Medikament senkt Brustkrebsrisiko

24. Juni 2011, 15:48

Aromatase-Hemmer senkt Erkrankungsrisiko bei Frauen mit moderat erhöhter Mammakarzinomgefährdung

Boston - Das die körpereigene Östrogenproduktion stark unterdrückende Medikament Exemestan - ein Aromatase-Hemmer - senkt bei Frauen mit moderat erhöhter Mammakarzinomgefährdung dieses Risiko um rund 65 Prozent. Das hat eine große Studie ergeben, welche in den USA, Kanada und Frankreich durchgeführt wurde.

Die Wissenschafter um Paul E. Goss (Massachusetts General Hospital Cancer Center/Boston) veröffentlichen die Ergebnisse in der neuesten Ausgabe des "New England Journal of Medicine". In die Untersuchung wurden 4.560 Frauen im Durchschnittsalter von 62,5 Jahren aufgenommen. Sie hatten ein 2,3-prozentiges Risiko, innerhalb von fünf Jahren an einem invasiven Mammakarzinom zu erkranken.

Hohes Nebenwirkungspotential

Die Frauen erhielten entweder Exemestan oder ein Placebo. Derartige antihormonell wirkende Medikamente werden seit längerem in der Therapie von Brustkrebs eingesetzt, weil sogenannte hormonabhängige Karzinome auf den Wachstumsimpuls des Östrogens angewiesen sind. Bei Frauen mit einem erhöhten Brustkrebsrisiko ohne bereits vorhandenem Karzinom wurden schon mehrere Studien mit Antihormon-Präparaten durchgeführt, die allerdings auch ein erhöhtes Risiko für Nebenwirkungen zeigten.

In der neuen Untersuchung trat der Effekt einer "Primärprävention" von Brustkrebs (ohne vorherige derartige Erkrankung) schon innerhalb eines Zeitraums von 35 Monaten auf. In der Gruppe der Frauen, die wirklich prophylaktisch behandelt wurden, gab es elf solcher Erkrankungen. In der Placebo-Gruppe waren es hingegen 32. Das bedeutete eine Reduktion um 65 Prozent und war statistisch hoch signifikant. Potenzielle Nebenwirkungen gab es in beiden Gruppen - mit dem echten Medikament oder mit dem Scheinmedikament - zu einem faktisch gleich hohen Anteil (88 bzw. 85 Prozent). Die Wissenschafter: "Exemestan reduzierte die Zahl von invasiven Mammakarzinomen bei Frauen nach der Menopause, die eine moderat erhöhte Gefährdung aufwiesen, signifikant." (APA)

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Es ist unverantwortlich,

Frauen mit "moderat erhöhter Mammakarzinomgefährdung" Medikamente einzureden!
Das Medikament (das von mehreren Pharmafirmen vertrieben wird) ist übrigens ca. 30 Jahre alt und wird bei fortgeschrittenem Brustkrebs verabreicht, wenn andere Chemos nicht mehr helfen. Und es senkt auch kein Krebsrisiko, sondern den Östrogenspiegel. Nebenwirkungen frei Haus (Übelkeit, Schwitzen, Hitzewallungen, Haarverlust, Leukopenie ....)
Hier wird nichts anderes versucht, als einem nur mässig erfolgreichen und vor allem sehr eingeschränkten Einsatzbereich einen möglichst großen Patientenkreis zu sichern.

als neu betroffene steigen mir jetzt schon die grausbirn auf vor so vielen lehrmeinungen!
wo bekomme ich kompetente beratung und hilfe?

Beratung und Hilfe kann es von niemandem geben, der Krebs beruflich macht.
Aber weil es sonst niemanden gibt, der die Gerätschaften hat, könnten Sie fragen, ob Sie tatsächlich Krebs haben (meistens ist es nur ein Umbildungsprozess der Milchdrüsen), woher jene Person, die Ihnen das gesagt hat, das weiß (es gibt tatsächlich "Diagnosen", die lauten: "Sie haben einen Knoten in der Brust... aber die Aussichten sind gut."). Lassen Sie sich die Zellen genau zeigen, beschreiben, wie schnell sie wachsen (meistens gar nicht), wie viel gesundes Gewebe sie dabei zerstören (meistens gar keines), und nehmen Sie die Diagnose nicht als 100% gegeben hin.
Das ist der Fehler, den die meisten Frauen machen: vor Angst das Hirn ausschalten

danke
diagnose: ca 8 mm tumor.
also soll ich zuerst eine biopsie machen lassen?

"Tumor" heißt noch lange nicht Krebs, nur dass da was ist, was nicht hingehört. Das kann auch ein Entzündungsprozess durch Gewebeabbau sein oder schlicht ein Fettkugerl.
Biopsie kann man natürlich machen, aber man könnte es sich auch erst einmal im Ultraschall anschauen. Ich kannte eine Frau, die hatte ständig (wahrscheinlich auf Grund einer Hormonstörung) Kugerln in der Brust, die sich teilweise eingekapselt haben und teilweise wieder weggegangen sind.
Bis zu einer genaueren Untersuchung wäre es auf jeden Fall höchst unseriös, von Krebs zu sprechen.

Unverantwortlicher finde ich Schwurbler, die von Seelenblabla faseln und den Schmonzens anderen einreden wollen...

Evidenz?
Wer braucht das schon!

Ohne zu urteilen, ob der Einsatz gerechtfertig ist oder nicht (das sollen die Frauen selbst entscheiden, aber sicher nicht Sie)

"Das Medikament (das von mehreren Pharmafirmen vertrieben wird)"

Relevanz?

"Und es senkt auch kein Krebsrisiko, sondern den Östrogenspiegel."

Artikel überhaupt gelesen? Außerdem: Kein Widerspruch, da Mammakarzinome oft östrogenabhängig sind.

"Nebenwirkungen frei Haus"

Nebenwirkungen aus dem Beipackzettel zu kopieren zeugt nicht gerade von Verständnis der Materie, aber das ist bei Ihnen eh immer so. Artikel lesen.

Und gibt es eine Erklärung für die östrogenabhängigen "Mammakarzinome"?
Ja, siehe unten.
Ein Hormon kann niemals Krebszellen begünstigen. Wer sich sowas ausdenkt, ist schon daneben genug, aber wer sowas glaubt, schon außerirdisch daneben.
Solchen Leuten fehlt ganz einfach die Ausbildung, wie Hormone wirken, wie welche Zellen wie welche Hormone benützen, in welchen Lebensphasen was passiert.
Schuld ist die große Bereinigung in den 80er-Jahren.

Welche Ausbildung haben Sie?

War bei Dunning Kruger in der Lehre!

kannte den dunning kruger effekt bis dato nicht aber dagmar dürfte jegliche zweifen an dessen existenz beseitigen

"Ein Hormon kann niemals Krebszellen begünstigen"
aja, und die wirkung von anti-östrogen chemotherapeuthika auf bestimmte mama-ca ist nur zufällig? oder wie erklären sie das?

Nein, das ist natürlich nicht zufällig, dass bestimmte Gewebeveränderungen unter Östrogenblockade nicht stattfinden. Das ist aber kein Krebs, sondern nur eine falsche Deutung. Die klimakterischen Milchdrüsen werden nicht, wie es gehört, kleiner, fester und ohne Hohlraum, sondern sie bleiben jung und frisch wie die einer fruchtbaren Frau. Was das für einen Sinn haben soll, kann ich aber nicht sagen.

Was das für einen Sinn haben soll, kann ich aber nicht sagen

Das denken wir uns alle bei jedem einzelnen Ihrer Postings...

Ein Hormon kann niemals Krebszellen begünstigen

Eh nicht, ist nur rein zufällig für alle anabolen Hormone nachgewiesen...

"Solchen Leuten fehlt ganz einfach die Ausbildung, wie Hormone wirken, wie welche Zellen wie welche Hormone benützen, in welchen Lebensphasen was passiert. "

Im Gegensatz zu Ihnen, der nicht nur die endokrinologische Ausbildung, sondern JEGLICHE medizinische Ausbildung fehlt. Was sich Leute wie Sie auf ihre Dummheit alles einbilden, ist schon erstaunlich...

Jetzt würd mich aber schon interessieren, was ich für einen "Blödsinn" lern: Wie wirken denn Hormone Ihrer profunden, wissenschaftlichen Erkenntnis nach?

Hormone wirken gar nicht, sondern werden als Hilfsstoffe von den Zellen aktiv gesucht. Erst dann wirken sie.
Ich bezweifle aber stark, dass du das lernst.

Und woraus beziehen sie diese Kenntnis?

Wer? Die Hormone oder die Zellen?
Das dürfte im Bauplan der Zellen liegen, vielleicht aber auch in der Kommunikation aller Zellen zusammen.

Jep, die Zellen schwimmen da so im Körper rum und denken sich "hui, jetzt könnte ich mal ein Hormon gebrauchen", mal gucken wo ich eines auftreiben kann...

Nein umgekehrt, die Hormone schwimmen herum. Und in der Phase der anstehenden Umbildung der nicht mehr benötigten Milchdrüsen holt sich das Milchdrüsengewebe Östrogene aus dem Blut, um sich weicher und aufgelockerter zu machen, damit die Umbildung leichter geht.

Eigentlich bilden sich die Brustdrüsen unter Östrogen-Einfluss aus und nicht zurück oder um. Es koppelt im Wesentlichen an ER-Alpha- oder ER-Beta-Rezeptoren, an denen es seine Wirkung über (hier bin ich unsicher) G-Protein-Transduktion entfaltet.

Im gesamten induziert es durch Expressionsregulation des intrazellulären Energiebedarfsmanagements im Sinne einer Erhöhung des Energiebedarfs. Außerdem werden Wachstumsfaktoren vermehrt transkribiert. Sollte in diesem Genabschnitt aber ein Inhibitor eine eingeschränkte Funktion durch eine spontane oder eine hereditäre Mutation haben, so liegt ein gesteigertes Brustkrebsrisiko vor, da es zu einer Überexpression kommt und dadurch die Zelle mit der besagten (somatischen) Mutation und ihre Tochterzellen (die den selben Defekt haben) verstärkt proliferieren => Mamma-CA.
Eine Östrogenhemmung würde wahrscheinlich den Brustkrebs dämpfen, aber Artherosklerose und Osteoporose erhöhen...

Östrogen = Sexualsteroid = wirkt über intrazelluläre Rezeptoren, bewirkt nukleäre Translokation der Rezeptoren, welche auch Transkriptionsfaktoren sind

Danke!

Ich hoffe in der Sprache verstehen es die Zweifler.

Das weiß jeder Medizinstudent nach dem ersten Semester und die Aussage bestätigt Ihren Blödsinn in keinster Art und Weise. Bissl verzweifelt sind's schon, Aussagen, die Sie nicht verstehen als Pro-Argument zu verwenden....

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