Schmied will mehr Lehrer mit Migrationshintergrund

27. Juni 2011, 14:15
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    foto: dapd/punz

    Angehende Lehrer sollen in der Ausbildung durch entsprechende Angebote darauf vorbereitet werden, in Klassen mit Kindern aus verschiedenen Kulturkreisen zu unterrichten.

Integrationsstaatssekretär Kurz: Sollen "Brücke" zu den Eltern bauen

Wien - Jeder vierte Schüler an österreichischen Volksschulen hat Migrationshintergrund, in Städten ist es jeder zweite, an manchen Standorten sitzen bis zu 90 Prozent Kinder in der Klasse, deren Muttersprache nicht Deutsch ist. Da Migrationshintergrund oft mit sozialer Armut korreliere, müsse jenen Schülern besondere Aufmerksamkeit gegeben werden. Das betonte Unterrichtsministerin Claudia Schmied (SPÖ) am Montag bei einer Pressekonferenz mit Integrationsstaatssekretär Sebastian Kurz (ÖVP), bei der sie auch eine Steigerung des Anteils von Lehrern mit Migrationshintergrund als Ziel vorgab.

Angehende Lehrer sollen in der Ausbildung durch entsprechende Angebote darauf vorbereitet werden, in Klassen mit Kindern aus verschiedenen Kulturkreisen zu unterrichten. Ein "wesentlicher Beitrag" zur Integration der Kinder wäre es jedoch aus Sicht der Ministerin, wenn es "nach und nach gelingt, Personen mit Migrationshintergrund für den Lehrberuf zu gewinnen". Ziel müsse aber jedenfalls der Erwerb der deutschen Sprache sein, so Schmied und Kurz unisono.

Derzeit keine Daten

Wie viele Lehrer mit nicht-österreichischen Wurzeln derzeit in den Klassen stehen, kann mangels Statistik nicht gesagt werden. Fest steht lediglich, dass immer mehr Studenten mit Migrationshintergrund an den Pädagogischen Hochschulen (PH) eine Ausbildung zum Lehrer an Volks-, Haupt-, Sonder- oder Polytechnischer Schule beginnen.

An der PH Wien seien es zwischen 20 und 25 Prozent, schilderte Rektorin Dagmar Hackl. Damit nicht wie bisher 15 bis 20 Prozent der Bewerber mit Migrationshintergrund wegen mangelhafter Deutschkenntnisse abgewiesen werden müssen, sollen diese aufgenommen werden und Sprachförderung bekommen. Bis zum Abschluss des Studiums müsse aber das von allen Studenten eingeforderte Niveau erreicht werden, betonte Hackl.

Muttersprache fördern

An der PH Wien werden außerdem bis 2013 im Auftrag des Ministeriums konkrete Maßnahmen zur Stärkung der sprachlichen und kulturellen Diversität erarbeitet. Gleichzeitig sollen die Lehramtsstudenten auch in ihrer Muttersprache gefördert werden, "um ihnen zu ermöglichen, auf Mehrsprachigkeit in sehr sensibler Form einzugehen".

Kurz betonte, dass Lehrer mit Migrationshintergrund auch deshalb wichtig seien, um "Brücken" zu Eltern oder Großeltern der Schüler zu bauen. Als Beispiel nannte er das Modell der interkulturellen Mitarbeiter an Kindergärten oder Volksschulen in Niederösterreich.

Mehrsprachiges Informationsmaterial

Generell sei es wichtig, auch die Eltern einzubinden, betonte Schmied und sieht die Schulpartner gefordert, auch auf Eltern mit Migrationshintergrund zu achten. Das Ministerium widme sich dieser Zielgruppe bereits durch mehrsprachiges Informationsmaterial. Sollten Eltern sich dennoch nicht genug in die Ausbildung ihrer Kinder einbringen, will Schmied nicht aktiv werden. Sie habe ein Problem damit, "Bildung mit Sanktionen zu verknüpfen". Nicht so Kurz. Dieser will sich "die Frage der Sanktion als Ultima Ratio offen lassen". (APA)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 42
1 2
Stahl_____666
22
28.6.2011, 13:50
.

In erster Linie ist darauf Aufmerksamkeit zu legen, wieviele Migrantgen dieses Land noch aufnehmen kann.
Es kann ja nicht sein unser komplettes Bildungs- und Sozialsystem zusammen mit den konfessionellen Wurzeln zu zertrümmern nur um es Hrn. und Fr. Migranten recht zu machen.

Was kommt als nächstes? Elefant und Antilope in unseren Wäldern um die migrantische Jägerschaft nicht zu traumatisieren?

G. Lavant
11
28.6.2011, 15:02

Kriegen sie beim Schreiben von Postings eigentlich Kopfweh?
Wenn nein, fehlt nicht das Weh.

G. Lavant
11
28.6.2011, 12:56

Es würde auch etlichen Studenten ohne Migrationshintergrund ganz gut tun, die deutsche Sprache und Rechtschreibung während des Studiums so weit zu lernen, dass sie beides einigermaßen geläufig beherrschen.
PS: Es gibt übrigens solche Kurse an PHs bereits.

lehrer
00
28.6.2011, 11:07
maturanten in wien

wie kann es sein, dass jemand maturiert und keine ausreichenden deutschkenntnisse hat..?!
rektorin hackl dürfte ja wohl keine studentn aufnehmen, die nicht deutsch sprechen..!!! unglaublich!!

Erasmus von Mises
12
28.6.2011, 10:42
wer da noch Kinder kriegt

ist entweder schwerreich und kann sich eine Privatschule leisten, kann Heimunterricht durchführen oder ist damit einverstanden, dass sein Kind jahrelang von großteils nicht sonderlich qualifizierten Menschen "geschult" wird.

Erasmus von Mises
00
28.6.2011, 10:57
und das ist kein Rassismus

sondern bezieht sich auf diesen Absatz:
Damit nicht wie bisher 15 bis 20 Prozent der Bewerber mit Migrationshintergrund wegen mangelhafter Deutschkenntnisse abgewiesen werden müssen, sollen diese aufgenommen werden und Sprachförderung bekommen. Bis zum Abschluss des Studiums müsse aber das von allen Studenten eingeforderte Niveau erreicht werden, betonte Hackl.

gracchus l'ouverture
00
28.6.2011, 11:47
nunja

die andere Möglichkeit wäre eine breitere Definition der Unterrichtssprache. Geschichte kann man auch mit türkisch gefärbten Deutsch unterrichten, ohne dass dies zwangsläufig auf die Qualität des Unterrichts geht.
Das würde vor allem langfristig wohl dafür sorgen, dass die Umgangssprache der Favoritner endlich zum Dialekt wird und nicht mehr als Akzent aus dem, was rechtmäßig sich "Nationalsprache" nennen darf, ausgeschlossen bleibt.

Erasmus von Mises
00
28.6.2011, 15:09
schon jetzt

schaffen es viele Studenten nicht, eine halbwegs korrekte und lesbare Bakk. oder Seminararbeit zu verfassen; das Lehrpersonal scheint schon jetzt nicht in der Lage, bereits in der Schule Grundkenntnisse in Ausdruck und Grammatik zu vermitteln - diese Tendenz wollen sie verstärken?

gracchus l'ouverture
00
28.6.2011, 15:22
keineswegs.

Aber was hat das eine mit dem anderen zu tun? Die miese Qualität der Seminararbeiten usw. hat ja nicht das geringste zu tun mit den mangelhaften Deutschkenntnissen, sondern mit der fehlenden Kompetenz, einen wissenschaftlichen Text zu lesen (was zurückzuführen ist auf in der Schule vermittelte Lesetechniken, die wiederum zurückzuführen sind auf die diktatorische Didaktik in den Schulen, die tatsächlich "sinnerfassendes" Lesen eben gerade nicht fördert) und davon ausgehend Forschungsfragen zu formulieren.
Die "Grundkenntisse" in Ausdruck und Grammatik hängen meiner Meinung nach nicht an der bestimmten dialektalen Fäbrung der Lehrkräfte.
Von welcher Tendenz da also die Sprache ist weiß ich nicht.

Sam Deer
 
02
28.6.2011, 06:50
>>Sollten Eltern sich dennoch nicht genug in die Ausbildung ihrer Kinder einbringen, will Schmied nicht aktiv werden. Sie habe ein Problem damit, "Bildung mit Sanktionen zu verknüpfen"<<

Sie kann leicht ein Problem mit Sanktionen haben, denn ausbaden dürfen ihre Haltung die LehrerInnen in den Schulen, welche dann noch dafür allgemein geprügelt werden, wenn es an allen Ecken und Enden brennt.

KammerlExperte
00
27.6.2011, 23:42
Sommerloch, weltfremde Disk. ORF im Zentrum

und was hat sich im Schuljahr 10/11 gravierendes
geändert?

Klassen mit über 25 Kinder, keinerlei Förderung in den
Unterstufen. Frontalunterricht noch immer bei einigen
ewig gestrigen Pädag. die bequemste Art in den
pragmatisierten Ruhestand zu gleiten.

Keine Personalentscheidung in den Direktionen, wie
auch sichtbarer politischer Sumpf.

Datenschutz unter jeglichen Schweinstall in Zeiten tägl.
Nachrichten über gehackte Acounts und Big Brother
watching you.

Das scheinheilige Getue die Bildung nach vorne zu
bringen kotzt mich nur mehr an.

HC braucht sein Wahlkampfbudget gar nicht
mehr anzapfen und kann es für die Party
danach am Schädl schmeissen.

Die kommende Wahl wird eine Abrechnung an BBB
Banken Bildung Blo.dheit.

LL MM
011
27.6.2011, 22:28

"Damit nicht wie bisher 15 bis 20 Prozent der Bewerber mit Migrationshintergrund wegen mangelhafter Deutschkenntnisse abgewiesen werden müssen, sollen diese aufgenommen werden und Sprachförderung bekommen."

Wie bitte? Damit jemand überhaupt an die PH gehen kann, MUSS er die Matura haben.
Kriegt man die in Wien (die Aussagen stammen ja von der Wiener PH-Chefin) schon mit mangelhaften Deutschkenntnissen?

Reg.Rat Borromäus Maschitz
01
28.6.2011, 07:18

hauptsache die quote für bifie und oecd stimmt, dass dabei massiv nivelliert wird, is doch wurscht, oder?

Timagoras
 
11
27.6.2011, 22:16
grundsätzlich halte ich das für richtig, wichtig und eigentlich unumgänglich.

.
nur dass man bewerber mit mangelhaften deutschkenntnissen in zukunft nicht mehr abweisen, sondern ihnen stattdessen eine spezielle sprachförderung angedeihen lassen will, halte ich für einen schildbürgerstreich.
zumal es genug schüler, studenten bzw. potentielle lehramtsanwärter mit migrationshintergrund gibt, die sehr wohl gute deutschkenntnisse haben. man sollte vielleicht erst diese "ansprechen", bevor man sich schlecht deutschsprechende leute auf die kinder loslässt.

goofy63
28
27.6.2011, 21:52
HC Strache kann sich wieder bedanken

Wieder ein Schritt für HC in Richtung Bundeskanzler
Nur weiter so liebe Regierung eure Ideen sind wirklich phänomenal. Wenn sie was vorschlagen ist es nur ein riesen Sch.... . Benachteiligung von heimischen Lehrern damit die Zuwanderer nicht Deutsch lernen müssen wirklich eine super Lösung.

relatio subsistens
114
27.6.2011, 20:41

Lehrer, die nicht Deutsch können, damit sie den Schülern mangelhaftes Deutsch beibringen. Das ist gelungene Integrationsbildungspolitik.

Es wird immer lustiger!

Nevim
03
28.6.2011, 01:08

Meine Englischlehrerin konnte auch nicht richtig Englisch. (Habe ich erst nach meiner Schulzeit herausgefunden, leider ;) )

Irma la Douce
81
27.6.2011, 21:26
Lehrer die sich im Deutschen schwer tun, gibt es schon:

sie unterrichten Religion!

deus_ex_machina
01
28.6.2011, 09:07
Sprechen Sie aus eigener Erfahrung als Religionslehrer?

Timagoras
 
00
27.6.2011, 22:10

welche?

Reg.Rat Borromäus Maschitz
01
28.6.2011, 07:19

leider auch katholische...

relatio subsistens
00
28.6.2011, 10:01

Oder etwa diese? Der Film ist sehr interessant.

http://www.citizen-times.eu/chancengl... -vernunft/

Kondratjew -Zyklus
 
00
27.6.2011, 19:58
Im Streetworking hat sich das international bestens bewährt.

Oliven Brot
212
27.6.2011, 18:17
Man will also

zukünftige Lehrer, die schlecht deutsch können, aus Trotz aufnehmen und sie - hoffentlich - bis zum Abschluss der PH soweit haben, dass man sie auf die Schüler loslassen kann.

Geht´s eigentlich noch blöder?

Jukebox
00
28.6.2011, 10:38

So nach dem Motto, was im Gymnasium in 8 Jahren nicht funktioniert hat, schafft die PH locker in drei Jahren. Nebenbei, wohlgemerkt.

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