Mitglieder der radikalislamischen Sekte Boko haben das Feuer auf Gäste in einem Biergarten eröffnet
Lagos - Bei dem Anschlag mutmaßlicher Islamisten auf ein Bierlokal im Nordosten Nigerias sind nach jüngsten Medienberichten bis zu 30 Menschen ums Leben gekommen. Wie die nigerianische Zeitung "Daily Sun" in der Nacht auf Montag online berichtete, hätten etwa zehn Mitglieder der radikalislamischen Sekte Boko Haram am frühen Sonntagabend in der Stadt Maiduguri (Bundesstaat Borno) das Feuer auf die Gäste des beliebten Biergartens eröffnet. "Sie fingen an, aus verschiedenen Richtungen in das Lokal zu schießen, wo sich um diese Zeit viele Leute aufhielten, weil es noch nicht dunkel war", berichtete ein Anrainer dem Blatt.
Nach Informationen des arabischen Nachrichtensender Al-Jazeera wurden auch Sprengsätze auf die Gäste geworfen. Die Angreifer seien nach Angaben von Augenzeugen auf Motorrädern zu dem Biergarten gefahren. Die Korrespondentin des Senders berichtete von mindestens 25 Toten und 12 Verletzten.
Der Bundesstaat Borno, in dem Maiduguri liegt, gehört zu jenem Teil Nigerias, in dem islamisches Recht, die Scharia, gilt. Dennoch sind die Biergärten unter den Bewohnern der Region sehr beliebt.
Mitglieder der radikalislamischen Sekte Boko Haram lehnen jeden westlichen Lebensstil, auch das Trinken von Alkohol, ab. Die Gruppe, die sich selbst als "nigerianische Taliban" bezeichnet, hat in den vergangenen zwei Jahren immer wieder Polizeieinrichtungen und christliche Kirchen angegriffen.
Die Sekte hat sich zu einer Reihe von Anschlägen bekannt. 2009 hatte die Sekte zudem im Norden Nigerias einen Aufstand entfacht, der von Polizei und Armee niedergeschlagen wurde. Dabei waren mehrere hundert Menschen ums Leben gekommen. Auch zum Angriff von vor einer Woche auf das Polizeihauptquartier in der nigerianischen Hauptstadt Abuja mit mindestens 22 Toten hat sich Boko Haram bekannt. (APA)