Streiten bringt nichts

26. Juni 2011, 17:29
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Charlotte Habersack und Ingrid Sissung führen in ihrem Kinderbuch "Zoff!" vor, dass es besser ist, die Wer-hat-angefangen-Spiele zu durchbrechen

Zwei Sätze gehören zur sprachlichen Grundausstattung, wenn Kinder streiten (gilt auch für Erwachsene): Er oder sie hat angefangen, wird gleich zu Beginn einmal festgehalten. Dazu gesellt sich dann gerne das "Ich habe nichts getan".

Wer da tatsächlich mit der Streiterei begonnen hat, lässt sich so und so nur selten rekonstruieren. Eltern sagen dann gerne, man möge doch bitte einfach damit aufhören. Charlotte Habersack und Ingrid Sissung führen in ihrem Kinderbuch vor, dass es besser ist, diese Wer-hat-angefangen-Spiele zu durchbrechen. In "Zoff!" streiten Tiere in einem Zoo.

Der Disput beginnt - wie so oft - recht harmlos: Eine Wespe sticht ein Lama. Ein Affe glotzt das Lama an und bekommt dessen Zorn zu spüren. Weil der Affe von einem Esel deshalb ausgelacht wird, zieht er den Esel kräftig am Schwanz. Der Esel wiederum usw ... Am Ende wird die Wespe das Lama erneut stechen. Nur dieses Mal reagiert das Tier völlig anders: "Nicht schon wieder! Ich habe keine Lust mehr zu streiten", meint es.

Und das werden auch die Kinder, die sich das Buch bis dahin angesehen haben, sagen. Insofern funktioniert es großartig. Ob diese Einsicht allerdings länger anhält, konnte so noch nicht beobachtet werden. Aber es ist immerhin schon einmal ein Anfang. Vielleicht sollte das Buch auch einfach überall mitgenommen werden. (Peter Mayr, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 25.06.2011)

Zoff!
Charlotte Habersack, Ingrid Sissung
32 Seiten; €14,40;-
Bloomsbury Verlag, Berlin 2011

  • Der Disput beginnt harmlos: Eine Wespe sticht ein 
Lama. Ein Affe glotzt das Lama an und bekommt dessen Zorn zu spüren. 
Weil der Affe von einem Esel deshalb ausgelacht wird, zieht er den Esel 
kräftig am Schwanz - und so fort.
    foto: bloomsbury

    Der Disput beginnt harmlos: Eine Wespe sticht ein Lama. Ein Affe glotzt das Lama an und bekommt dessen Zorn zu spüren. Weil der Affe von einem Esel deshalb ausgelacht wird, zieht er den Esel kräftig am Schwanz - und so fort.

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