Bashir landet wegen Haftbefehls verspätet in China

28. Juni 2011, 17:50

Der Staatschef hatte Angst vor einer Auslieferung bei Überflug turkmenistans – in Peking ist er sicher

Peking - Mit 24-stündiger Verspätung traf der wegen Kriegsverbrechen gesuchte sudanesische Präsident Omar al-Bashir am Dienstag zu seinem offiziellen Besuch in China ein. Der Grund: Angst vor einer Festnahme. Im Zentrum des Besuchs sollen Gespräche über die Beziehung der beiden Länder mit Präsident Hu Jintao stehen, teilte das chinesische Außenministerium mit.

Bashir, der bereits am Vortag im Flugzeug von Teheran Richtung Peking saß, hatte den Flug überraschend abgebrochen, da die Maschine das Territorium von Turkmenistan überfliegen hätte müssen. Im zweiten Anlauf flog Bashir über Pakistan.

Nach Medieninformationen soll der vom Internationalen Strafgerichtshof (ICC) angeklagte Bashir befürchtet haben, seine Flugroute könnte über Länder führen, die den ICC anerkennen und ihn zur Landung zwingen könnten.

In China hat Bashir jedoch nichts zu befürchten, da der Staat nicht mit dem ICC kooperiert. Ihm droht also keine Auslieferung, wenn er mit Jintao in Peking parliert.

Der ICC beantragte im März 2009 einen Haftbefehl gegen den Staatschef wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Kriegsverbrechen in der sudanesischen Region Darfur. Bashir übernahm 1989 mit einem Putsch die Macht im Land und ist seit 1993 formeller Staatspräsident. Der Haftbefehl wurde im Juli 2010 um den Verdacht des Völkermords erweitert. Bashir wird angelastet, er habe die Absicht gehabt, insbesondere Ethnien der Fur, Masalit und Zaghawa zu vernichten, indem er sie massenweise töten, verwunden oder lebensbedrohlichen Bedingungen aussetzen ließ.

Kritiker des Haftbefehls, insbesondere China, Russland und die Afrikanische Union, betrachten die Anklage als Hindernis für Friedensverhandlungen in Darfur. Die Afrikanische Union verabschiedete 2009 eine Resolution, den Haftbefehl des ICC gegen Bashir zu missachten. (red/DER STANDARD, Printausgabe, 29.6.2011)

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12 Postings
pipi pipifax
00
28.6.2011, 23:20

oje, hoffentlich kriegt er die flugkosten rueckerstattet.

salman
 
00
28.6.2011, 20:09

Turkemenistan, ein Hort der Demokratie

Warentester
00
28.6.2011, 15:50

Also entweder wurde Turmenistan mit Tadschikistan verwechselt, oder die Meldung ist eine Ente.

Laut Wikipedia Und ICC-Website erkennt Turmenistan den IStGH nämlich nicht an. In Asien tun das sowieso nur 8 Staaten:

Afghanistan, Bangladesch, Japan, Jordanien, Kambodscha, die Mongolei, Osttimor, Südkorea und Tadschikistan.

-_-
22
28.6.2011, 11:35
gut so,

dass er Angst hat

Mann40
51
28.6.2011, 09:44

Teheran lässt auch kein einziges Fettnäpfchen aus, und von China ist man ja Menschenrechtsignoranz gewöhnt.
Zusätzlich buckeln die europäischen Politiker wo es nur geht (siehe Merkel), China hat in die Schranken gewiesen zu werden, international.
Keine olympischen Spiele, keine Benefits, hohe Zölle, etc...

Sebastian Jacobs
28
28.6.2011, 11:34

lol...wer soll bitte China in die Schranken weisen? Da kann man sich genauso gut vor einen heranrasenden Meteoriten stellen und Stop schreien.
Leben sie auf diesem Planeten?

Mann40
20
28.6.2011, 13:10

@S.J.

Bleiben Sie bitte unpersönlich...

Ich nehme an Sie sind um einiges jünger als ich und kennen sich mit diversen intern. Organisationen noch nicht so gut aus, Stichwort WTO usw...

Klump Fuss
11
29.6.2011, 14:01

Persönlich? Ihre Aussage ist rein faktisch kompletter Unsinn und ein Ding der Unmöglichkeit... Sie zeugt auch nicht von einem reflektiven Diskurs mit den Kompetenzen und Möglichkeiten intl. Organisationen.

Also lieber ruhig halten die Pferdchen, vor allem weil sie mit der Anspielung auf das Alter des Postenden wohl zuerst persönlich wurden.

Mann40
20
29.6.2011, 15:58

@KF

natürlich sind Konsequenzen jeglicher Art möglich, und sehr wohl gerade mit internationalen Organisationen.

Sebastian Jacobs
00
28.6.2011, 13:56

Das mit dem Planeten...kann man so etwas persönlich nehmen? Ich formuliere um und frage Sie stattdessen ob sie an einer chinesischen Vormachtsstellung ab der zweiten Hälfte dieses Jahrhunderts zweifeln?

Ich denke eher an einen längeren Zeitraum. China kann mit einem Schwenk zu einer anderen Währung schon so einiges bewegen...
Auch militärisch haben sich die Vorzeichen geändert. Ich denke heuer ist das erste mal seit der Renaissance ein chinesisches Kriegsschiff im Mittelmeer gekreuzt und gerade im Falle Chinas birgt das doch einiges an Symbolik. Es kommt einem regelrechten Dammbruch gleich. Niemand rüstet eine Armee hoch um sie nie einzusetzen...

sfoglio
00
28.6.2011, 11:58
"wer soll bitte China in die Schranken weisen?"

China selbst, bzw. die massive überalternde bevölkerung.

Rester
00
28.6.2011, 12:40
bei china heissts leider

kommt zeit, kommt rat - momentan kann niemand was tun - aber auch diese blase wird platzen

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