"Dawn"-Sonde machte bislang bestes Bild von Riesen-Asteroid

24. Juni 2011, 15:56
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Raumsonde soll das drittgrößte Objekt des Asteroidengürtels rund ein Jahr lang begleiten

Katlenburg-Lindau/Washington - Vesta ist mit einem Durchmesser von über 500 Kilometern das drittgrößte Objekt im Asteroidengürtel zwischen Mars und Jupiter. Zugleich ist sie - je nach Zählweise - der zweitgrößte oder sogar größte von allen bekannten Asteroiden: Die deutlich größere Ceres wurde mittlerweile in den Rang eines Zwergplaneten erhoben, bei Pallas - mittlerer Durchmesser von über 540 Kilometern - ist strittig, ob man von einem Zwergplaneten oder doch "nur" von einem Asteroiden sprechen soll.

Ebenso wie Ceres und Pallas wird Vesta überdies als Protoplanet angesehen: Eine Masseballung, die zur selben Zeit entstand wie die der späteren Planeten und die sich ebenfalls zu einem echten Planeten entwickeln hätte können. Dafür brauchte es jedoch weitere Massezufuhr in Form von Kollisionen mit anderen Himmelskörpern. Der Zufall wollte es, dass diesen dreien verwehrt blieb, was den Vorläufern von Erde & Co widerfuhr und sie zu ihrer heutigen Größe brachte.

Sonde im Anflug

Wichtig ist aber vor allem das Alter: "Vesta ist ein Urkörper des Sonnensystems, 4,5 bis 4,6 Milliarden Jahre alt. So altes Gestein kennen wir gar nicht auf der Erde. Aber wir müssen davon ausgehen, dass unsere Erde einmal ähnlich ausgesehen hat. Vesta ist in dieser Frühphase stehengeblieben. Das führt uns zurück zu den Anfängen", erklärt der wissenschaftliche Leiter des "Dawn"-Kamerateams, Andreas Nathues vom Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung. 

Das "Dawn"-Team veröffentlichte nun Fotos der gleichnamigen Raumsonde, die die bislang besten Aufnahmen von dem Asteroiden gemacht hat. Und bessere sollen folgen: "Dawn" befindet sich derzeit im Anflug auf Vesta und soll den Asteroiden rund ein Jahr lang begleiten. Auf den Bildern, die am Donnerstag auch von der US-Raumfahrtbehörde NASA in Washington veröffentlicht wurden, sind bereits Details von 20 Kilometern Größe zu erkennen - damit ist die Auflösung doppelt so gut wie bei den besten Vesta-Aufnahmen des "Hubble"-Weltraumteleskops. In einigen Wochen soll "Dawn" sich bis auf 200 Kilometer dem Asteroiden nähern und dann tausendfach kleinere Details von 20 Metern Größe erkennen. (red/APA)

  • Der Vergleich macht Sie sicher: Links die "Dawn"-Aufnahme, rechts das, was "Hubble" erspähen konnte.
    foto:nasa/jpl-caltech/ucla/mps/dlr/psi und nasa/esa/stsci/umd

    Der Vergleich macht Sie sicher: Links die "Dawn"-Aufnahme, rechts das, was "Hubble" erspähen konnte.

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