Uno-Organisation für Ernährung und Landwirtschaft

Fischler aus dem Rennen um FAO-Chefposten

26. Juni 2011, 14:50

Finale zwischen Spanier Moratinos und Brasilianer Graziano

Rom - Der ehemalige EU-Kommissar für Landwirtschaft, Franz Fischler, wird nicht Generaldirektor der FAO, der UNO-Organisation für Ernährung und Landwirtschaft. Der 64-jährige Tiroler schied bereits nach dem ersten Wahlgang aus. In der entscheidenden Abstimmung standen sich am Sonntagnachmittag in Rom der aktuelle FAO-Vizedirektor Jose Graziano da Silva aus Brasilien und der frühere spanische Außenminister Miguel Angel Moratinos gegenüber.

Der ehemalige ÖVP-Landwirtschaftsminister hatte als aussichtsreicher Kandidat für den Chefposten der Organisation gegolten, die den weltweiten Kampf gegen Hunger und die Verbesserung der Produktion und der Verteilung landwirtschaftlicher Güter zum Ziel hat. Im ersten Wahlgang erhielt er aber nur zehn Stuimmen

Graziano da Silva kam auf 77 Stimmen, Moratinos 72. Fischler musste sich mit zehn Stimmen begnügen. Mit Fischler zogen sich auch die anderen drei Kandidaten um den FAO-Chefposten, der indonesische Experte Indroyono Soesilo, der Iraner Mohammad Saeid Noori Naeini, und der Iraker Abdul Latif Rashid, Ex-Minister für die Wasserversorgung, aus dem Rennen zurück.

Die Wahl des neuen Generaldirektors findet im Rahmen der FAO-Konferenz statt, die bis 2. Juli läuft. Wahlberechtigt sind alle 193 Mitgliedsstaaten der UNO, jedes Land hat eine einzige Stimme zur Verfügung. Bei der Abstimmung war Österreich durch Umweltminister Nikolaus Berlakovich (V) vertreten.

Die Wahl ist geheim. Sieger wird der Kandidat, der die absolute Stimmenmehrheit erhält. Mehrere Wahlgänge könnten notwendig werden, um dieses Resultat zu erreichen. Bei der Wahl des aktuellen Generalsekretärs Jacques Dioufs im Jahr 1994 war das Ergebnis erst in der Nacht bekanntgegeben worden.

Der neue FAO-Generaldirektor soll zwischen 1. Jänner 2012 und 31. Juli 2015 im Amt bleiben. Er kann für ein einziges zusätzliches Mandat von vier Jahren wiedergewählt werden. Diouf wurde 2005 für eine dritte sechsjährige Amtszeit wiedergewählt. Der 67-jährige Senegalese war damals einziger Kandidat. Seither wurden die Mandate des Generaldirektors auf zwei reduziert. (APA)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 63
1 2
der schwitzbär der schwitzt sehr
02
26.6.2011, 15:41
Könnte man wenigstens

die Ursula als Sennerin unterbringen ? Die Franzosen sind auch dafür!

-Lucien-
02
26.6.2011, 15:33

lol - peinlich für die ÖVP, Fischler und die österreichischen Medien....

timba
11
26.6.2011, 15:17
Schon wieder: EU will keine Österreicher!

So, oder so ähnlich, kann ich mir die Schlagzeile der Krone vorstellen. Das weder OSZE oder FAO was mit der EU zu tun hat ist wurscht. Die meisten werdens glauben! Und die VP wird natürlich nix dazu sagen. Warum auch? Im übrigen bin ich der Meinung das österreichische Medienmonopol zu zerschlagen!

happyhour1
 
07
26.6.2011, 15:09
Wie schon weiter unten geschrieben:

Österreichisch getrübter Blick?
Auf NZZ-online las sich das zumindest gestern so:
"Echte Chancen werden in diplomatischen Kreisen mittlerweile aber nur noch zwei Interessenten zugemessen. Nämlich dem brasilianischen FAO-Assistenz-Generaldirektor José Graziano da Silva und dem früheren spanischen Aussenminister Miguel Ángel Moratinos Cuyaubé."

Warum machen österreichische Journalisten/innen um österreichische Kandidaten/innen immer wieder so ein Trara? Damit hinterher wieder auf der Klaviatur von Minderwertigkeitsgefühlen und Aggressionen gegenüber 'Ausländischem' gespielt werden kann? Was qualifiziert Kandidaten für internationale Poste? Die Staatsbürgerschaft?

Wladimir Burdajewicz
 
00
26.6.2011, 16:00
Warum machen österreichische Journalisten/innen um österreichische Kandidaten/innen immer wieder so ein Trara?

Die Antwort liegt eigentlich auf der Hand. Wer über die EU nörgelt, jammert, zündelt und keine greifbare Argumente gegen (nicht gegen die EU- das ist noch nicht von österreichischen Abgeordneten bestätigt), aber Kommission aufbringt hilft den Kandidaten aus gerade diesem Land nicht. Alte und bewährte Schule. Zu erst keine populistische Forderungen durchsetzen, sondern thematisch geordnete Problemstellung zum Tagesordnung bringen. In Österreich ist das total Verkehrt. Man jammert, nörgelt, zündelt und dann wundert sich: warum ist die EU so "grausam". Die Beobachtung der Stimmung der Bevölkerung im jedem Land wird penibel bewertet. Österreich in diesem Thema liegt sehr tief unten. Selber Schuld.

marmeladenfreund
01
26.6.2011, 15:41

Absolut richtig! Erst völlig ungerechtfertigt lobhudeln und Österreich bei den ganz "Großen" wähnen, dann völlig überzogen und wehleidig reagieren. Egal ob bei Songcontest, Fußball oder bei der Besetzung internationaler Posten. Außer beim Skifahren steht uns Größenwahn nicht zu. Die herausragende internationale Rolle die Österreich einmal einnahm, hatte nichts mit Österreichs geopolitischer Bedeutung, sondern ausschließlich mit Bruno Kreiskys außergewöhnlichem Talent zu tun. Die "große Welt" wartet weder auf den 7. Zwerg von Links, noch dient sie als Ausgedinge für irgendwelche untergegangenen Schwarz-Blauen Günstlinge auf der Suche nach Versorgungsposten. Wobei ich Fischler respektiere und ihn damit gar nicht so sehr gemeint habe.

Araquin
01
26.6.2011, 15:25

Weil die Österreicher die einzigen sind, die sie überhaupt kennen!

Bumm Uckl
04
26.6.2011, 15:03
FRAGE...

Wer hat eigentlich den mutmaßlichen Unsinn verbreitet, dass Fischler als "Favorit" galt?

In außerösterreichischen Medien habe ich immer nur gelesen das der Brasilianer und der Spanier die Favoriten waren, und Fischler bestenfalls "Außenseiterchancen" habe ..

Will da jemand gar der ÖVP die nächste Personalpleite mutwillig anhängen? (wozu - die machen inhaltlich genug Schwachmatiges ..)

ich frag nur ...

al vvi
01
26.6.2011, 15:19

Herr Fischler selbst in einem Interview.

Halbmond
12
26.6.2011, 14:56
Nach Plassnik die 2 schwehre entäuschung für Österreich !

Wladimir Burdajewicz
 
00
26.6.2011, 16:02
Nach Plassnik die 2 schwehre entäuschung für Österreich !

Und das zu Recht

john wayne cleaver
00
26.6.2011, 14:55
"Der ehemalige ÖVP-Landwirtschaftsminister hatte als aussichtsreicher Kandidat für den Chefposten der Organisation gegolten,"

allerdings nur in österreich...

des is mei extra
00
26.6.2011, 14:02

wie woins an geruch optisch umsetzen?

andiem
04
26.6.2011, 13:31
alles gute franz fischler

ein unbequemer und unbiegsamer. da passen die paar kilos mehr in jedem fall. und jedenfalls ein international anerkannter ge wichtiger mann.

amber103
00
26.6.2011, 15:12
Groß, billig, zerstörerisch.

Schade, denn nun stehen nur noch zwie Vertreter einer großstrukturierten industriellen Landwirtschaft zur Wahl.

Nachhaltige regionale Produktion, mit Aufbau der dafür notwendigen Infrastruktur ist offensichtlich in der FAO nicht gefragt, Hauptsache billig ist das Motto, egal was es kostet!

happyhour1
 
01
26.6.2011, 13:13
Österreichisch getrübter Blick?

Auf NZZ-online las sich das zumindest gestern so:
"Echte Chancen werden in diplomatischen Kreisen mittlerweile aber nur noch zwei Interessenten zugemessen. Nämlich dem brasilianischen FAO-Assistenz-Generaldirektor José Graziano da Silva und dem früheren spanischen Aussenminister Miguel Ángel Moratinos Cuyaubé."

arnstyr
42
26.6.2011, 12:46

Wie oft haben Sie Fischler schon zugehört (zB. in Alpbach)? Es kann imho keinen besseren geben. Nur eines ist schon richtig: will die Welt nicht, dass Afrika wirtschaftlich aus dem Spätmittelalter rauskommt, wird das der Kontinent auch nicht.
Gerade jetzt erst kommt der arabische Norden in eine kleine "Aufklärung" wie bei uns vor 200 Jahren ...

Chanel3
00
26.6.2011, 15:28
jetzt wär ich aber neugierig..

Haben Sie die anderen Kandidaten auch gehört? Zum Vergleich?

Oder eh nur den Fischler, und dann ist er gleich der beste?

Gerhard Schwarz6
 
27
26.6.2011, 12:15

Das kann ich mir eigentlich nicht vorstellen, dass jener Mann, der viele Jahre für das EU-Agrarbudget verantwortlich war, jetzt ausgerechnet FAO-Chef wird. Die EU vernichtet systematisch durch suventionierte Agrarexportie in aussereuropäische Agrargebiete die dortige wirtschaftliche Existenzgrundlage von Millionen, weil regionale Agrarprodukte gegen die hochsuventionierte EU-Agrarindustrie preislich chancenlos sind. Ausgerechnet einen ehemaligen EU-Agrarkommissar zum FAO-Direktor zu machen, hieße wirklich denn Bock zum Gärtner machen,,,

Prof. Alois
 
04
26.6.2011, 12:42
Fischer war aber genau der K ommissar

der von diesem unseligen System wegwollte. Nämlich die Weltmarktpreise kaputt zu machen, um europäische Bauern zu schützen. Der hat sich bei den Bauern Europas - und auch bei denen Österreichs - gewaltig unbeliebt gemacht. Und immerhin hat er gute Ansätze durchgesetzt.

Niemand verdient diesen Posten mehr.

Max Kahlenberg
05
26.6.2011, 11:54
"Fischler mit Chancen auf den FAO-Chefposten"

Wiedermal eine typisch österreichische Kaffeesud-Leserei !
Und wenn´s nicht klappt, nehmen die Dollies in ihrer Beleidigtheit wieder das ganze Land in mediale Geiselhaft...

bastie100
42
26.6.2011, 11:54
perfekt, bei ernährung kennt er sich ja sichtlich aus!

obwohl er gemessen an seiner statur bei den roten deutlich besser aufgehoben wäre

Apocalypse
00
26.6.2011, 13:05

Die Roten können nichts dafür das sie die Schwarzen anfüttern.

Karl Heiden1
00
26.6.2011, 11:37
"Ich will dafür sorgen, dass Menschen, die heute hungrig sind, es morgen nicht mehr sind."

Genau dasselbe sagt auch Jean Ziegler, nur noch etwas vehementer. Warum kandidiert er nicht für das Amt (am Alter kanns ja nicht liegen)?

Halma von Flacke
23
26.6.2011, 10:57
Legendär sein Sager über

das von ihm geleitete Landwirtschaftsministerium im Kurier:

"Ich hatte mehr als 6000 Beamte, aber ich weiß nicht ob und was die machen".

Natürlich sagte der sog. "Quadratschädel" das nach seiner Zeit als Landwirtschaftsminister.

Aber es zeigt, dass diese Ministerium ein führerloses Eigenleben führt. Und das war schon vor Fischler so und ist es heute noch.

Dort könnte man an Personal einsparen, mehr als 50 %.

Aber es geschieht nichts.
Wieder keine Verwaltungsreform.
Und diese Staatschädlinge werden und wurden alle mit Schulden finanziert, die der Grund für die immer rasanter werdenden Geldentwertung ist.

Von den Politikern kommt aber nur Realitätsverweigerung.

Diese denken nur von einer zur anderen Wahl um´s eigene Überleben.

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