"Nur die Gesundheit unserer politischen Gefangenen zählt"
Teheran - Der frühere iranische Präsident Mohammed
Khatami hat zu einem Ende des Hungerstreiks politischer Häftlinge im
Lande aufgerufen. Das berichteten Oppositions-Websites am Sonntag.
Mindestens 19 inhaftierte Oppositionelle sollen nach dem Tod der
beiden Dissidenten Haleh Sahabi und Reza Hoder Saber im Laufe des
Juni in den Hungerstreik getreten sein.
Die 57-jährige Sahabi war beim Begräbnis ihres Vaters gestorben,
als die Polizei die Trauergemeinde auflösen wollte. Daraufhin war der
54-jährige Saber in den Hungerstreik getreten und nach zehn Tagen
einem Herzanfall erlegen. Das hatte andere Hungerstreiks in den
Haftanstalten nach sich gezogen. Viele Dissidenten waren nach
Protesten gegen die Wiederwahl von Präsident Mahmoud Ahmadinejad 2009
inhaftiert worden.
"Es ist wichtig, dass die Hungerstreiks sofort aufhören, denn nur
die Gesundheit unserer politischen Gefangenen zählt", sagte Khatami.
Der frühere Staatschef und andere Spitzenpolitiker wie Expräsident
Akbar Hashemi-Rafsanjani und Ex-Ministerpräsident Mir-Hossein
Moussavi stehen nun in der Opposition und haben jede politische Macht
verloren. (APA)