Berg-Karabach

Aserbaidschan will von Armenien Gebiet zurück

26. Juni 2011, 13:30

Bei Militärparade - Diplomatische Verhandlungen erneut ergebnislos

Baku/Moskau - Der aserbaidschanische Präsident Ilham Alijew (Alijev) hat auf einer Militärparade eindringlich die Rückgabe des im Krieg mit Armenien verlorenen Gebiets Berg(Nagorny)-Karabach gefordert. "Ich bin vollkommen überzeugt, dass wir unsere territoriale Unversehrtheit auf welche Weise auch immer wieder herstellen werden", sagte Alijew bei der Parade zum Tag der Streitkräfte am Sonntag in Baku. Armenien kontrolliert das völkerrechtlich zu Aserbaidschan gehörende Gebiet.

Ungeachtet eines 1994 vereinbarten Waffenstillstands betonte er vor den etwa 6000 Soldaten, dass der Krieg mit Armenien nicht beendet sei. "Wir leben unter Kriegsbedingungen", sagte Alijew nach Angaben von Medien in Baku. Armenien lehnt unter dem militärischem Schutz Russlands die Rückgabe von Berg-Karabach ab.

Allein in diesem Jahr gebe die öl- und gasreiche Ex-Sowjetrepublik Aserbaidschan rund 3,3 Milliarden US-Dollar (2,3 Milliarden Euro) für Rüstung aus, sagte Alijew. Das Militärbudget der Südkaukasusrepublik sei damit 20 Mal so hoch wie noch 2003. Es übersteige auch den gesamten armenischen Staatshaushalt um 50 Prozent. Nach Darstellung Alijews hält Armenien 20 Prozent des aserbaidschanischen Territoriums besetzt. Deshalb werde sein Land weiterhin aufrüsten.

"Der Krieg ist noch nicht beendet, nur die erste Etappe ist vollzogen", sagte Alijew bei der Parade mit schwerer Kriegstechnik, darunter auch Kampfflugzeuge. Die Okkupation aserbaidschanischen Territoriums könne nicht ewig andauern, betonte der Präsident.

Beobachter auf beiden Seiten des Konflikts halten einen neuen Krieg für möglich. Allerdings bemühen sich Aserbaidschan und Armenien seit langem auf diplomatischen Weg um eine Lösung des Gebietsstreits. Der innenpolitische Druck auf Alijew gilt aber als extrem hoch, weil die Verhandlungen unter internationaler Vermittlung bisher keinen Erfolg gebracht haben. So endete erst am vergangenen Freitag ein Gipfeltreffen Alijews mit dem armenischen Staatschef Serzh Sarkisian in Russland ohne greifbares Ergebnis.

Bei dem Treffen in Kasan, der Hauptstadt der russischen Teilrepublik Tatarstan, scheiterte die Unterzeichnung eines Grundlagenpapiers zum Berg-Karabach-Streit. Aserbaidschan habe zehn unannehmbare Änderungen in dem Dokument verlangt und damit einen Durchbruch verhindert, sagte der armenische Außenminister Edward Nalbandjan am Samstag nach Angaben von Medien in Eriwan. Das aserbaidschanische Außenministerium gab wiederum Armenien die Schuld am Scheitern der Gespräche.

An der Demarkationslinie zwischen Berg-Karabach und Aserbaidschan kommt es immer wieder zu schweren Gefechten mit Toten und Verletzten. Das christlich geprägte Berg-Karabach hatte 1991 seine Unabhängigkeit ausgerufen und damit den Konflikt zum Ausbruch gebracht. Bei dem Bürgerkrieg starben Schätzungen zufolge rund 30.000 Menschen. Hunderttausende muslimische Aserbaidschaner wurden durch den Krieg zu Flüchtlingen. (APA)

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21 Postings
Raptor Jesus
00
22.7.2011, 06:40
Armenien kontrolliert das Gebiet nicht

Die Republik Bergkarabach ist ein stabilisiertes "de-facto-Regime". Und der Staat mit der stabilsten Demokratie, welches nach dem Zerfall der UdSSR im Kaukasus entstanden ist. Ja gar die stabilste Demokratie in der gesamten ehemaligen UdSSR überhaupt.
Es von Armenien zurückzufordern mancht genauso viel Sinn, wie wenn England Malta von Italien fordern würde.

einst und jetzt
02
27.6.2011, 07:11
Ist allen schon wieder so langweilig?

Keiner dieser kriegführenden Männer darf für sich in Anspruch nehmen, höher entwickelt als ein Neandertaler zu sein!

Adolf Ogi
10
28.6.2011, 18:25
es ist ja eh gar kein Krieg

der phantasiert nur

kurd_beobachter
 
11
27.6.2011, 00:17
ja schön und gut

aber da hat die türkei und russland noch ein wörtchen mitzureden ....

aber es scheint als ob es jeden in der region jucken würde ... mal kucken was dass alles werden soll ...

Superserbe 2.0
02
28.6.2011, 00:25
diese masche hat doch beim restgeorgischen

diktator auch funktioniert ...

der 96% "wahlsieger" muss sein volk seit dem verlorenen krieg nur knüppeln und wegen dem nationalwahn nicht auf ebendieses schießen ...

mfg

Reynold
45
27.6.2011, 10:30
da hat weder Russland, Türkei oder Armenien mit zureden... dieses Land gehört Aserbaidschan!

AntiFa201
02
26.6.2011, 23:39

ein vom westen unterstützter kriegsgeiler diktator, der das öl fließen lässt und dafür als präsident verkauft wird...

Reynold
01
seit wann hat Armenien Erdöl?

Interessierter
00
30.6.2011, 09:40

Informieren Sie sich mal zuerst über die Hintergründe des Konflikts, bevor Sie hier "geistreich" werden.

AntiFa201
26
26.6.2011, 23:36
"Der aserbaidschanische Präsident Ilham Alijew"

aha... alijew wird als präsident bezeichnet, und sobald das ölreiche land nicht mehr gehorsam ist, wird er als diktator bezeichnet. propaganda pur.

galeb83
 
31
27.6.2011, 11:59

das erste mal von ihnen ein post, das ein "grün" verdienst hat!

ich denke, das sollten sie bekommen, nochmals geben sie sich selbst kaum gelegenheit geistreiches mitzuteilen...

Raptor Jesus
10
26.6.2011, 18:20
Als die Sowjetunion zerbrach, wieso durften da einige gebiete Unabhängig werden und andere wiederrum nicht?

Wer hat das bestimmt? Der Westen scheint ja ein Fan dieser selektivität zu sein, wahrscheinlich um das Hexenkessel Kaukasus (wo die meisten de-facto Staaten sind) weiter brodeln zu lassen.
Am lustigsten ist es ja, das es um Berg-Karabach geht, die unabhängig von Armenien ein eigenes politisches System hat und die stabilste Demokratie im ganz Kaukasus.

Interessierter
00
30.6.2011, 09:43

Waren Sie schon mal da? Ich schon. Ihre Behauptung ist grober Unfug.

Mike Myers
00
27.6.2011, 08:51
naja,

seit ich die abchasische Botschaft in Tiraspol besucht habe, würde ich nicht nur dem Westen Selektivität unterstellen...

Stalo Ramón
13
26.6.2011, 20:28

Es entstanden nach dem Ende der SU eben jene 15 Staaten, welche innerhalb der SU den Status einer SSR hatten und somit auch jederzeit ein Austrittsrecht hatten.

NONE
01
26.6.2011, 17:55

Tja. Wo es um Ressourcen geht, kommt es zu Krieg.

pipi pipifax
20
26.6.2011, 23:50

welche ressourcen?

AntiFa201
10
26.6.2011, 23:42

wo es um dummheit geht, kommt es zu dummen postings...

Chakotay
22
26.6.2011, 21:36

In Berg-Karabach gibt es keine Ressourcen. Es ist eine kahle Berglandschaft und Wälder teilweise.

ps. um genau zu sein gab es 1 Million Flüchtlinge auf Aserbaidschanischer Seite. Es ist inakzeptabel dass durch Gebietsansprüche so viele Menschen vertrieben werden.

pipi pipifax
24
26.6.2011, 23:49

bergkarabach hatte bis zum zerfall der udssr etwa 200.000 einwohnerInnen (etwa 150.000 armenierInnen und etwa 50.000 azeris). wie geht das mit 1 mio vertriebenen?

Interessierter
02
30.6.2011, 09:46

Informieren Sie sich besser, bevor Sie sich hier einmischen: Es wurden neben Karabach auch umliegende, aserbaidschanische Provinzen von den Armeniern besetzt. Von dort flohen dann über 500 000 Aserbaidschaner und dann noch etwa weitere 300 000 aus Armenien selber. Noch Fragen?

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