Missbrauchsvorwürfe

Frau begrüßt weitere Prüfung durch Klasnic-Kommission

27. Juni 2011, 14:28

Schreiben von Klasnic-Kommission ließ Beendigung des Verfahrens vermuten

Wien - Jene 45-jährige Frau, die Anzeige gegen mehrere Geistliche - darunter ein hoher Funktionär der päpstlichen Missionswerke ("Missio") und einen mittlerweile suspendierten Tiroler Schulseelsorger - erstattet hat, begrüßt, dass ihr Fall von der Klasnic-Kommission weiter geprüft werden soll. Aufgrund eines Schreibens der Kommission sei sie allerdings davon ausgegangen, dass der Fall bereits abgeschlossen sei, sagte ein Vertrauter der Frau. Weiters wehrt sich das mutmaßliche Opfer gegen Aussagen, sie habe den "Missio"-Mann "gestalkt".

In dem Brief der Klasnic-Kommission vom 3. März 2011 wird bestätigt, dass Frau ein "anerkanntes Opfer" sei und eine Therapie zugesprochen bekomme. Weiters heißt es darin: "Das Kuratorium und der Vorstand der Stiftung Opferschutz der Katholischen Kirche in Österreich bedauern zutiefst, dass Sie zum Opfer von Mitarbeitern der Katholischen Kirche geworden sind." Weiters wird um Entschuldigung gebeten. Außer rund 11.000 Euro für eine Therapie ist der Frau bis jetzt allerdings keine Entschädigung zugesprochen worden, auch Anzeige wurde nicht erstattet.

Video-Botschaft

Weiters wehrt sich das mutmaßliche Opfer gegen eine Stellungnahme des "Missio"-Funktionäres M., die seit Sonntag via Video-Botschaft auf der Homepage zu sehen ist. Nicht sie, sondern der prominente Geistliche habe ihr "Hunderte E-Mails und SMS" geschickt, beteuert die Frau. M., der wegen "sexueller Nötigung" angezeigt worden war, bestreitet die Vorwürfe vehement und ortet in seiner Stellungnahme Verleumdungen und ungerechtfertigte Unterstellungen. Er verwies auch auf einen Gerichtsgutachter, der bei der Frau einen dringenden Stalkingverdacht geäußert hatte.

Vorwürfe und eine Anzeige gibt es in der Causa auch gegen Kardinal Christoph Schönborn. Er soll bereits 1994 als Weihbischof von der Frau informiert worden sein. Die Frau habe Schönborn damals gebeten mit M. Kontakt aufzunehmen und auf ihn einzuwirken. Laut Anwalt Werner Schostal solle die Staatsanwaltschaft in diesem Zusammenhang das Delikt "Unterlassung der Verhinderung einer mit Strafe bedrohten Handlung" prüfen. Ein Sprecher Schönborns hat die Vorwürfe zurückgewiesen. Es hab sich um ein Beichtgespräch gehandelt. Wären dabei schwerwiegende Vorwürfe zu Sprache gekommen, hätte Schönborn weitere Vergehen verhindert und wäre in irgendeiner Form tätig geworden, so der Sprecher des Kardinals. 

Kommission soll "kirchennah und befangen" sein

Nach Bekanntwerden der Vorwürfe wurde auch der Ruf nach einer staatlichen Kommission zur Behandlung von Missbrauchsfällen wieder laut. Eine "unabhängige Stelle sei notwendig um Organisationsversagen zu beleuchten", forderte Grünen-Justizsprecher Albert Steinhauser und kündigte einen diesbezüglichen Antrag im Nationalrat an. Kritik kam auch von den Initiatoren des Volksbegehrens gegen "Kirchenprivilegien". Auch sie sprachen sich für eine "unabhängige Kommission unter Ausschluss der Täter" aus. Die "Klasnic-Kommission" bezeichneten die Initiatoren als "kirchennah und befangen". Seit dem Fall Groer habe sich wenig geändert. Missbrauchsfälle würden "vertuscht, Täter höchstens versetzt, Opfer eingeschüchtert, für 'psychisch krank' erklärt oder mit Almosen abgetan". (APA)

thinkonyourfeet
01
29.6.2011, 14:47
Die Glaubwürdigkeit eines Herrn Maasburg

sinkt mit jedem der Winkelzüge. Es ist ja offensichtlich, dass die neuerliche Meinungsänderung des Tiroler Ordensmannes auf Druck von Kirchenkreisen zustande gekommen ist. Und dieser Druck ist wohl ein strategisches Manöver im Zusammenhang mit Herrn Maasburg.
Interessant ist dabei, dass es der katholischen Kirche schon lange nicht um die Wahrheit geht, wie sie immer wieder beteuert, sondern einzig und allein um die Strategie.
Man erkennt daraus, wie tief diese Organisation moralisch schon gesunken ist...

Michael Tfirst
 
01
28.6.2011, 09:04
Schönborn kam vor 14 Jahren zu dem Entschluss, dass Groer schuldig ist. Aber die Pilgerfahrten zu Groers Grab, die bis dato ein unglaubliches Ausmaß angenommen haben, lässt Schönborn zu, auch die Intentionen

der Göttweiger Benediktiner Groer selig und heilig sprechen lassen zu wollen, außerdem war Schönborn über Groers Treiben schon seit den 1980er Jahren unterrichtet.

Meine Homepage ist voll von Vorwürfen gegen Schönborn, die er nicht entkräften kann, außerdem verlange ich schon seit 15 Jahren öffentlich seinen Rücktritt.

http://michaeltfirst.blogspot.com/

Es hat sich leider für mich nach einem Jahr Klasnic-Kommission herausgestellt, dass Frau Klasnic nicht mit aufrechten Karten spielt. Und über die Verbindung der holocaustleugnenden Opus Dei Fundisekte der katholischen Kirche zur Klasnic-Kommission schreibe ich auch ausführlich auf meiner Homepage.

MfG
Michael Tfirst

Ita Missa
01
27.6.2011, 20:37
"..hätte Schönborn weitere Vergehen verhindert und wäre in irgendeiner Form tätig geworden.."

Wann ist Schönborn je in anderen Fällen "tätig geworden"? Josef Hartmann wollte er im Zusammenhang mit den sehr konkreten und völlig berechtigten Groër-Vorwürfen in rüdester und, das muss einmal gesagt werden, erlgoentser Weise absägen!

Er legt alle Eigenschaften und Handlungsweisen an den Tag, die ihn in einer Hierarchie dieser Sorte zum prädestinierten Nachfolger der Herrschaften Wojtyla und Ratzinger machen.

la chiesa pontifica amen
21
27.6.2011, 16:43
Wie kann denn "kirchennah" ein Vorwurf gebraucht werden, wenn

in der Kirche, der geliebten Braut Christi, der Heilige Geist selbst als Helfer wirkt, nachdem Jesus Christus nach dem Willen Gottes für uns alle am Kreuz gestorben ist zur Vergebung der Sünden, und wenn sich die Heilige Katholische Kirche seitdem unermüdlich aufopfert, das Heiligungswerk Christi fortzusetzen, bis er kommen wird zu richten die Lebenden und die Toten? Wie verblendet muss man sein, um darin ernsthaft einen Vorwurf erblicken zu können?

thinkonyourfeet
01
28.6.2011, 15:01
@la chiesa Ich hoffe, dieses Posting ist als Witz gedacht.

Selten so gelacht...

Quasis Herr Karl
01
27.6.2011, 18:55
*gggg*

suboptimal
 
04
27.6.2011, 15:14
Das psychiatrische Ferngutachten auf Basis der von IHM selbst ausgewählten Unterlagen

kann sich der Herr Maasburg jedenfalls einrexen.
Das Gutachten beweist gar nichts, außer dass Herr Maasburg selbst auch zu fragwürdigen Methoden greift.

Den Gutachter mit den ungeheuerlichen und leichtfertigen FERNDIAGNOSEN sollte man sich auch näher ansehen. Der verwechselt da Ursache und Wirkung. Frauen, die als FOLGE nach einem eigenartigen sexuellen Erlebnis psychisch "instabil" werden, sind mit dieser ihrer Reaktion nämlich durchaus normal. So ein "Gutachten" ist daher wissenschaftlich unredlich.

ta tü
01
28.6.2011, 12:56
Wenn dich jemand auf die rechte Wange schlägt, dem biete die andere auch dar

Und wie verhält es sich da mit jenen Geistlichen, die des Missbrauchs beschuldigt werden? Hallllooooooo, die untergraben ja ihre eigenen Regeln und hauen zurück. Da will eine nach eigenen Angaben missbrauchte Frau ihr Recht haben und handelt sich von einem Geistlichen, den sie als Täter beschreibt, Watschen ein? Na, das ist ein Verein, gute Nacht.

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.