Wien - Die börsenotierte oberösterreichische Teak Holz International AG
will in Costa Rica 3.500 Hektar Wald kaufen und damit zum zweitgrößten Anbieter
des Edelholzes im zentralamerikanischen Land werden. Finanzieren will Teak Holz
dieses "40 bis 50 Mio. Euro" schwere Investment mit einer Grundkapitalerhöhung
von 15,6 Mio. Euro sowie Fremdkapital, teilte das Unternehmen am Dienstag in
Wien vor Journalisten mit.
"Das ist eine Akquisitionsmöglichkeit, die uns einen Turbo verschafft", so
Vorstandsvorsitzender Markus Baumgartner. Die bestehenden Teakholz-Bestände
seien zu jung, um verkauft zu werden. Die dadurch bestehende "Cash-Flow-Lücke"
will man mit neuen Plantagen schließen, deren älteres Holz schon jetzt abgesetzt
werden kann.
Im ersten Halbjahr des Geschäftsjahrs 2010/11 hat Teak Holz mit dem Handel
von Edelhölzern lediglich einen Umsatz von 686.000 Euro gemacht. Der
Netto-Cash-Flow verschlechterte sich gegenüber der Vergleichsperiode von minus
2,1 auf minus 2,5 Mio. Euro. Das positive operative Ergebnis (EBIT) von 5,4 Mio.
Euro stammt daher primär aus Bewertungsgewinnen des Waldbestandes, der Wert der
rund zwei Mio. Teakbäume ist laut Bilanz in sechs Monaten um 7,3 Mio. Euro
gestiegen. Bereits Ende August 2010 hatte sich Teak Holz neues Geld geholt,
damals wurde eine Wandelanleihe im Wert von 10 Mio. Euro begeben.
Nicht Bestbieter
"Es gibt nur eine Hand voll Mitbieter um die Flächen. Wir rechnen damit,
dass der Prozess sehr zügig vorangeht", so Aufsichtsrat Karl Arco. Man sei zwar
preislich nicht der Bestbieter, der federführende Verkäufer befürworte aber
ohnehin eine strategische Allianz mit einem langfristigen Investor, der auch
forstwirtschaftliches Know-how mitbringt. So werde der nicht näher genannte
Verkäufer auch nach der Transaktion "am Erfolg dieser Plantagen beteiligt" sein,
so Arco. Ein Teil der Pflege der Plantagen soll beispielsweise beim Verkäufer
bleiben.
Um den Kauf zu finanzieren, will sich das Unternehmen über eine
Kapitalerhöhung frisches Geld holen. 3,12 Mio. Aktien mit einem Nennwert von
fünf Euro sollen das Grundkapital um 15,6 Mio. Euro auf 46,8 Mio. Euro steigern.
Bezogen werden können die Aktien ab heute bis zum 15. Juli um 6,70 Euro pro
Stück. Für die Emission ist die Semper Constantia Privatbank AG zuständig. Die
Differenz zwischen dem Nennwert und dem Bezugspreis fließt abzüglich der
Provision für die Emissionsbank in die gebundene Kapitalrücklage und wirkt
ebenfalls eigenkapitalerhöhend.
Die zweite Hälfte des nötigen Kapitals soll von Anleihen und Bankkrediten
kommen. "Leider ist es nicht leicht, Bankfinanzierungen für Costa Rica zu
bekommen", so Arco. Er verstehe nicht, warum dies für Investments in EU-Staaten
wie Bulgarien oder Rumänien so viel leichter wäre, "Costa Rica ist ein stabiles
und sicheres Land."
Teak Holz hat mit 111 Mio. Euro Eigenkapital eine Eigenkapitalquote von 76,55
Prozent, die "biologischen Vermögenswerte", also die Bäume, werden per Ende März
2011 (Ende des 1. Geschäftshalbjahrs) mit 124,2 Mio. Euro beziffert. Die
Schulden belaufen sich auf knapp 34 Mio. Euro.
Bei den Plantagen setzt Teak Holz vor allem auf nachhaltige Forstwirtschaft.
Schon jetzt sind laut Unternehmensangaben rund 45 Prozent der Waldbestände nach
den Bestimmungen des Forest Stewardship Council (FSC) zertifiziert. Der Grund
dafür liegt für Baumgartner auf der Hand: "Der Markt für nachhaltig
zertifiziertes Teakholz wächst jährlich um 16 Prozent." Die größten Nachfrager
sitzen in Südostasien.
Teak Holz bewirtschaftet über 1.900 Hektar Wald. In Costa Rica sind 72 und in
Österreich neun Mitarbeiter beschäftigt. 47,1 Prozent der Aktien sind in
Streubesitz, 33,9 Prozent hält die Hörmann Privatstiftung und 19 Prozent der
Gründer Klaus Hennerbichler. (APA)