Radbeauftragter

Der neue Funktionär sollte auch was zusammenbringen, nicht nur "Events" organisieren

Soeben vor die Haustür der Standard-Redaktion in der Wiener Herrengasse getreten, nach rechts geblickt (von da kommen in der Einbahn die Autos ), den Fuß fast schon auf die Fahrbahn gesetzt - da zischt mit einem scharfen Luftzug ein Radfahrer aus der Gegenrichtung knapp vorbei. Er darf das, er darf gegen die Einbahn fahren.

Um diese Fragen wird sich künftig ein neuer "Fahradbeauftragter" der Stadt Wien kümmern. Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou sucht gerade einen/eine für eine solche Funktion, die ausdrücklich als "Führungsfunktion" ausgeschildert ist. Denn das Radfahren soll in Wien einen "massiven Schub" bekommen. Gut so. Und wenn der Fahrradbeauftragte was zusammenbringt, noch besser. Seine Aufgaben bestehen unter anderem darin, "Events zum Thema zu organisieren". Das ist auch ganz wichtig, denn Politik besteht heute hauptsächlich aus "Events": Wir freuen uns schon auf das große Rad-Rambazamba am Rathausplatz mit Fotos von Maria Vassilakou auf dem Rad. Die Frage, ob sich dafür auch Bürgermeister Michael Häupl auf ein Rad setzt, ist noch offen.

Die Grünen lassen schon seit einiger Zeit durchblicken, dass sie die Radler nicht auf die Radwege abgedrängt sehen wollen. Das bedeutet viel mehr Radler im Straßenverkehr und automatisch auch ein höheres Gefahrenpotenzial. Das wird man sehr intensiv diskutieren müssen, vielleicht noch vor der Einsetzung eines Radbeauftragten. (rau, DER STANDARD-Printausgabe, 28.6.2011)

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was heisst auf radwege abgedrängt?

die fahren doch eh überall, auch am gehsteig und gegen die einbahn auch wo es nicht erlaubt ist. vorbild: öllinger!

schauns hald in beide richtungen, wer weis des nächste mal ist ein "geister"fahrer unterwegs (bei mir im 5tn fahren die mopeds auch gegen die einbahn)

Gewohnheit?

Haben wir ja alle von klein auf eingetrichtert bekommen, ständig auf AUTO!s Rücksicht zu nehmen und ja nicht - einfach so - die Straße zu betreten, weil Todesgefahr. Selektionsprinzip sozusagen, und viele sind so perfekt angepasst, dass sie in Einbahnen nur in die eine Richtung schauen...

Völlig absurd eigentlich, dass die Einbahnen jetzt auch schon im Denken und Handeln von Fußgänger_innen eingebaut sind.

Aber daran sind wir längst gewöhnt, kennen nix anderes. Und dann schnurrt doch plötzlich ein leises, leichtes, platzsparendes Fahrrad aus der falschen Richtung daher und stellt die ganze automobile Harmonie auf den Kopf.

Sollte doch eigentlich zu Denken geben.

P.S.:

Und dass mir bitte keiner mit dieser "gegenseitigen Rücksichtnahme" kommt. Wenn ich mir anschaue wie oft Fußgänger- und Radler_innen auf Autos Rücksicht nehmen -- zu nehmen haben -- indem sie an Kreuzungen enorme Umwege machen, an Ampeln ewig warten müssen, ständig Lärm, Dreck und auch Todesgefahr ausgesetzt sind, dann ist das Maß der Rücksichnahme eh schon über-gestrichen-voll!

es ist gut, dass endlich in der zeitung steht, dass die radfahrer in der herrengasse gegen die einbahn geführt werden, denn die meisten autofahrer wollen sie mit frontalzusammenstössen dafür bestrafen, dass sie selbst das nicht wissen.

Das bedeutet viel mehr Radler im Straßenverkehr und automatisch auch ein höheres Gefahrenpotenzial.

Diese Aussage ist einer der Irrtümer im über das Radfahren. Untersuchungen zeigen, dass eher das Gegenteil der Fall ist.

Mehr Radfahrer bedeutet dass die anderen Verkehrsteilnehmer eher daran gewöhnt sind, auch mit Radlern zu rechnen (Auch Sie, Herr Rauscher wären vor der Redaktion weniger gefährdet wenn nicht nur manchmal, sondern andauernd Radler von links kommen. Dann würden Sie nämlich automatisch auch nach Links schauen, und nicht unachtsam auf die Strasse latschen und sich genauso wie den - sich im Gegensatz zu ihnen an die Verkehrsregeln haltenden - Radler gefährden.)

Daher nicht grantig auf die Radfahrer schimpfen und sie in ein "Gefaehrlich" Winkerl stellen, sondern mal selbstkritisch das eigene (Fehl)verhalten anschauen.

Untersuchungen zeigen, dass eher das Gegenteil der Fall ist.

Welche?

Im Zuge der Debatten zur StVO Novelle (Stichwort Radhelmpflicht) waren einige davon in den Medien. Sehr häufig zitiert wird hierzu die Statistik Salzburgs: "In Salzburg konnte der Radverkehr in den Jahren 1992 bis 2004 um 40 Prozent gesteigert werden, im selben Zeitraum wurden um rund 40 Prozent weniger Unfälle pro Rad-Kilometer verzeichnet." (Quelle VCÖ, Statistik Austria)

Ein paar pointer um mit dem Lesen zu beginnen:

http://radlobby.at/dinamo/wp... -03-27.pdf

http://www.vcoe.at/start.asp... =1&ID=4114

http://lobby.ig-fahrrad.org/sicherer-... adverkehr/

Ignoranten tragen kein Mascherl...!

mich stoert, dass der echte Oesterreicher immer ein Thema zum Granteln braucht, nur selbstkritisch ist er halt nicht. Deshalb ist es ihm lieber, wenn es gegen Minderheiten geht, da droht dann im Zweifelsfall auch weniger Gefahr her.

Auch ist wahr, dass der Standort den Standpunkt bestimmt, genau so, wie es unter allen Gruppen der VTN ignorante Ar...l...er gibt.

der fahrradbeauftragte

wird so ein dasein fristen wie der radwegkoordinator (gibt´s den noch ?).
ja , lieber herr rauscher, die gefahr kommt von links und bei einem neuen boom des fahrrades in wien werden dies die einzigen räder sein, die sich vorwärts bewegen. und mit den rücksichtslosen unter ihnen werden wir genauso leben müssen, wie mit den anderen, ebenso gearteten verkehrsteilnehmern.

Den Radwegekoordinator

Ing. Franz Blaha ( http://m.wien.gv.at/advuew/in... 1713151786 ) gibt es noch und ist unter franz.blaha@wien.gv.at erreichbar. Das nette ist: wenn man dem was schreibt, bewegt sich oft auch was (zumindest mehr, als wenn man im Forum quängelt). Gerüchten zufolge ist der mit der neuen Regierung und dem neuen Rückhalt sogar wieder ein wenig aufgeblüht.

Wann kapiert Ihr es endlich

Radler sind auch Autofahrer sind auch Fußgänger sind auch Öffibenutzer sind auch Radler sind auch Menschen. Es gibt halt eben Leute, die das Verkehrsmittel bedarfsabhängig wählen - that's it.

Mir geht dieses Gegeneinander-aufspielen schon sehr auf den Zupf.

"Das bedeutet viel mehr Radler im Straßenverkehr und automatisch auch ein höheres Gefahrenpotenzial."

aha, weniger radler/innen = weniger gefahr im straßenverkehr. wird nur rad gefahren, ist die verkehr im straßenverkehr am größten.
für peking hat das früher zugetroffen. hierzulande steigen die meisten rücksichtslosen und unaufmerksamen radler/innen auf PKW oder öffis um, sobald die außentemperatur unter 14,9°C sinkt und die ersten herbstwinde sachte einsetzen.

belege für ihre behauptungen?

ärger

ich radfahrerin wurde heute beim stehen an der haltelinie bei einer roten ampel von einen ausparkendem auto angehupt. ich rollte vor die haltelinie um der dame in dem auto platz zu machen, sie parkte aus und fuhr bei rot über die ampel. als ich sie bei der nächsten ampel wieder getroffen habe wollte ich sie ansprechen, aber sie ignorierte mich. ich fahre winter und sommer, fast täglich und mich nervt nix mehr als rücksichtloses und gefährliches verhalten und das kann man unter allen verkehrsteilnehmerInnen beobachten. sicher wird die straße nur, wenn sich alle entsprechend benehmen.

Nicht gegen Radfahrer,

sondern gegen die Chamäleons unter ihnen.
Gegen jene, die, wenn es ihnen passt Fahrzeug sind und wenn nicht Fussgänger mit Rädern.

Kopenhagen zeigt, wie es besser ginge?

Aber im Prinzip, Autofahren in der Innenstadt teurer machen - durch eine Maut? Autos mehr unter die Erde - nein, nicht begraben, in Tunnels?

(T)Rau, Schau, Wem!

Hackordnung

so wie die autofahrer ihren frust an den radfahrern abreagieren, so reagieren die radfahrer eben ihren frust an den fussgänger ab.
das ist die natürliche hackordnung im straßenverkehr.
wer an die von natur aus "guten und braven" radfahrer glaubt, dem ist echt nicht zu helfen.
man bracht sich hier nur die postings der radfahrgemeinde an zu sehen: teilweise werden da schon sehr aggressive meinungen geäußert.

Sie waren das?
Der mich heute saublöd mit seiner Prolokarre geschnitten hat um dann kurz darauf zu parken und mir beim rüberlaufen über die rote Fußgängerampel fast ins Rad zu springen und sich dann auch noch darüber aufregt, dass man nicht auf Fußgänger achtet?

Cool, erzählen Sie bitte noch mehr über die aggressive Radfahrgemeinde.

ich schreib ja, dass autofahrer ihren frust an den radfahrern auslassen.
aber genau so fahren radfahrer rücksichtslos durch fussgängerzonen, fahren auf gehwegen gegen die einbahn, stellen ihre fahrräder an gänzlich ungeeigneten stellen ab und wenn man sich als fussgänger oder anrainer aufregt wird einem ganz elegant der stinkefinger gezeigt.
auch die radfahrer reagieren sich einfach am schwächeren verkehrsteilnehme ab. strassenverkehr ist eben eine hackordnung.

Dann sollten Sie wissen dass ich sehr wohl abgebremst hatte um den Typ nicht umzufahren.
Es gibt eben welche die respektlos sind und bleiben und sich einbilden rechte herauszunehmen auf Kosten anderer.
Blöd nur das eine solch ignorante Haltung oft mit einem Artikel in einer Chronik-Kolumne endet und Unschuldige betroffen sind.

Genau der Blickwinkel und die Anmaßung von Autolenkern gepaart mit Selbstüberschätzung und Egomanie führt zu den oft gelesenen Tragödien.
Jeder der gewohnheitsmäßig Rad fährt und auch regelmäßig ein Auto lenkt weiß was ich meine. Es ist erschreckend welche Einstellung und Wut man bei Autolenkern oft beobachten kann - sowas habe ich zwischen Fußgängern und Radfahrern noch nie gesehen.

Ich bin wirklich froh,

dass ich nicht gleichzeitig Auto- und Radfahren kann, sonst käme ich in eine gefährliche, punktuelle Autoaggression.
Aber ich gestehe, ich bin auch als Strassenbahnfahrer aggressiv: wenn neben mir jemand eine grauslich-riechende Pizza schmatzt, oder ins Mobile brüllt, die Mutter habe eine ganz-fürchterlich-eitrige ....
Aber das gehört nicht hier her.

p.s. je älter ich wurde (jetzt über 60) desto kleiner und unscheinbarer wurde mein Auto und desto carbon-ausgestattet mein Rad.

was sie ansprechen hat nichts mit der Art der Fortbewegung an sich zu tun. Das sind die Personen die so agieren. Das fällt für mich in den Bereich der Bildung - wie lebe ich mit anderen Gemeinsam!

eh; und diese bildung fehlt mitunter auch sehr vielen radfahrern.

nicht nur Radfahrern. Generell

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