und ergebnisse der unterrichts-, wissenschafts- und bildungsminister(innen) der övp zu schreiben (zweite republik).

eiin schilcher macht noch keinen frühling.

nick morgenland
 
00
29.6.2011, 20:01
vergleich

zwei module (oder mehr) pro semester. ist ein modul negativ: ist die gesamtnote negativ.

vor der letzten wahl haben politiker(innen) etwas gegen den notendruck unternommen: alle fünf jahre wird jetzt gewählt, alle vier jahre (wäre ja permanenter wahlkampf), das geht ja gar nicht.

für die verlängerung der legislaturperioden stimmten bzw. traten ein: övp, spö, liberales forum (herr zach), bundespräsident heinz fischer (als vertreter des volkes), das bzö glaube ich. die grünen stimmten zu (weil das wahlalter herabgesetzt worden war, kritisierten die verlängerung), die blauen stimmten gegen die reform.

nick morgenland
 
00
29.6.2011, 19:55
priorität qualitätsverbesserung politischer_systeme

rücktritt der regierung und neuwahlen.
spindelegger und faymann sind überfordert.
klassische fälle des peter-prinzips.

peter-prinzip: karriereleitern zu erklimmen - "es geht noch, da geht noch was" - bis zum erreichen der persönlichen unfähigkeit.

abhilfe: qualitätsverbesserung politischer systeme. bei einem halma-spiel kommen halma-spiele heraus, bei einem schachspiel schachspiele, unter den bedingungen der repräsentativen demokratie in österreich kommen schüssels, gehrers, molterers, faymanns, spindeleggers heraus.

es ist verabsäumt worden, aus den fehlern zu lernen. unfähige politiker(innen) opfern sich in österreich bis zum erreichen des pensionsalters auf. politiker(inn)en sind in österreich im gegensatz zu deutschland unersätzlich.

Lorenz Fischbrenner
23
29.6.2011, 15:47
Meine Schulreform:

1) Aufnahmeprüfung für die AHS, wer's nicht schafft, soll in die HS gehen und kanns ja nach der 4. noch einmal versuchen.

2) Schuluniformen während der gesamten Schulzeit. Das nimmt den Markendruck von den weniger Begüterten und lässt Schulschwänzer im Straßenbild sofort auffallen!

3) Handyverbot an Schulen! Damit das auch funktioniert, Cellphone-Jammer installieren!

4) Wiedereinführung von Strafarbeiten & Karzer!

5) Lehrverpflichtung generell 30 Wochenstunden + 8,5 Stunden Vorbereitungszeit

6) Radikale Entrümpelung der Lehrpläne. Niemanden juckt, welcher germanische Kuckuck welchem röm. Feldherrn wo und wann eine Niederlage beigebracht hat ...

7) Abschaffung der 'Selbstberechtigung'. Entschuldigungen unterschreiben die Eltern!

h 90
00
29.6.2011, 17:30

Ich mag keine Schuluniformen aber die Vorteile ueberwiegen.

Sonst haben Sie natuerlich Recht. Ich wuerde auch an den Anforderungen schrauben. Das reduziert jeden anderen Unsinn automatisch wenn die duemmsten aussortiert werden.

silverbridge
11
29.6.2011, 17:27

Sie wünschen sich also die Zustände wie Anno 1900. Ob das aber für eine Bildungsoffensive wirklich förderlich ist?

Ihr Beitrag zeigt ja, dass eine solche schulische Karriere nicht gerade die besten Leistungen hervorbringt, wenn es um zukunftsorientierte Ausbildung geht.

StVO2
11
29.6.2011, 21:35
Beste Pädagogik

Zu meiner Zeit im TGM MAtura 1966 gab es hervorragende Pädagogen. Es gab hervorragenden Frontalunterricht und 3es wurde eine entsprechedne Leistung verlagt, ohne Psychoschmarrn, sondern nach der Methode "Friss Vogel oder stirb".
Dies führte auch dazu, dass ein Nichtgeügend eine normale Note war, da es eben viele SChüler "erwischt" hat, und niemand der eine sochle erhielt entwickelte ein Trauma.

silverbridge
00
30.6.2011, 07:50

Ich habe trotz mancher Lehrer die meine, nennen wir es unabhängige Art, nicht gemocht haben die Matura mit sehr gutem Erfolg gemeistert.

Ich hatte grenzwertig viele Fehlstunden und habe mir die Entschuldigungen selbst schreiben dürfen. Keine noch so ekelhafte Represalie, bei der sich erwachsene Menschen an die Stirn tippen würden, hatten irgendeine Wirkung.

Wenn es heute Ansätze gibt Kinder und Jugendliche zu begeistern dann mit Sicherheit nicht die Rohrstaberl-Methode oder die gelebte Einbildung früher war alles so super.
Die Wahrheit ist, dass Ausbildung dazu führen muss Motivation zu wecken etwas wissen zu wollen. Die obigen Punkte erfüllen nichts davon.

StVO2
00
30.6.2011, 23:46
Wer sagte etwas von Rohrstaberlmethode.

Ein guter Frontalunterricht hat sehr gute Qualität und führt zu gut ausgebildeten SChülern. Frontalunterricht heißt ja nicht, dass der Lehrer alles vorkaut. Im Gegenteil, es wurden die grundlegenden Dinge erläutert und Aufgaben waren dann so gestaltet, dass man dies kombinieren und anwenden musste uns so swlbständiges Denken lernte.
Allerdings gingen dabei einige "über Bord", die mit dem vorgelegten Tempo und den Anforderungen nicht zurecht kamen, jene die durchkamen waren aber gut ausgebildet und hatten nach der Matura die Möglichkeit sich im Bereich des Fachgebietes beliebig weiterzubilden.

Lorenz Fischbrenner
02
30.6.2011, 12:04
Die obigen Punkte erfüllen nichts davon.

Obige Punkte gewährleisten, dass
1) die Schüler das geistige Potential für die AHS haben,
2) auch anwesend sind,
3) den Unterricht nicht stören,
4) nicht durch Handies oder Unterhaltungselektronik abgelenkt sind
5) die Lehrer psychisch nicht innerhalb kürzester Zeit verschlissen werden.

Besonders Punkt 5 ist mir ein Anliegen. Es kann doch nicht sein, dass der Staat in die Ausbildung der Lehrer (die übrigens nie aufwändiger war als jetzt) Unsummen investiert, und die dann nach 3 Jahren entnervt das Hangerl schmeissen und ihren Magister in der Privatwirtschaft verkaufen, oder?

Lorenz Fischbrenner
01
30.6.2011, 12:06
Nachtrag:

Natürlich haben diese Maßnahmen nichts mit einer Bildungsoffensive zu tun, sie schaffen aber meiner Meinung nach erst die Voraussetzungen für eine solche.

Danach kann man über jede Änderung von Unterrichtsform und Lehrinhalten diskutieren.

mr. z
00
29.6.2011, 16:45

Michael, bist du's?

silverbridge
00
29.6.2011, 15:13
Um es zu schaffen müssen Schüler weiterhin lernen.

Gut, das war aber nicht wirklich überraschend oder?

Da heißt es auch in Zukunft mehr Zeit dafür zu verwenden die Nase in Bücher zu stecken. Da ich langsam den Eindruck habe viele wissen gar nicht wie das geht - mit dem "in ein Buch" schauen, hier mal eine kleine Anleitung:

http://www.youtube.com/watch?v=b4BouOjHe4E

SkyWodka
00
29.6.2011, 13:46

"Stoff der Module ist nicht aufeinander aufbauend"
.. wenn ich da an Mathematik denke, bin ich mir nicht so ganz sicher wie das funktionieren soll??

Wie soll den jemand Extremwertaufgaben lösen, wenn er keine Ahnung vom Differenzieren oder von Geometrie hat??

oder hab ich da was falsch verstanden?

Denker9
00
29.6.2011, 15:44

Wie kommt jemand in die Oberstufe, der keine Ahnung von Geometrie hat?

m rams
00
29.6.2011, 17:52
Ja, erstaunlich, und trotzdem Alltag.

Quasselmodo
00
29.6.2011, 13:16
? 1 Semester in 2 Module geteilt ?

Da ist wohl soviel Chaos in den Köpfen entstanden, dass jetzt das Semester nochmal halbiert wird. Das hört sich nach einem Hirnausbruch ähnlich wie bei der unseligen 5-er-Anzahl für "Aufsteigen".

StVO2
00
29.6.2011, 21:41
Wo liegt das Problem?

Im TGM Matura 1966 hatten wird in drei Quartalen Schulnachrichten (entspr. Zeugnis) und am Ende das Jahreszeugnis. Hat wunderbar funktioniert, wenngleich es etwas stressig war in jedem Quarrtal alle Prüfungen abzulegen.
Mit der Modulregel dürfte es ähnlich gehen, wobei verhindert wird, dass Schüler am Anfang des Schuljahres die Zügel schleifen lassen und sich auf einen starken Endspurt verlassen.

Lorenz Fischbrenner
11
29.6.2011, 11:56
Die Abstraktionsfähigkeit der für diese Reform Verantwortlichen dürfte sehr beschränkt sein!

Szenario: Überführen Sie die bisherigen 3-Fünfer-Typen ins Modulsystem. Was passiert?

Das Problem wird einfach nur aufgeschoben. Denn die werden nicht mehr lernen als bisher. Dann können sie ihren Mitschülern zusehen, wie die nach Abschluss aller Module um Zulassung für die Matura ansuchen und können sich dabei mit den Zehen spielen. Denn aufholen werden sie diesen Rückstand nie und nimmer. Es sei denn, man duldet sie bis 20+ an der Schule und lässt sie die Wissenslücken der gesamten Oberstufe schließen - gemeinsam mit 15jährigen!

Soviel zum hochgelobten "Klassenverband"! Purer Schwachsinn!

agademius
00
29.6.2011, 11:46

Einmal mehr behauptet sich die ÖVP mit ihrem richtungsweisenden Zukunftskonzept! Eine bahnbrechende Innovation, die zahlreiche Anhänger auf der ganzen Welt finden wird!

Dr. Dr. Spindelegger setzt sich wieder einmal auf der ganzeln Linie durch und hat Mut und Weitsicht bewiesen!

h 90
01
29.6.2011, 11:52

Wieviele Accounts haben Sie?
Ich nehme an 4-5?

hier hat Spindelegger gar kein Konzept, sondern die SPOE hatte ein Konzept und die OEVP hat es etwas aufgeweicht.

Schlechte Konzepte von der SPOE und gar keine von der OEVP.

Der Große von Gegenüber
10
29.6.2011, 12:17

academius
ackademius
agademius
aquademius

fehlt nur noch der kackademius ...

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