Monacos Rechnung geht nicht mehr auf

24. Juni 2011, 17:51

Am 1. Juli 2011 heiratete Prinz Albert von Monaco Charlene Wittstock - Abseits der Hochzeit hat das Fürstentum an Glamour verloren

Von 1949 bis 2005 sorgte der schlitzohrige Patriarch Rainier III. dafür, dass Monaco und seine Untertanen vom Glitzer, Glamour und ein bisschen Geldwäsche lebten. Seine Heirat mit Grace Kelly - 1956 das erste globale People-Ereignis überhaupt - war ein genialer Image-Coup gewesen. Die Roulettekugel rollte, die Banksafes füllten sich - womit, fragte niemand.

Und heute? Seit Rainiers Tod 2005 hat sich der Pulsschlag des Fürstentums unter dem blassen, korrekten und fleißigen Albert etwas verlangsamt. Auch der 53-jährige Fürst wird dem Reich nun eine Traumhochzeit bescheren und, wer weiß, gar den Stammbaum der Grimaldis weiter verlängern- seine südafrikanische Braut Charlene ist schließlich erst 33. Die Zukunft scheint also gesichert in Monaco, wo das Durchschnittseinkommen mit 155.000 Euro pro Jahr noch heute höher liegt als in jedem anderen Land.

Und doch: Auch in dem rund zwei Quadratkilometer großen Staat (zum Vergleich: Wiens erster Bezirk hat drei Quadratkilometer) ist nicht mehr alles Gold, was glänzt. Das berühmteste Casino der Welt arbeitet defizitär. Anfang des Jahres traten die Croupiers für bessere Arbeitsbedingungen in Streik. Die Roulette-Tische tragen nur noch drei Prozent zum Staatshaushalt bei. Dabei hatten sie es 1869 erlaubt, dass Grimaldi-Prinz Charles III. die Einkommens- und Vermögenssteuern abschaffte.

Bis zu 50.000 Euro zahlt man für eine Wohnung in Monte Carlo - pro Quadratmeter, versteht sich. Zu Onassis Zeiten war das kein Problem gewesen: "Solange es auf der Welt dreitausend Reiche gibt, wird Monaco florieren", meinte der griechische Reeder. Reiche gibt es immer mehr - doch in Monaco steht die Hälfte der Wohnungen meist leer, als Briefkasten- oder Zweitwohnungen bringen sie dem Staat nicht viel ein.

Mehrwertsteuer nicht genug

Zudem ist der Finanzplatz Monaco auch nicht mehr, was er war. Ein französischer Parlamentsbericht zwang Rainier im Jahr 2000, die Geldwäschepraktiken zu unterbinden. Nach 2005 musste Sohn Albert II. auch die Steuerflucht einschränken, damit die OECD das Fürstentum von der grauen Liste "unkooperativer Steueroasen" strich.

Monaco kennt keine Einkommens- und Vermögenssteuern, die Haupteinnahmequelle ist die 20-prozentige Mehrwertsteuer. Sie bringe drei Viertel der Staatseinnahmen, betont Albert, der Monaco vom Ruch eines obskuren Steuerparadieses befreien will.

Die Einnahmen genügen aber nicht mehr: Wie das Casino ist auch das "Unternehmen Monaco" in den roten Zahlen: Das Haushaltdefizit dürfte heuer 94 Millionen Euro erreichen. Die Kapitalzinsen des Grimaldi-Vermögens - auf 1,3 Milliarden Euro geschätzt - kommen vermutlich dafür auf.

Der Fürst verlagert nun die Gewichte. Er wertet den Fremdenverkehr massiv auf. Neue Docks bieten Platz für mehrere Ozeandampfer und tausende neue Besucher. Das Ozeanographische Museum, der Formel-1-Grand Prix, Zirkusfestivals, die klinisch saubere Altstadt, die Casinos, eine Reihe legendärer Hotels wie das Hermitage sollen die Reisenden stärker noch als bisher anziehen. Schon heute beschäftigt der Tourismus Monacos doppelt so viele Leute wie der Finanzsektor.

Außerdem will Albert dem Meer zusätzliches Land abringen. Sogar Fabriken sind geplant - als globales Unikum vertikal über die Stockwerke verteilt. Der Prinz will, wie er sagt, "Investoren mit hohem Potenzial und kleinen Equipen" anziehen - Hightechfirmen aus dem Bereich des Umweltschutzes, dem er sich persönlich verschrieben hat. Seine Heiratskarosse wird über einen Hybridmotor verfügen.

Das entspricht dem neuen Bild, das Albert von seinem Reich schaffen will: moderner und technologischer, weniger glamourös und geldfixiert, sondern grüner und globaler. Ob sich diese Pläne rechnen werden, ist unsicher. Der Platz fehlt, genauso wie gut ausgebildetes Personal. Und französische Nachbarstädte wie Nizza ziehen derzeit viel mehr Hightechfirmen an als das kleine Fürstentum. (Stefan Brändle aus Paris/DER STANDARD, Printausgabe, 25./26. Juni 2011)

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die heiraten doch am 2. juli, oder?

Mann-o-Mann

hat sich die verunstaltet! Unfassbar! jetzt passens bald zsamm!

Die Grimaldis sind Nachkommen von Piraten, was bitte ist an denen "fürstlich"? Das Land sollte wieder an Frankreich fallen, wohin es gehört. Außer Banken, Casinos und Strand gibt es dort nichts. Außerdem finde ich diese Vernunftehe einfach schändlich, Charlene musste sich sogar ihre Fruchtbarkeit ärztlich bestätigen lassen. Die unehelichen Kinder Alberts waren ja nicht gut genug *argh*.

Albert, Albert

das wird teuer
ich schätz so ca. 2015

Naja, vielleicht hätte sich die Braut ihre herbe Schönheit nicht vor der Hochzeit wegoperieren lassen sollen? Mit der neuen Nase, Lippe, Kinn und Wange schaut sie erstens älter und zweitens billiger aus als vorher.

ja was...

herr albert hat auch ähnlich viel "glamour" wie ein beamter mit ärmelschonern. und von seinen schwestern hört man ja nix mehr.

wahrscheinlich wird der orf 10 stunden die unnötigkeit übertragen

Monaco sehen und sterben

Monaco und die Grimaldis waren einige Jahrzehnte, der Stoff aus dem die Träume sind. Grace Kelly war die fleischgewordene Prinzessin aus der Retorte. Sie war schön, reich, nymphoman und ihr Leben lang unglücklich. Die Reichen der Welt goutierten ihr Unglück in der Presse und am Spieltisch im Casino. Die Affairen von ihr und ihrem Fürst waren bekannt und wurden vor vorgehaltener Hand belächelt und der Traum somit am Leben erhalten. Mit Albert's Neigung ist in unserer aufgeklärten Zeit, keine Luftschlösser mehr aufrecht zu erhalten und auch nur für eine Minderheit identifizierbar. Die Industrie ist teilweise abgewandert und auch die Mafia hat ihre Zelte abgebrochen. Monaco ist ein sterbender Traum.

Super,

mit dieser Offenbarung haben Sie jetzt meine restlichen Illusionen zerstört!

Die leerstehenden Wohnungen gibt es nicht nur in Monaco. Meiner Erfahrung nach ist die Wahrscheinlichkeit, dass eine Wohnung oder ein Stadthaus nur kurze Zeit des Jahres genutzt wird, umso höher, je schöner die Immoblillie ist. Ja häßlicher eine Wohnung ist, desto sicherer kann man sein, dass sie das ganze Jahr von mehreren Menschen bewohnt wird. Gerade in Wien kann man das auch schön beobachten: Gemeindebau versus Innenbezirkewohnungen.
Ressourcenverschwendung gehört nun einmal zu unserem Wirtschaftssystem dazu aber manchmal sind die Auswirkungen schon ziemlich absurd.

die wittstock steigt bei dem deal doch gut aus, der angejahrte prinz kriegt endlich nachwuchs, und sie eine tolle apanage - wer glaubt das dies eine liebeshochzeit ist, sollte sich mal ne neue brille zulegen.

warum so viele rote stricherl, wollte einige damen selbst hier in der lage sein, und haben doch nur den hausmeister abgekriegt?

Alte, reiche Männer lieben junge, schöne Frauen!

Das ist die Evolution der Kultur und trägt zu reichen Männern und schönen Frauen bei!

... und macht offenbar nicht grad gscheiter.

Gähn.

Ihre unglaublichen Erkenntnisse interessieren hier vermutlich niemanden sonderlich.

Mit der Brille sieht man bekanntlich weder Macht noch Geld. Und beides ist für viele Frauen von Natur aus wesentlich anziehender als das Äußere.

Immer wieder, wenn ich sie auf einem Foto sehe,

fällt mir auf: Die Frau scheint so sehr unglücklich zu sein...

Die Frauen sind doch selbst schuld, wenn sie sich auf solche Deals einlassen. Geld allein macht noch lange nicht glücklich.

Nein, die ist nur schlecht operiert.

Das habe ich auch gemerkt:

neulich sieht ihr Gesicht so anders aus,
http://connect.in.com/charlene-... 79761.html

ABER unglücklich schien sie auch schon vorher zu sein..

War ja die Hochzeit mit Grace Kelly schon eine bezahlte Ehe wird es bei dieser Mega irgendwas nicht anderes sein. Ein " verliebtes " Paar sieht anderes aus. Mir kommt so vor die hat einen Stock im A...... .

Vielleicht findet sie Fototermine schrecklich?

Die Steueroase gehört endlich trocken gelegt. Die Franzosen haben es sich hier gerichtet, sprich Monaco erpresst, dass für franz. Staatsbürger in Monaco die Steuerfreiheit nicht gilt. Dafür hält Frankreich die Hand schützend über den Zwergenstaat.

und die soll 33 sein?

feiert den 33. geburtstag wahrscheinlich schon das 10. jahr hintereinander

find auch das sie älter ausschaut. bin genau in dem alter und kaum wer in meinem freundeskreis schaut so alt aus (und wir rauchen, trinken und bewegen uns möglichst wenig :) . ist ja nix böses sowas zu bemerken.

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